Sport | Bundesliga
24.08.2017

Europa League: Es geht um einen Fixplatz

Altach, Austria und Salzburg kämpfen heute nicht nur um den Einzug in die Gruppenphase, sondern auch um einen fixen Startplatz für den Cupsieger.

Salzburg hatte Rijeka in der Qualifikation der Champions League noch ausgeschaltet, gegen Olympiakos Piräus ist der kroatische Meister hingegen im Play-off ausgeschieden. Das hat direkte Auswirkungen auf Österreich.

Denn Griechenland konnte Österreich im UEFA-Länderranking überholen und ist vorerst einmal Zwölfter. Dieser Platz ist begehrt und lukrativ, garantiert er doch dem nationalen Cupsieger in der Saison 2019/2020 einen Fixplatz in der Europa League und Einnahmen von zumindest vier Millionen Euro. Und auch der Meister wäre zumindest fix in der Europa League, sofern dieser in der Champions-League-Qualifikation ausscheidet.

Es geht aber eng zu in der Fünfjahreswertung zwischen den Plätzen 12 und 17 – und mittendrin ist Österreich. Aber im Gegensatz zur Konkurrenz ist aus der Bundesliga noch kein Klub in dieser Saison für eine Europacup-Gruppenphase qualifiziert.

Die Schweiz ist bereits mit drei Klubs fix dabei (Basel, YB Bern, Lugano), Tschechien mit zwei (Slavia Prag, Zlin), Griechenland (Olympiakos Piräus), Kroatien (Rijeka) und Dänemark (FC Kopenhagen) mit je einem Verein.

Für Altach, Austria und Salzburg geht es in den Play-off-Rückspielen also auch um die Zukunft. Denn nur wenn zumindest zwei Bundesligisten die Europa-League-Gruppenphase erreichen, lebt wohl die Chance, die Saison auf Platz 12 zu beenden und erstmals einen Fixplatz in einer Gruppenphase zu haben.


Austria Wien - 2:1-Vorsprung gegen NK Osijek

Es ist angerichtet für die Wiener Austria. Denn es liegt an den Wienern selbst, dass der heutige Donnerstagabend mit dem Rückspiel gegen NK Osijek in der NV-Arena von St. Pölten (21.05 Uhr) auch ein echter Leckerbissen wird. Die Gruppenphase in der Europa League, das große Saisonziel der Veilchen, ist jedenfalls zum Greifen nahe.

Trainer Thorsten Fink bleibt trotz der abermaligen Personalrochaden – nach Filipovic verließ auch Larsen (für ihn spielt De Paula) kurz vor dem Europacupspiel den Klub – die Ruhe in Person. "Es war ja nicht überraschend, wir mussten damit rechnen. Außerdem weiß man, dass die Transferzeit bis Ende August geht." Sein Team ist fokussiert, weil trotz des Vorsprungs gewarnt. "Osijek ist gefährlich und hatte auch im Hinspiel noch die eine oder andere Möglichkeit. Das darf man nicht vergessen."

Die Marschroute ist für den Deutschen klar: "Wir müssen versuchen, unser Spiel aufzuziehen wie zuletzt und mutig nach vorne zu kombinieren." Fink hofft, dass die Abstimmungsprobleme in der Defensive abgestellt werden können. "In Osijek haben wir erstmals in dieser Formation gespielt, da wäre es ein Wunder gewesen, hätte es gar keine Probleme gegeben."

Einmal mehr soll Routinier Heiko Westermann seinen jungen Nebenmann Kadiri führen und Ruhe ausstrahlen. "Ich glaube, wir sollten einfach ruhig auftreten und darauf vertrauen, dass wir vorne immer ein Tor erzielen können", sagt der 27-fache deutsche Nationalteamspieler, auf den Fink setzt. Der Trainer meint, dass sich mit einem Erreichen der Gruppenphase die Verpflichtung des Routiniers schon ausgezahlt habe.

Honig um Westermanns Mund: "Ich bin aber keiner, der jetzt ein Extra-Lob benötigt. Ich will einfach nur helfen." Trotz seiner 34 Jahre, die Sehnsucht nach der Gruppenphase will einfach nicht verschwinden. "Für einen Fußballer ist es das Größte, international spielen zu können."

