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02/14/2017

Ski-WM: Für Pum ist St. Moritz die "WM der Überraschungen"

Für ÖSV-Sportdirektor Hans Pum sind die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz auch "eine WM der Überraschungen". Nicht zuletzt bescherten ihm Österreichs Damen dieses Gefühl. "Es herrschen andere Gesetze, es spielen so viele Faktoren mit eine Rolle. Man sieht, wie jene unbeschwert locker drauflosfahren, wo die Erwartungen nicht so hoch sind. Auf einmal sind sie vorne", sagte Pum.

Von den Topfavoriten auf Gold hätten es in den Abfahrten Beat Feuz und Ilka Stuhec geschafft. "Aber sonst gab es viele Überraschungen. Das macht auch den Sport so interessant." Österreich bilanziert nach sechs Einzelrennen und dem Teambewerb mit fünf Medaillen. Nicole Schmidhofer gewann sensationell Super-G-Gold, in der Abfahrt schlugen Stephanie Venier mit Silber und Max Franz mit Bronze, in der Kombination Marcel Hirscher mit Silber und Michaela Kirchgasser mit Bronze zu. Bitter war freilich der für den Titelverteidiger medaillenlos verlaufene Teambewerb am Dienstag.

"Es ist natürlich positiv, wenn man in jedem Einzelbewerb außer einem eine Medaille gemacht hat", sagte Pum zur APA - Austria Presse Agentur. "Es waren bis jetzt gute Bewerbe, spannende Bewerbe. Auch organisatorisch ist im Endeffekt alles okay. Außer die Piste im Kombi-Slalom, aber das ist was anderes." Die war viel zu weich, die späteren Nummern und damit Besten der Abfahrt hatte keine Chance mehr.

Ein Wermutstropfen sei die Verletzung von Mirjam Puchner im Abfahrtstraining, sagte Pum. "Das tut mir wirklich leid. Sonst, und das habe ich eh' vorher schon gesagt, haben wir eine Damenmannschaft mit Überraschungspotenzial. Und sie haben mich überrascht, weil sie wirklich so stark drauf sind und das so gebracht haben. Dass sie was drauf haben, wusste ich. Aber dass sie es mit so einer Coolness bringen, das ist wirklich erfreulich."

Mit Eva-Maria Brem (Riesentorlauf), Carmen Thalmann (Slalom) und Cornelia Hütter (Speedbewerbe) sind auf dem Weg zur WM jeweils Österreichs Stärkste ihrer Disziplin ausgefallen. Man habe im Weltcup gesehen, dass die Athletinnen gewisse Streckenabschnitte ganz gut fahren, aber es nicht runtergebracht haben. "Jetzt bringen sie es durch. Ich muss alle loben, die Läuferinnen, die Trainer, die ganzen Firmenbetreuer, die miteinander sehr viel bewirkt haben."

Pum verwies mehrmals auf die anderen Gesetze bei Weltmeisterschaften, deshalb sei auch bei den Damen in den technischen Bewerben alles offen. "Ich traue unseren zu, dass sie auch da noch Überraschungen bringen."

Auf Herrenseite blieb der Super-G die medaillenlose Disziplin für Österreich, doch da sei alles knapp beieinander gewesen, meinte Pum. Vincent Kriechmayr war als bester Fünfter. "Wir haben gesehen, was für eine Leistungsdichte bei den Herren da ist. Das ist unglaublich, wie viele da gewinnen können. Und auch da hat man gesehen, dass viele der Favoriten im Ziel lange Gesichter hatten."

So haben die Norweger bisher durch Kjetil Jansrud mit Super-G-Silber nur eine Medaille auf der Habenseite, dafür aber drei vierte und einen sechsten Platz durch Aleksander Aamodt Kilde und Jansrud. "So kann es gehen. Und von ihnen sagt man, sie haben die stärkste Speed-Mannschaft im ganzen Winter. Das haben sie gezeigt. Aber hier ist WM."

Erfreut ist Pum über die gute Stimmung in der Mannschaft. "Unsere Leute sind gut eingestellt, sie helfen alle zusammen. Was mich freut und mir gefällt, ist, dass sie sich miteinander freuen, Damen und Herren. Dass es dem einen oder der anderen in den ersten Tagen nicht so gut gegangen ist, haben wir gut weggesteckt."

Dass man bei der WM auch Glück braucht, zeigte die Kombination der Herren. Da eröffnete der Schweizer Luca Aerni den Slalom und verließ die Spitzenposition nicht mehr. "Marcel hat das Gleiche gehabt in Beaver Creek. Aber wenn er dort nach der Abfahrt 31. wird, gewinnt er nichts mehr." Um eine Hundertstel nicht Gold zu gewinnen, sei "natürlich hart", sagte Pum zur Kombi-Silbernen von Hirscher.

In einen Flow befinden sich die Schweizer. "Das ist das, was du dir als Heimmannschaft wünscht. Das muss man anerkennen. Für die ganze Stimmung ist es gut. Es sind sehr interessante und spannende Bewerbe mit einer guten Atmosphäre. Aber trotzdem wollen wir vorne sein. Wir wollen haben, was geht. Das ist unser Ziel. Und wir werden alles dransetzen."

Ohne Gold bereits zu Ende gegangen ist die WM beispielsweise für die Schweizerin Lara Gut, die sich beim Einfahren für den Kombi-Slalom schwer das Knie verletzt hat, und Weltcup-Rekordsiegerin Lindsey Vonn aus den USA, die nach Abfahrts-Bronze aber "glücklich" abreiste, wie sie versicherte.

Auf einen Titel warten auch noch die hoch favorisierten Norweger, US-Amerikaner und Italiener, die Franzosen haben zumindest Team-Gold. Henrik Kristoffersen, Alexis Pinturault, Tessa Worley, Mikaela Shiffrin, Manfred Mölgg, Federica Brignone und Sofia Goggia könnten es bei den verbliebenen vier Einzelrennen aber noch richten. Die Herausforderer: Beispielsweise Felix Neureuther (GER) und Frida Hansdotter (SWE). Und die Schweiz würde mit Wendy Holdener liebend gerne nochmals nachlegen.

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