Krammer ist auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor.

© KURIER/Gilbert Novy

Rapid
11/25/2016

Neuer Sportdirektor: Krammer legt die Latte höher

Der Rapid-Präsident setzt auf eine Präambel, höchste Ansprüche und eine Legionärsgrenze.

von Alexander Huber

Am Montag wird Michael Krammer wiedergewählt. Einen neuen Sportdirektor kann der Rapid-Präsident den Mitgliedern im Allianz Stadion noch nicht verkünden. Will er aber auch gar nicht. Denn während bei der Trainersuche mit der Festlegung auf Wunschkandidat Damir Canadi Tempo gemacht wurde, ist das Rennen um den höchsten sportlichen Posten im Verein offen.

Nur eines legt Krammer vorab fest: Der Neue wird sich an eine festgeschriebene Legionärsbeschränkung halten müssen. "Das ist ein Lerneffekt aus der vergangenen Transferzeit", sagt der 56-Jährige. "Wir setzen eindeutig auf die Talente und den Ö-Topf. Deswegen wird die Beschränkung für den künftigen Sportdirektor definitiv unter den neun Legionären liegen, die wir jetzt haben."

Neun Legionäre, die sich um sechs Plätze im Matchkader streiten – das sorgt intern für jene Missstimmung, vor der Ex-Ex-Trainer Barisic immer gewarnt hatte.

Erfolgreiche Vorgänger

Für den künftigen Vorgesetzten von Canadi liegt die Latte hoch: Jeder der drei vergangenen Sportdirektoren (Müller, Schulte, Hörtnagl) konnte am Ende auf eine insgesamt positive Bilanz verweisen. Nun liegt der Druck beim Präsidium: Ein Fehlgriff oder ein Schnellschuss mit einem unerfahrenen Kandidaten könnte den Verein in der aktuell heiklen Phase auf Dauer zurückwerfen.

Wie reagiert Krammer? Mit einer niedergeschriebenen Präambel, die "mit einer schärferen Definition der Suche höchste Qualität" garantieren soll. Darin steht Logisches. So etwa, dass der Neue die Verantwortung für die gesamte sportliche Arbeit trägt und fließend Deutsch sprechen soll. Darin steht auch Anspruchsvolles, so wie hervorragende Menschenkenntnisse, oder, dass der Sportdirektor mit dem Trainerteam "die historische Spielkultur von Rapid in die Moderne übersetzen soll". Oder, dass der Müller-Nachfolger alle Transfers "auf Basis einer künftig genauer formulierten Gesamtstrategie" zu verantworten hat.

In der Präambel wird aber noch dazu nach Außergewöhnlichem verlangt. Nach einem Fachmann fürs Technisch-Taktische, einem erfahrenen Scout, einem exzellenten Netzwerker, einem starken Verhandler. Und jemandem, der auf dem letzten Stand der Sportwissenschaften ist. Außerdem hätte Krammer am liebsten einen Sportdirektor, "der älter und erfahrener als der Trainer ist. Das hat sich die letzten beiden Male bewährt."

Klingt für einen Verein aus Österreich nach der Quadratur des Kreises. Krammer: "Das wäre das Idealszenario. Natürlich kann es sein, dass wir bei dem einen oder anderen Punkt etwas nachlassen müssen." Aber es besteht kein Zweifel, dass Rapid nach einem internationalen Top-Mann sucht. Ob dieser auch leistbar sein wird?

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