Admira gewinnt Chaos-Partie gegen Rapid

Fussball ; Admira - Rapid
Foto: Agentur DIENER/DIENER / Philipp Schalber Die Admira jubelt, die Rapid-Anhänger machen Probleme.

Das letzte Spiel der 4. Bundesliga-Runde wurde von einer Spielunterbrechung und einer hitzigen Schlussphase überschattet.

Die Admira feierte im letzten Spiel der vierten Bundesliga-Runde einen 3:1-Heimsieg gegen Rapid Wien. Schon nach 37 Sekunden führten die Hausherren nach einem Ballverlust von Rapid-Kapitän Schwab, den Marin Jakolis zur Führung ausnutzte. Rapid drückte in der ersten Hälfte auf den Ausgleich, fand aber nur bei einem Lattenschuss von Schwab gefährliche Chancen vor. Nach der Pause drehte die Admira auf, ein Doppelschlag von Ex-Rapidler Dominik Starkl nach einer Stunde sorgte aber für die Vorentscheidung.

Danach war die Partie lange Zeit unterbrochen, weil aus dem Rapid-Fansektor einmal mehr Gegenstände auf das Spielfeld geworfen wurden. Schiedsrichter Robert Schörgenhofer schickte die Spieler sogar in die Kabine, nach der Fortsetzung kam Rapid durch Joelinton nur noch zur Ergebniskorrektur. Die Hausherren vergaben in der Schlussphase zudem noch einige hochkarätige Chancen.


Fußball-Bundesliga - 4. Spieltag
SCR Altach Red Bull Salzburg 0:1 (0:0)
Austria Wien LASK Linz 2:0 (0:0)
SKN St. Pölten SV Mattersburg 0:0 (0:0)
Sturm Graz Wolfsberger AC 2:1 (1:0)
Admira Wacker Rapid Wien 3:1 (1:0)

Die Hütteldorfer begannen in der Südstadt erstmals mit Neuzugang Boli Bolingoli als Linksverteidiger. Der Belgier übernahm den Part des gesperrten Thomas Schrammel. Admira-Trainer Damir Buric nahm nach dem 1:5 gegen Salzburg zwei Veränderungen vor: Statt Fabio Strauss spielte Manuel Maranda in der Innenverteidigung. Marcel Holzmann musste auf der Bank Platz nehmen, da Maximilian Sax rechtzeitig fit wurde.

Ein Ballverlust des Ex-Admiraners Stefan Schwab im Mittelfeld bedeute schon nach wenigen Pässen Unheil für Rapid. Sax spielte die Kugel an Mario Sonnleitner vorbei auf Jakolis, der den Ball am herauseilenden Richard Strebinger vorbeispitzelte. Danach brauchte Rapid einige Zeit, um gegen den gut organisierten Kontrahenten zum Abschluss zu kommen. Irgendwie war immer mindestens ein Bein im Weg.

Rapid sucht den Ausgleich

In der 19. Minute köpfelte Kapitän Schwab aus kurzer Distanz an die rechte Stange, ein Schaub-Schuss wurde von Torhüter Andreas Leitner entschärft. Spätestens ab da hatten die Grün-Weißen die Partie unter Kontrolle und kamen dem Ausgleich mehrmals nahe. Louis Schaub fehlte in der 25. Minute bei zwei Schussmöglichkeiten der Nachdruck. Ein abgefälschter Versuch von Andreas Kuen senkte sich gefährlich, Leitner wehrte den Ball aber zur Ecke ab. Kurz vor der Pause blockte Thomas Ebner noch einen Schwab-Schuss ab.

72 Prozent Ballbesitz hatte Rapid in der ersten Hälfte gehabt. Dort konnte man nach Wiederbeginn aber nicht anschließen, da die Admira die Gäste früher beim Spielaufbau störte. Die Niederösterreicher nutzten ihre ersten beiden Chancen nach der Pause optimal: Nach Steilpass von Sax schob Starkl Strebinger den Ball durch die Beine, keine zwei Minuten später zirkelte er den Ball aus der Distanz hoch in die rechte Ecke.

