Sport | Bundesliga
24.01.2018

Nations League: ÖFB-Team gegen Bosnien, Nordirland

Österreich bekam ein vermeintlich leichtes Los. Los geht es im neuen Bewerb am 11. September in Bosnien-Herzegowina.

Die Gegner des österreichischen Fußball-Nationalteams in der Nations League sind bekannt. Im Rahmen der Gruppe 3 der Liga B trifft die Truppe von Teamchef Franco Foda auf Bosnien-Herzegowina und Nordirland. Dies ergab die Auslosung am Mittwoch in Lausanne.

Die Nations League startet Anfang September und läuft bis November 2018. Die Dreier-Gruppe wird in Hin- und Rückspiel ausgespielt. Österreich startet am 11. September in Bosnien-Herzegowina. Es ist Fodas Pflichtspielpremiere. Am 12. Oktober geht es mit dem Heimspiel gegen Nordirland weiter. Am 15. November steht das Heimspiel gegen Bosnien-Herzegowina auf dem Programm, drei Tage später wird die Gruppenphase mit dem Auswärtsspiel in Nordirland beendet.

"Es hätte schlimmer kommen können. Aber wir werden die Gegner nicht unterschätzen", sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner nach der Auslosung. Österreich wurde in Liga B aus dem ersten Topf gezogen. Als mögliche Gegner hätten auch die WM-Starter Dänemark und Schweden oder Duelle mit Irland, die Ukraine oder die Türkei gewunken. Mit Bosnien und Nordirland warten aber angenehmere Kontrahenten - auch wenn die direkte Bilanz jeweils nicht die beste ist.

Unterschiedliche Gegner

Die Gegner stufte Foda als "interessant", aber "unterschiedlich" ein: "Nordirland praktiziert sehr schnellen, robusten Fußball. Bosnien legt mehr Wert auf das Spielerische." Der 51-Jährige erinnerte auch an Österreichs Bilanzen gegen die Gegner. Gegen Nordirland hat das Nationalteam in neun Aufeinandertreffen eine negative (2 Siege, 3 Remis, 4 Niederlagen), gegen Bosnien in drei Spielen bei einem Sieg und zwei Unentschieden eine knapp positive. "Da gibt es etwas gut zu machen", meinte Foda.

Ähnlich sieht es auch ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger: "Bosnien-Herzegowina ist eine spielstarke, technisch sehr ausgereifte Mannschaft, Nordirland agiert kompromisslos, ist physisch ungemein präsent - damit warten vier spannende und absolut interessante Partien auf uns. Für mich ist das Niveau ziemlich ausgeglichen, der Gruppensieg muss trotzdem unser Ziel sein. Bis es soweit ist, haben wir aber noch einiges zu tun."

Die aus Topf zwei gezogenen Bosnier qualifizierten sich für die WM 2014 in Brasilien, verpassten danach aber sowohl die EM 2016, als auch das kommende WM-Turnier in Russland. Hinter Belgien und Griechenland wurden die Balkan-Kicker nur Gruppendritter. Star der mit zahlreichen Legionären gespickten Mannschaft ist Stürmer Edin Dzeko von der AS Roma, Teamchef ist seit kurzem der Kroate Robert Prosinecki (49).

Stellt Bosnien eine spielerisch starke Elf, setzt Nordirland eher - erfolgreich - auf Kampfkraft. Die ohne großen Star auskommenden Briten schafften es bei der EM 2016 bis ins Achtelfinale, die Reise nach Russland vergaben sie erst im WM-Play-off gegen die Schweiz. In der Quali-Gruppe hatte Nordirland Platz zwei hinter Weltmeister Deutschland belegt. In zehn Spielen holte das Team von Trainer Michael O'Neill sechs Siege.

Deutschland gegen Frankreich und Niederlande

In der Liga A findet man einige attraktive Gruppen vor. So trifft der amtierende Weltmeister Deutschland im Rahmen der Gruppe 1 auf Frankreich und die Niederlande. Europameister Portugal bekommt es im Pool 3 mit Italien und Polen zu tun. In der Gruppe 4 steckt einige Brisanz, dort kommt es zu Treffen zwischen Spanien, England und Kroatien.

