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Erling Haaland provoziert mit seinen Jubelgesten.

© APA/AFP/PATRIK STOLLARZ / PATRIK STOLLARZ

Sport
03/21/2020

Abseits des Coronavirus: Wenn Sportstars zu Streithansln werden

Die beiden Starstürmer Neymar und Haaland gerieten in den sozialen Netzwerken aneinander. Ihr Streit ist aber kein Einzelfall.

von Stephan Blumenschein, Florian Plavec

Beste Freunde werden Neymar Junior und Erling Haaland wohl nicht mehr werden. Die Starstürmer lieferten sich rund um das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale zwischen Paris Saint-Germain und Borussia Dortmund (2:0) in den sozialen Medien einen offenen Schlagabtausch.

Der Ex-Salzburger Haaland hatte auf Snapchat vor dem Spiel zu einem Selfie mit Paris-Schriftzug geschrieben: „Meine Stadt, nicht eure.“ Darauf folgte die Reaktion des Brasilianers. „Deine Stadt ist in Norwegen, Bruder, geh zurück! Paris ist unsere Stadt, nicht deine“, schrieb Neymar.

Während der Partie hatten die PSG-Spieler inklusive Neymar schon jene Jubelgeste kopiert, mit der der norwegische Shooting-Star einen Treffer beim 2:1-Hinspielsieg der Dortmunder gefeiert hatte. Haaland hatte im Türkensitz gejubelt. Dass ein Foto mit dem Norweger in dieser Pose von den Dortmundern kurz vor dem Rückspiel getwittert worden war, hatten die Pariser als Provokation angesehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sportstars aneinandergeraten. Der KURIER hat im Archiv gekramt und einige Streithansln in den diversesten Sportarten gefunden ...

  • Sebastian Vettel vs. Mark Webber

Die Rivalität der beiden Red-Bull-Piloten in den Jahren 2009 bis 2013 war eine der schärfsten in der Formel 1 in diesem Jahrtausend. Jahr für Jahr kämpften der Australier und der Deutsche im besten Auto um die WM, Jahr für Jahr hieß der Sieger Vettel. 2010 in Istanbul krachte es auf der Rennstrecke, drei Jahre später in Malaysia überholte Vettel Webber entgegen der Teamanweisung. In seiner Autobiografie enthüllte Webber: „Sebastians Arroganz hat dazu geführt, dass er es einfach nicht verstanden hat, wenn etwas falsch gelaufen ist.“

  • Ayrton Senna vs. Alain Prost

In der Königsklasse des Motorsports geht es besonders oft rund: Das Hass-Duell der vom Ehrgeiz besessenen McLaren-Piloten Ayrton Senna und Alain Prost gipfelte im Jahr 1989 in der Karambolage von Suzuka. Der Brasilianer setzte vor der Schikane zum Überholen an, Prost tat, was er angekündigt hatte, fuhr Senna ins Auto und fixierte den WM-Titel. Der Franzose verließ McLaren im Streit und wechselte zu Ferrari. Ein Jahr später kam es wieder zum Duell. Wieder in Suzuka. Senna hatte die Demütigung nicht vergessen: Er schoss Prost in der ersten Kurve aus dem Rennen – und gewann die WM.

  • Nancy Kerrigan vs. Tonya Harding

Die Rivalität der beiden Eiskunstläuferinnen aus den USA wurde sogar von Hollywood verfilmt. 1994 gab es den unrühmlichen Höhepunkt: Ein von Hardings damaligem Ehemann engagierter Attentäter verletzte Kerrigan beim Training für die US-Meisterschaften schwer am Knie. Harding wurde lebenslang gesperrt. Rechtskräftig verurteilt wurde sie lediglich wegen Behinderung der Ermittlungen: drei Jahre Freiheitsentzug auf Bewährung, 500 Stunden gemeinnützige Arbeit (Harding musste in einem Seniorenheim kochen und waschen) und eine Geldstrafe von 160.000 Dollar.

  •  Thomas Muster vs.  Horst Skoff

Zwei Tennisstars zur gleichen Zeit –  das war für ein kleines Sportland wie Österreich einer zu viel. Vieles spielte sich auch auf zweiter Ebene ab – zwischen den Managern, Walter Lutschinger (Skoff) und Ronnie Leitgeb (Muster). „Das wurde ein bisschen hochgespielt und vor allem von unseren Managern verstärkt“, sagte Thomas Muster einmal zum KURIER. Als sein Konkurrent  2008 viel zu früh verstarb, meinte die ehemalige Nummer 1 der Tenniswelt: „Horsti hat mich über viele Jahre meiner Karriere begleitet, herausgefordert, motiviert und zu Höchstleistungen getrieben.“

  • Kobe Bryant vs. Shaquille O’Neal

Die beiden NBA-Superstars spielten acht Jahre bei den Los Angeles Lakers, selbst ein Wechsel von O’Neal zu Miami Heat konnte den Streit nicht beenden. O’Neal war bei den  Beschimpfungen besonders kreativ: Er verglich Bryant mit einem Sportwagen, „und wir alle wissen, was mit einer Corvette passiert, die in eine Steinmauer kracht. Er ist die Corvette. Ich bin eine Steinmauer. Es ist klar, wie das ausgeht.“  

  • Annie Friesinger vs. Claudia Pechstein

„Zickenkrieg“ nannte der Boulevard die Eiszeit zwischen den beiden deutschen Eisschnellläuferinnen. Claudia Pechstein meinte über ihre Erzrivalin Anni Friesinger sogar: „Wenn Blicke töten könnten, wäre ich nicht mehr unter den Lebenden.“

  • Mike Tyson vs. Evander Holyfield

Im Boxen gab es viele Rivalitäten. Legendär ist besonders das Rundherum bei den Kämpfen von Muhammad Ali gegen Joe Frazier und gegen George Foreman. Aber was sich am 28. Juni 1997 im MGM-Grand-Hotel in Las Vegas abspielte, stellte wohl alles in den Schatten, was davor und danach in einem Boxring geschah. In der dritten Runde verlor Tyson die Nerven, biss WBA-Weltmeister Holyfield ein Stück von seinem Ohr ab und spuckte es auf den Boden. „Er war doch völlig außer Kontrolle, er war extrem verzweifelt. Ich glaube, wenn er in dem Moment eine Waffe gehabt hätte, hätte er um sich geschossen“, sagte Holyfield 20 Jahre nach dem Skandal.

  •  Uli Hoeneß vs. Christoph Daum

Der langjährige Zwist der beiden Alphatiere mündete in einem der größten Skandale im deutschen Fußball. Nachdem Daum 2000 als designierter DFB-Teamchef vorgestellt wurde, meinte Hoeneß in einem Interview mit der Münchner "Abendzeitung":  „Der DFB kann doch keine Aktion ‘Keine Macht den Drogen‘ starten und Herr Daum hat vielleicht damit etwas zu tun.“ Der Angesprochene beteuerte wiederholt seine Unschuld und gab sogar eine Haarprobe ab. Durch diese wurde ihm Kokainmissbrauch nachgewiesen. Daum verlor seinen Trainerjob bei Bayer Leverkusen, und auch der DFB löste den Vertrag mit ihm.

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