Golf-Superstar Tiger Woods

© APA/AFP/GETTY IMAGES/CHRIS TROTMAN

Sport
04/13/2020

13. April 1997: Der Tag, der die Sportwelt veränderte

Ein 21-jähriger Afroamerikaner gewinnt das wichtigste Golfturnier der weißen Elite. Die Geschichte von Masters-Sieger Tiger Woods.

von Philipp Albrechtsberger

Es hätte der erste große Golf-Sonntag im Jahr 2020 werden sollen. Und keine Frage, Tiger Woods hätte gestern beim geplanten Finaltag des Masters in Augusta in jedem Fall eine Hauptrolle gespielt. Entweder der amerikanische Superstar wäre im Rennen um seinen 16. Major-Sieg gewesen oder er hätte als Titelverteidiger dem Gewinner bei der Siegerehrung in das legendäre grüne Sakko geholfen.

Es kam anders. Das wichtigste Golfturnier der Welt ist wie so ziemlich jede Veranstaltung verschoben, im Fall vom Masters auf Mitte November. Der Stillstand hindert Tiger Woods freilich nicht, auch derzeit in aller Munde zu sein. 

Nicht nur, dass Rechteinhaber CBS die Finalrunde von Tiger Woods beim Masters 2019 noch einmal in voller Länge übertrug. Der mittlerweile 44-Jährige begeht an diesem Montag auch einen emotionalen Jahrestag. 23 Jahre ist es her, als der Kalifornier im elitären Augusta National Club die Sportwelt beeindruckte und erschütterte. In seinem erst zweiten Jahr als Profi gewann der damals 21-Jährige das Masters (siehe Video).

Nie zuvor war der Gewinner des wichtigsten Golfturniers der Welt jünger, nie zuvor war der Vorsprung auf den Zweitplatzierten größer (18 Schläge), nie zuvor schlüpfte ein Schwarzer in das prestigeträchtige grüne Sakko für den Sieger.

Ich habe alle Sterblichen geschlagen." 

Tom Kite | Zweiter beim Masters 1997

Auch der blutjunge Sieger war sich der gesellschaftlichen Tragweite seines Triumphes bewusst. Noch acht Jahre vor dem Coup war dunkelhäutigen Menschen die Mitgliedschaft im erzkonservativen Privatclub im US-Bundesstaat Georgia unmöglich. "Mein Sieg wird viele Türen öffnen und Menschen zum Golf bringen, die vorher nicht dran gedacht hatten", ahnte Woods damals.

Er sollte recht behalten. Laut der Studie einer US-Universität bescherte der neue Golfstar seinem Exklusiv-Ausrüster Nike bereits in den ersten Jahren fünf Millionen neue Kunden. An der Zugkraft des populärsten Athleten seiner Zunft hat sich bis heute nichts geändert.

Logisch, dass auch Woods selbst davon kräftig profitiert hat. Der Superstar hat es als erster Sportler Zeit seiner aktiven Karriere zum Milliardär gebracht. Erst kürzlich machten Meldungen die Runde, dass es Fußballer Cristiano Ronaldo als erst dritter Athlet in diesen illustren Kreis geschafft hat.

Dieser erste große Erfolg hat nicht nur die Golf- und die Sportwelt verändert, sondern auch Tiger Woods. Insgesamt fünf Mal hat er bisher an der Magnolia Lane triumphiert, im letzten Jahr krönte er an Ort und Stelle ein kaum mehr für möglich gehaltenes Comeback mit dem ersten Major-Erfolg nach elf Jahren. Doch nur das Masters von 1997 war dem Amerikaner ein Buch wert: "Das 1997er-Masters: Meine Geschichte."

Dass er auch in der Corona-Quarantäne an das spezielle Turnier und den magischen Ort denkt, beweist ein aktuelles Foto von seinem Anwesen. Es zeigt eine kleine Allee aus Topfpflanzen, an deren Ende die Masters-Fahne zu sehen ist.

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