Sport
05.08.2017

Beach-WM: Doppler/Horst im Semifinale

Das österreichische Duo sorgte im Viertelfinale für die Sensation und hat gute Medaillenchancen.

Erst erreichen Österreichs Fußballerinnen sensationell das Semifinale der Europameisterschaft, dann schaffen Clemens Doppler und Alexander Horst die Sensation der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft auf der Wiener Donauinsel und stehen im Semifinale am Sonntag (11 Uhr) gegen die Russen Nikita Ljamin und Wjatscheslaw Krasilnikow.

Österreichs Sport sorgt in diesen Tagen für historische Erfolge.

Acht Satzbälle vergeben

Clemens Doppler (36) und Alexander Horst (34) waren schon die ersten österreichischen Herren in einem WM-Viertelfinale. Und dort besiegten sie die polnischen Unter-23-Weltmeister von 2013, Piotr Kantor (25) und Bartosz Losiak (25), mit 2:1 (-31, 18, 11). Es war ein Spiel, das nach dem ersten Satz normalerweise nicht mehr gewonnen werden kann: Acht Satzbälle hatten die Polen abgewehrt. "Bei anderen Turnieren verlierst du nach so einem Satz hoch", sagt Alex Horst. Nicht so bei der Heim-WM, bei der 10.000 Zuschauer die Österreicher fanatisch anfeuerten. Doppler sagt dankend: "Sie tragen zu einem Drittel zu unserem Erfolg bei. Sie sind unser dritter Mann."
Spaß und Routine

Tränen beim Präsidenten

Und das oberösterreichisch-wienerische Duo hat genug Erfahrung mit solchen Situationen. "Wir haben extrem viel Spaß. Auch wenn das wieder eine sehr schwere Partie war", sagt Doppler, der nach dem Matchball lange vom scheidenden Verbandspräsident Peter Kleinmann umarmt wurde. Dem 69-Jährigen kullerten danach die Tränen über die Wangen: "Was soll’s? Dann sieht es halt jeder, wie ich plärre. Ich freue mich so sehr für die beiden. Und darüber, dass dieses Turnier so ein Erfolg ist."

Alexander Horst hat bei der WM einen mühevollen Job: Die meisten Gegner servieren konsequent Doppler an und wollen ihn so zermürben. Selten, aber doch, kommt dann ein Service auf Horst. Offenbar geht diese Taktik nicht auf. "Aber mühsamer ist es für Clemens", wehrt Horst ab.

Der Semifinalgegner

Der heutige Gegner aus Russland ist ein großes Kaliber. Der 2,03 Meter große Ljamin wurde mit viel Geld vom Verband aus der Halle losgeeist, wo er Mittelblocker war.

Österreichs Trainer Robert Nowotny betont: "Wir müssen ihn vom Netz fernhalten und Druck mit dem Service machen. Dann haben wir eine Chance." Beim Europa-Turnier in Baden haben Doppler/Horst gegen die Russen gewonnen, auf der World Tour in Moskau verloren.

Das zweite Semifinale bestreiten um 10 Uhr Varenhorst/Van Garderen (NED) und Evandro/Loyola (BRA).