Sport | Bundesliga
09.02.2018

Nachspiel: Flitzer-Affäre für Rapid noch nicht vorbei

Die beiden Flitzer umarmten Dejan Ljubicic auf dem Spielfeld. © Bild: Agentur DIENER/DIENER / Philipp Schalber

Im Polizei-Protokoll gab einer der Derby-Flitzer fälschlicherweise an, der Cousin von Rapids Dejan Ljubicic zu sein.

Genau genommen lenken die zwei Derby-Flitzer von den wahren Problemen ab, die auf der anderen Seite, dem Block West des Allianz Stadions, mit den Wurfgeschossen auf das Spielfeld und in Richtung der Austria-Spieler entstanden sind.

Jene zwei Männer, die am Sonntag beim 325. Wiener Derby in der Schlussminute auf das Feld stürmten, letztlich einen aussichtsreichen Austria-Angriff stoppten und danach Rapid-Spieler Dejan Ljubicic umarmten, wurden unmittelbar nach dem Derby noch in den Katakomben des Allianz Stadions in Hütteldorf einvernommen (siehe Faksimile).

Einer von ihnen, Vinko L., selbst ein Mittelfeldspieler im Wiener Unterhaus, gab der Polizei gegenüber zu Protokoll, der Cousin von Ljubicic zu sein. Eine falsche Aussage. Ljubicic selbst gab sofort an, die zwei Flitzer nicht zu kennen. Wie schon der KURIER berichtete, hatten die beiden ihre Karten über Umwege von Austria-Spieler Alexandar Borkovic erhalten. L. soll jedenfalls keiner Fan-Szene angehören.

Kroatische Plauderei

Ein interessantes Detail im Polizei-Protokoll ist der Vermerk, dass Rapid-Trainer Goran Djuricin während der Einvernahme die beiden Flitzer freundschaftlich begrüßte, ihnen die Köpfe tätschelte und mit ihnen auf Kroatisch parlierte. Rapid versicherte auf Anfrage, dass Djuricin beide Männer nicht kennt, lediglich zwischen zwei TV-Interviews mit ORF und Sky mit ihnen kurz sprach, weil sie ihn auf Kroatisch angesprochen hatten. Djuricin und Ljubicic werden demnächst von der Polizei einvernommen.

Faksimile © Bild: Kurier

L. jedenfalls bereut die sonntägliche Aktion, und wurde von seinem Verein vorübergehend vom Spielbetrieb suspendiert, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Interessant ist auch, dass laut Amtsvermerk dem Versuch eines Betruges bzw. einer Spielmanipulation nachgegangen wird.

Fraglich ist, ob die zwei Männer tatsächlich in der Absicht aufs Feld stürmten, um ein mögliches Austria-Tor zu verhindern. Denn als sie den Rasen betraten, war der Austria-Angriff erst in der Entstehung. Bezüglich der Wurfgeschosse auf Austria-Spieler ist geplant, dass der Senat 1 der Bundesliga am kommenden Montag tagt.