Sport
03.05.2018

Boxer-Serie, Teil 2: Nicole Wesner, Powerfrau mit Köpfchen

Die Akademikerin warf einen Spitzenjob hin und wurde mit 32 Boxerin. Nun ist sie Weltmeisterin.

Nein, auf den ersten Blick würde man meinen, die Dame modelt oder arbeitet als Stewardess. Oder sonst irgendwo. Aber Boxerin? Nicole  Wesner erfüllt nicht das gängige Klischee. Und ihre Geschichte gleicht nicht wirklich den großen Boxer-Märchen.

"Ich habe mich gewissermaßen nach unten gearbeitet", sagt die in Deutschland geborene Wienerin. Nach unten?  2010 hat sie  etwas getan, was ihr in ihrem Umfeld viel Kopfschütteln und im besten Fall Staunen eingebracht hat. Sie schmiss ihren gutbezahlten Job als Produktmanagerin eines Medizinprodukte-Unternehmens hin, tauschte den Computer mit Boxhandschuhen und ließ die Fäuste sprechen. Hartes Training anstelle von Urlaub und schnellen Autos, verschwitzte Leiberl statt Designer-Kleider. Während die typischen Boxfilme aus Hollywood beschreiben, wie sich jemand von ganz unten nach ganz oben boxt, so wählt Nicole Wesner freiwillig genau den umgekehrten Weg, um ihre Leidenschaft zu folgen.

Und dies nicht mit blutjungen Jahren, Wesner war 32. Sie begann in einem Alter, wo andere schon ans Aufhören dachten und die meisten ihr Vorhaben in den ersten Jahren noch ausreden wollten. Ans Aufhören denkt sie jedoch noch lange nicht.“Jetzt geht es erst richtig los!"

Ein erfolgreicher Weg im Ring begann. 2011 wurde die Leichtgewichtlerin bereits Staatmeisterin, ein Jahr später feierte sie ihr Profi-Debüt, seit 2014  darf sie sich Weltmeisterin auf die Visitenkarte schreiben. Und mittlerweile kommen auch die Sponsoren. Während sie sie vor acht Jahren bereit war, ihren Wohlstand und Status aufzugeben, um wieder ganz von vorne anzufangen, so ist sie mittlerweile Werbegesicht von einigen Unternehmen, derzeit in 2 TV-Spots zu sehen und gefragte Key Note Speakerin in Unternehmen. Dabei waren die Zeiten in ihrem Metier schon schlechter. "In den vergangenen zwei Jahren erleben wir eine kleine Renaissance. Gemeinsam mit der Steirerin Eva Voraberger dominiertdie 40-Jährige Österreichs Damen-Box-Szene.

Die Vielseitigkeit der studierten Wirtschaftswissenschaftlerin  endet aber nicht im Ring. Wesner ist Zen-Buddhistin, ausgebildete Yogalehrerin seit drei Jahren ist sie regelmäßig im ORF Yogamagazin zu sehen) und spricht sechs Sprachen.  "Ich habe immer gezeigt, dass man auch das Unmögliche möglich machen kann, wenn man es wirklich will." Vielleicht war genau dass der Grund, dass sie als Testimonial einer Drogeriekette ausgewählt wurde. Als Powerfrau mit Köpfchen

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