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Special Challenge
07/11/2016

Lohnt es sich noch, Biobäuerin zu werden?

Eine der vielen Fragen bei der Berufsentscheidung: Lohnt es sich eigentlich noch, diesen Job zu ergreifen?

von Valerie Pechhacker

KURIER: Lohnt es sich noch, Biobäuerin zu werden?
Catherine Metzker: Ja, natürlich, man kann nicht genug auf die Umwelt achten, und der Markt für Biolandwirtschaft ist auch da. Landwirt ist ein Beruf, der nie aussterben wird.

Welche Form der Landwirtschaft betreiben Sie?

Wir betreiben Ackerbau, Feingemüseanbau und bauen auch Tafeltrauben an.

Was ist das Schönste an der Arbeit?
In der Natur zu arbeiten und dass ich jederzeit ins Feld gehen kann, ohne mir Sorgen über aggressive Spritzmittel machen zu müssen.

Was muss man als Biobäuerin besonders gut können?

Beobachten, die Natur verstehen und spontan sein, besonders weil man mit dem Wetter arbeiten muss.

Was machen Sie weniger gerne?

Jeder meiner Arbeitsschritte hängt zusammen und jeder dieser Schritte ist notwendig für den Betrieb, deswegen mache ich sie auch gerne.

Wie wird man Biobäuerin?

Entweder man wächst auf einem Betrieb auf, den man übernehmen kann, oder man gründet selbst einen. Das ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich, es gibt viele Quereinsteiger.

Welche Unterschiede gibt es für Männer und Frauen in diesem Beruf?

Die Landwirtschaft ist eine Männerdomäne, wobei es aber auch einige Frauen gibt, die sehr erfolgreich sind und dadurch akzeptiert werden.

Wie familienfreundlich ist Ihr Beruf?

Sehr familienfreundlich, weil man flexibel ist. Langfristig zu planen ist schwierig, aber es gibt Zeiten wo es wieder ruhiger ist.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Während der Saison bin ich um 6 Uhr am Betrieb, mache die Einteilung für die Saisonarbeiter und danach alles, was ansteht: anbauen, Gemüse pflegen. Man arbeitet meist bis Sonnenuntergang. In der Ruhephase sind die Arbeitstage kürzer.

Wie viel verdienen Sie?

Das ist ernteabhängig und kommt darauf an, wie man wirtschaftet, aber man kann gut davon leben.

Welche Förderungen bekommen Sie als Biobäuerin?

In Österreich bekommt man Förderungen pro Hektar, abhängig davon, ob man nur Bio hat oder auch Naturschutzflächen und seltene Kulturen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?

Sehr viele, weil sich der Markt stetig verändert und man sich mit ihm entwickeln muss.

Was würden Sie jungen Leuten raten die Biobäuerin oder Biobauer werden wollen?

Sich gut mit der Materie auseinanderzusetzen und an Bio zu glauben. Es nur wegen der Förderungen zu machen, zahlt sich nicht aus.

Biobäuerin Catherine Metzker, 23, hat dieses Jahr den Biohof Metzker in Pachfurth übernommen
www.metzker.at