Sport | Bundesliga
21.07.2017

Die große Bundesliga-Vorschau

Wer fordert Salzburg, wer muss in die Relegation? Ein gewagter Blick in die Zukunft der Bundesliga-Saison.

Zum letzten Mal öffnet Österreichs Bundesliga am Samstag ihre Tore als Zehnerliga. Die Bewertung der Klubs im KURIER-Ranking:

1. Salzburg
Der Serienmeister hat Leistungsträger (Laimer, Wisdom) abgegeben. Aber wieder werden diese durch den qualitativ hochwertigen Kader problemlos wettgemacht. Auf zentralen Positionen müssen keine Neuen integriert werden. Mit Marco Rose bekam ein Trainer die Chance, der nicht nur den Klub, sondern viele der jungen Spieler in- und auswendig kennt.

2. Austria
Trainer Fink wurden die Wünsche mit Westermann, Friesenbichler und Monschein erfüllt. Auch mit einem Abgang von Kayode könnten die Wiener gut leben. Die Austria wirkt stabil und kompakt, sollte aus den Erfahrungen der letzten Saison gelernt haben. Salzburg ist (noch) nicht in Reichweite, man will wieder die Nr. 1 von Wien sein und im Europacup in die Gruppenphase gelangen. Beide Ziele sind realistisch.

3. Rapid
Mit nur einem Neuen (Bolingoli), der vorerst nur Ersatz ist, startet Rapid. Trotzdem soll alles besser werden nach der Katastrophensaison mit Platz 5. Warum das realistisch ist? Weil sich die Mannschaft von Chefcoach Djuricin verstanden fühlt und wieder das spielen darf, was sie am besten kann. Mit seinem Punkteschnitt aus dem Frühjahr hätte Djuricin hochgerechnet Platz 2 erreicht. Das ist auch möglich, wenn die Comebacks der Schlüsselspieler Schobesberger, Mocinic und Kvilitaia bald glücken.

4. LASK
Wieder einmal ist einem Aufsteiger die Europacup-Qualifikation zuzutrauen. Die Linzer verfügen über eine eingespielte, hochwertige Mannschaft und Fans, die (leider lediglich in Pasching) für Heimvorteil sorgen. Sollte die Systemumstellung von Trainer Glasner (auf ein 3-4-2-1) aufgehen, könnte der LASK zur positiven Überraschung werden.

5. Sturm
Die Europacup-Starter haben aktuelle Verletzungsprobleme (Schoissengeyr, Spendlhofer, Schulz), in der Offensive fehlen die Alternativen. Ein guter Liga-Start ist nötig, vielleicht helfen die bisherigen Europacup-Spiele, den Rhythmus zu finden.

6. Mattersburg
Mehr Stammspieler hat niemand verloren: Farkas, Atanga und Röcher trugen zum Höhenflug (Platz 2 in der Frühjahrstabelle) bei. Auch wenn ordentlicher Ersatz (teils wieder von Red Bull geliehen) geholt wurde, ist ein Platz in der zweiten Tabellenhälfte wahrscheinlich.

7. Admira
Mit Monschein hat nur ein Stammspieler die Südstadt verlassen. Seine Qualitäten könnten fehlen. Nun sind Spieler wie Starkl, Spiridonovic oder Grozurek endlich gefordert. Auch ohne den Torjäger sollte die Ausgeglichenheit und Qualität des Kaders groß genug sein, um nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Dazu hat Trainer Damir Buric im Frühjahr bewiesen, dass er ein Gespür für Weiterentwicklung von Talenten hat. Und die gibt es bei Admira zuhauf.

8. Altach
Der Europacup-Frühstarter steht vor einer heiklen Saison: Kann das Potenzial von 2016 (Winterkönig!) ausgeschöpft werden, oder ist der Frühjahrsabsturz realistischer? Coach Schmidt setzt trotz einiger Abgänge auf mehr Spielkultur in der Offensive und eine Viererkette in der Defensive.

9. St. Pölten
Der Platz aus der vergangenen Saison (9) muss auch Ziel für die beginnende sein. Mehr ist mit dem Kader, der in den kommenden Wochen noch verstärkt werden soll, kaum möglich. Nach dem Cup-Aus macht die unangenehme Auslosung die Lage für Trainer Fallmann nicht leichter: Zuerst bei Sturm, dann kommt Rapid, ehe es zu Aufsteiger LASK geht.

10. WAC
Die Wolfsberger konnten den Abstieg in der vergangenen Saison knapp vermeiden, auch diesmal ist Platz zehn (und die Relegation) in Reichweite, weil man qualitativ wohl nicht besser geworden ist. Die Kärntner werden sich wahrscheinlich in erster Linie mit St. Pölten ein heißes Duell liefern.