Sport
05.12.2011

Belgischer Sieg bei 6. Ö-Tour-Etappe

Greg Van Avermaet setzt im Zielsprint einer Ausreissergruppe. Fredrik Kessiakoff bleibt Gesamtleader

Trotz des starken Windes als zusätzlichem Stressfaktor haben die Besten der Gesamtwertung der Österreich-Rundfahrt ihre Positionen vor der entscheidenden Etappe behalten. Der Schwede Fredrik Kessiakoff nimmt das Einzelzeitfahren in Podersdorf am Samstag (12.00 Uhr) mit 1:18 Minuten Vorsprung auf den Italiener Mauro Santambrogio und 1:26 auf den Tschechen Leopold König in Angriff. Der Tiroler Thomas Rohregger, der einen Sturz fast unbeschadet überstand, kämpft als Fünfter (1:46 zurück) um seinen dritten Top-3-Platz in der heimischen Rundfahrt.

Den Sieg auf dem 6. Abschnitt von Hainburg nach Bruck/Leitha (155 km) sicherte sich der Belgier Greg van Avermaet im Sprint einer neunköpfigen Spitzengruppe, die sich nur sechs Sekunden vor dem Feld ins Ziel rettete. Der 26-Jährige freute sich über seinen ersten Saisonsieg. "Ich hatte das ganze Jahr eine gute Form, war bei Mailand-San Remo in den Top Ten, aber ein Sieg ist mir nicht gelungen. Darum bin ich sehr glücklich", sagte Ex-Vuelta-Etappensieger Van Avermaet

Verletzungspause

Er hatte im Sprint nur vor Daniele Bennati Respekt gehabt. Doch der Italiener ist in seinem ersten Rennen nach einer langen Verletzungspause noch nicht in Topform, er wurde immerhin Dritter hinter dem Iren Matthew Brammeier. In der Spitzengruppe hatte sich zunächst auch der Vorarlberger Dominik Brändle befunden, er hielt aber das Tempo nicht mit und kam mit mehr als 14 Minuten Rückstand ins Ziel. Als bester Österreicher landete Stefan Kirchmair (Tyrol) an der 19. Stelle. Das Feld hatte sich wegen des Starkwindes im Marchfeld schon geteilt, die Teams der Asse passten aber gut auf und vermieden einen Zeitverlust für die Besten.

Rohregger war 2007 nach schwachem Zeitfahren Gesamt-Zweiter der Österreich-Tour und hatte 2008 triumphiert. Diesmal fehlen ihm 20 Sekunden auf einen Top-3-Platz. "30 Kilometer sind relativ lang", sagte der 28-Jährige, der sich im Zeitfahren weiter gesteigert hat. "Ich fühle mich auf der Zeitfahrmaschine sehr wohl, ich will einen Podestplatz."

Für Rohregger gab es auch eine Schrecksekunde, als er rund 30 km vor dem Ziel zu Sturz kam. "Das Vorderrad ist weggerutscht, ich habe mich etwas aufgeschürft, aber es war halb so schlimm", erklärte der Profi des Teams Leopard-Trek. Er fand auf dem Rad eines Kollegen rasch wieder Anschluss an das Feld.

Zeitfahren

Im Zeitfahren droht ihm allerdings auch Gefahr von hinten. Denn Denis Mentschow, der Vorjahrs-Dritte der Tour de France und Giro-Sieger von 2009, gilt als Spezialist und hat als Neunter 1:25 Minuten Rückstand auf den ÖRV-Profi. In Topform würde er das sicher aufholen, der Russe sitzt aber erstmals nach einer Rennpause wieder im Sattel. "Meine Form steigt, ich werde voll fahren", kündigte der Star aus dem Team Geox an.

Kassiakoff war im Ziel erleichtert. "Das war nicht nur ein bisschen, sondern sehr viel Stress wegen dem starken Wind", sagte der Astana-Fahrer. "Aber mein Team hat mich bestens unterstützt. Er sieht dem Zeitfahren gelassen entgegen. Ich weiß nicht, wie stark meine Rivalen sind und weiß nicht einmal, wie stark ich selbst im Zeitfahren bin", sagte der 31-Jährige. "Stress spüre ich jedenfalls keinen."