Liga A:

  • Gruppe 1: Deutschland, Frankreich, Niederlande
  • Gruppe 2: Belgien, Schweiz, Island
  • Gruppe 3: Portugal, Italien, Polen
  • Gruppe 4: Spanien, England, Kroatien

Liga B:

  • Gruppe 1: Slowakei, Ukraine, Tschechien
  • Gruppe 2: Russland, Schweden, Türkei
  • Gruppe 3: ÖSTERREICH, Bosnien-Herzegowina, Nordirland
  • Gruppe 4: Wales, Irland, Dänemark

Liga C:

  • Gruppe 1: Schottland, Albanien, Israel
  • Gruppe 2: Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland
  • Gruppe 3: Slowenien, Norwegen, Bulgarien, Zypern
  • Gruppe 4: Rumänien, Serbien, Montenegro, Litauen

Liga D:

  • Gruppe 1: Georgien, Lettland, Kasachstan, Andorra
  • Gruppe 2: Weißrussland, Luxemburg, Moldau, San Marino
  • Gruppe 3: Aserbaidschan, Färöer, Malta, Kosovo
  • Gruppe 4: Mazedonien, Armenien, Liechtenstein, Gibraltar

Das müssen Sie über den neuen Bewerb wissen

Der KURIER versucht die wichtigsten Fragen zum neuen Bewerb für Nationalteams zu beantworten.

In welchem Format wird die UEFA Nations League 2018/’19 ausgetragen?

Es gibt in der Nations League vier Ligen, nämlich A, B, C und D (siehe Grafik). Die 55 UEFA-Verbände wurden im Oktober 2017 in diese vier Ligen eingeteilt. Maßgeblich dafür war die damalige Platzierung im UEFA-Länderranking.

Wann werden die Gruppenspiele stattfinden?

Es gibt für die vier Spieltage in der Österreich-Gruppe sechs mögliche Termine: 6.–8. sowie 9.–11. September 2018, 11.–13. und 14.–16. Oktober 2018, 15.–17. sowie 18.–20. Oktober 2018.

Kann sich Österreich für die EM 2020 auch über die Nations League qualifizieren?

Ja, quasi durch eine Hintertür. Denn vier der 24 EM-Startplätze werden über den neuen Bewerb ausgespielt. Je ein EM-Ticket wird in jeder der vier Ligen vergeben. Für Österreich heißt das: Sollte man Gruppensieger in der Nations League werden, aber in der danach folgenden EM-Qualifikation scheitern, würde man gegen die drei anderen Gruppensieger der Liga B um einen EM-Startplatz spielen. Das Play-off-Turnier findet im März 2020 statt. Qualifiziert sich ein Gruppensieger direkt für die EM, darf der Gruppenzweite um ein EM-Ticket spielen.

Wie wird der Sieger der Nations League ermittelt?

Die vier Gruppensieger der Liga A ermitteln in einem Finalturnier Anfang Juni 2019 den Gewinner der ersten UEFA Nations League. Die vier Gruppensieger der Ligen B, C und D steigen in die nächsthöhere Liga auf, die vier Gruppenletzten der Ligen A, B und C steigen ab.

Wie läuft die Qualifikation für die EURO 2020 ab?

Im Vergleich zur EURO 2016 werden in der nächsten EM-Qualifikation drei Startplätze weniger ausgespielt. 20 von 24 Tickets werden über zehn Gruppen vergeben. Die Gruppenersten und -zweiten (20 Teams) sind für die EURO 2020 qualifiziert, vier kommen über die die Nations League dazu. Die Dritten der EM-Qualifikation haben anders als 2016 keine Chance auf ein EM-Ticket – zumindest nicht über die EM-Qualifikation.

Wie beeinflusst die Nations League die EM-Quali?

Die Resultate der Nations League sind maßgeblich für die Zusammensetzung der EM-Qualifikationslostöpfe. Diese ergeben sich aus der Gesamttabelle der Nations League. Deshalb wird die EM-Qualifikation erst nach dem letzten Gruppenspieltag der Nations League ausgelost. Lostag der EM-Qualifikation ist der 2. Dezember 2018.

Wird es weiterhin Freundschaftsspiele geben?

Ja. Im Spielkalender gibt es weiter freie Termine. Die Ligen A und B der Nations League bestehen etwa nur aus Gruppen zu je drei Teams. Eine Nationalelf ist also pro Runde der Nations League spielfrei und kann in dieser Zeit ein Freundschaftsspiel austragen.