Rapid-Fans sorgen für nächsten Skandal

Wut und Enttäuschung der Rapid-Fans entlud sich in Szenen, die an die Vorwoche erinnerten. Aus dem Gästesektor in der BSFZ-Arena flogen Getränkebecher und Fahnenstangen auf das Spielfeld - und wie beim Wiener Derby ordnete der Schiedsrichter eine kurze Unterbrechung an. Nach fünf Minuten ging es weiter.

Kurzfristig war die Admira dem vierten Tor gefährlich nahe. Sax (70.) scheiterte an Strebinger, Christoph Knasmüllner vergab aus guter Position. Dann geriet die Admira noch ins Wanken. Joelinton, der Leitner im Strafraum umkurvte und einschob, gelang der Ehrentreffer (78.). Der früher als erwartet zu seinem Comeback kommende Giorgi Kviliataia (81.) köpfelte an die Latte. Auf der Gegenseite vergab Starkl (83.) die Chance auf die endgültige Entscheidung, sein Schuss wurde auf der Linie geklärt. Murg hinderte den starken Sax (86.) am Abschluss.

Die Schlussoffensive der Rapidler brachte ebenso wie die an sich gefährlichen Konter der Admira nichts mehr ein. In der langen Nachspielzeit erhielt Murg die Rote Karte, nach einem Foul und weil er aus kurzer Distanz den Schiedsrichter-Assistenten anschoss.

Spieldaten

Admira Wacker 3:1 Rapid Wien

BSFZ-Arena, Maria Enzersdorf, 5.000 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Tor: 1:0 Jakolis (1.), 2:0 Starkl (63.), Starkl (65.), 3:1 Joelinton (78.)

Admira: Leitner - Zwierschitz, Wostry, Maranda, Ebner - Sax (86. Grozurek), Lackner (82. Strauß), Toth (60. Maier), Starkl - Knasmüllner - Jakolis

Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, Wöber, Bolingoli (81. Prosenik) - Auer (74. Kvilitaia), Schwab - Murg, Schaub (73. Keles), Kuen - Joelinton

Gelbe Karte: Toth (52.), Grozurek (90.) bzw. Auer (59.), Sonnleitner (71.), Joelinton (78.), Kvilitaia (78.), Keles (90.)

Rote Karte: Murg (90.+2)

Anmerkung: Die Partie musste zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil aus dem Rapid-Fansektor Gegenstände auf das Feld geworfen wurden.

Meinungen

Djuricin: "Wir wollten das Gesicht nicht verlieren"

Damir Buric (Admira-Trainer): "Vor der Pause war Rapid dominierend. Wir haben sehr diszipliniert gespielt, gut und konsequent verteidigt. Das Einzige, was mich gestört hat, war, dass wir diese zwei, drei Möglichkeiten nicht zu Ende gespielt haben. Umso mehr habe ich großen Respekt, wie wir nach der Pause aufgetreten sind. Die Spannung war nach dem 3:0 komplett weg. Aber jedenfalls war es ein verdienter Sieg. Schlecht war die Unterbrechung, da ist der Rhythmus irgendwie verloren gegangen. Am Schluss haben wir die Möglichkeiten auch nicht zu Ende gespielt."

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Wir haben die erste Hälfte komplett dominiert, sind durch einen Eigenfehler gleich am Anfang in Rückstand geraten. Wir hatten dann drei, vier gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Mit dem zweiten Tor wieder nach einem Eigenfehler sind wir auf die Verliererstraße gekommen. Aber in den letzten 15, 20 Minuten hat die Mannschaft Moral beweisen. Wir wollten das Gesicht nicht verlieren. Insgesamt war der Sieg der Admira verdient. Ich verstehe den Unmut der Fans. Wir haben die geilsten Fans, die es gibt, wenn wir gewinnen. Aber solche Vorfälle haben auf dem Fußballplatz nichts verloren."

(Kurier/APA / kai) Erstellt am
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