Sport 10.03.2013

Der Ex-Häftling hat noch immer nicht genug

Der Amerikaner Bernard Hopkins ist mit 48 Jahren und 50 Tagen der älteste Boxweltmeister.

Als Bernard Hopkins 1988 zum ersten Mal als Profiboxer in den Ring stieg, ging Tavoris Cloud in die erste Klasse der Volksschule. Mittlerweile ist Cloud 31 Jahre alt – und selbst Profi. Doch am Samstagabend unterlag der 17 Jahre jüngere Cloud in Brooklyn/New York dem mittlerweile 48-jährigen Hopkins nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten.

Der liebevoll „Grandpa Bernie“ bezeichnete Hopkins ist IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht – und damit der älteste Boxer, der je einen Titel in einem der großen Box-Verbände gewann. Bereits im Mai 2011 hatte Hopkins mit dem Sieg gegen den Kanadier Jean Pascal George Foreman als ältesten Boxweltmeister der Geschichte abgelöst.

„Ich fühle mich prächtig. Jetzt genehmige ich mir erst einmal eine Topfentorte“, sagte der Oldie. Der Erfolg fühle sich noch besser an als vor zwei Jahren: „Weil ich jetzt älter bin.“

Hopkins wurde am 15. Jänner 1965 in Philadelphia geboren. Schon früh rutschte er in die Kriminalität ab, 30-mal wurde er verurteilt – wegen Drogenbesitzes, Körperverletzung und Raub. Im Alter von 17 Jahren wurde der talentierte Jung-Boxer zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt. Doch in der Haft gab Hopkins nicht auf, er trainierte weiter, konvertierte zum Islam und kam nach fünf Jahren auf Bewährung frei. Kurz nach seiner Haftentlassung wechselte er ins Profilager. Seitdem stand Hopkins 470 Runden im Ring, er gewann unter anderem gegen Oscar De La Hoya und Roy Jones junior und wurde mit vielen Millionen Dollar Börse entschädigt.

Noch immer verfügt der 48-Jährige über tolle Reflexe. „Je weniger du getroffen wirst, desto klarer kannst du noch sprechen und dein Geld zählen“, sagt er. Dennoch hat er sich ein ein Limit gesetzt: Nach seinem 50. Geburtstag will er nicht mehr in den Ring steigen.

( Kurier ) Erstellt am 10.03.2013