Für die nötigen Tore könnte wieder Christoph Monschein sorgen, der in den vergangenen zwei Spielen gegen Osijek und Mattersburg gleich drei Volltreffer zu verbuchen hatte. Der Knoten dürfte somit geplatzt sein. "Sieht ganz danach aus. Für einen Stürmer ist dieses Erfolgserlebnis wichtig. Dann geht vieles leichter", sagt Monschein, der in Kroatien sein erstes Pflichtspieltor für die Austria machte. "Ein idealer Zeitpunkt. Aber noch haben wir nichts erreicht."

Die NV-Arena ist ausverkauft, die Statistik spricht auch für die Austria: Seit der Saison 1960/’61 kehrten die Veilchen insgesamt 22 Mal mit einem Sieg oder Remis vom Auswärtsspiel zurück, 20 Mal gelang danach auch der Aufstieg.


Red Bull Salzburg - 3:1-Vorsprung gegen Viitorul Constanta

"Es geht wieder bei Null los. Es bringt nichts, das Ergebnis zu verwalten. Im Fußball ist schon sehr viel passiert. Wir dürfen uns auf überhaupt nichts einlassen." Salzburg-Trainer Marco Rose macht im Vorfeld des heutigen Play-off-Rückspiels gegen Viitorul Constanta (19.00 Uhr), was er machen muss: Trotz des 3:1-Auswärtssieges versucht der Deutsche, die Spannung hoch zu halten.

Es stimmt, im Fußball ist schon viel passiert. Aber dass Salzburg nicht zum siebenten Mal seit 2009 die Gruppenphase der Europa League erreicht, ist aus vielen Gründen eigentlich unmöglich.

In der 62-jährigen Europacup-Geschichte ist noch kein österreichischer Klub nach einem 3:1-Auswärtssieg am Aufstieg gescheitert.

Salzburg hat seit dem 27. November 2016 zu Hause nicht verloren, ist seit 17 Heimspielen ungeschlagen. Gegner Viitorul hat sieben Spiele in Serie nicht gewonnen. Im August ist Rumäniens Meister noch sieglos.

Viitorul Constanta konnte in dieser Saison noch kein Auswärtsspiel gewinnen. Salzburg hat seit dem 0:7 gegen Rapid 2008 in Heimspielen nur drei Mal mehr als drei Gegentore erhalten.

Die letzte Heimniederlage in einer Höhe, die gegen Constanta das Ausscheiden bedeuten würde, kassierte Salzburg am 16. Februar 2012: Gegen Metalist Charkiw wurde das Hinspiel in der EL-Zwischenrunde 0:4 verloren.


Altach - 0:1-Rückstand gegen Maccabi Tel Aviv

Weil das Stadion von Maccabi Tel Aviv derzeit umgebaut wird, bestreitet Altach das heutige Play-off-Rückspiel (19.00 Uhr MESZ) im rund 30 Kilometer entfernten Netanya. Heiß und ungemütlich wird es aber da wie dort sein.

Die Altacher werden nach der knappen Niederlage aus dem Hinspiel wohl in der Fremde das Spiel gestalten und daher viel Aufwand betreiben müssen. "Spielerisch sind wir heuer so stark wie nie zuvor in der Bundesliga", meint der rekonvaleszente Andreas Lukse aus der Beobachter-Rolle. Kristijan Dobras erinnert an gute Chancen im Hinspiel, die ausgelassen wurden: "Die wollen wir jetzt besser nutzen."

Der Traum von der Gruppenphase lebt also bei den Vorarlbergern nach wie vor: "Wir wollen dorthin", sagt Trainer Klaus Schmidt. "Nach sieben Spielen in der Qualifikationsphase ist die Gruppenphase nur noch 90 Minuten entfernt, und wenn ich sehe, wie unsere Spieler bisher die Auswärtsspiele gelöst haben, dann stimmt mich das positiv."

In der Tat hat Altach in der ersten Runde auswärts gegen Satschere in Georgien 1:0 und in der zweiten Runde gegen Brest in Weißrussland 3:0 gewonnen. In Runde drei gab es in Gent ein 1:1 mit vielen Topchancen auf den Sieg.