ski-wm-news 12.02.2017

Schmidhofer zum Ausklang 16., aber Dienstag wird gefeiert

Mit Platz 16 in der Abfahrt hat sich Nicole Schmidhofer von der WM in St. Moritz verabschiedet. Fünf Tage nach ihrem Sensations-Coup mit Gold im Super-G war die Steirerin nicht zufrieden. Aber bereits ihr nächster Programmpunkt ist wieder ein erfreulicher. Dienstagabend wird in der Heimat groß gefeiert. "Das Lachtal wird beben", versprach Schmidhofer.

"Es war sicher nicht so, dass nach Gold die Luft draußen gewesen wäre. Aber das hier liegt mir in der Abfahrt einfach nicht", erklärte Schmidhofer ihren 16. Platz. "Ich bin ein Linienpicker. Hier muss man die Ski aber einfach nur laufen lassen. Meine Fahrt war schön, aber nicht schnell. Es war echt ungut, dass Samstag kein Training mehr war." Dennoch sei die WM-Woche "genial" gewesen. "Der Super-G war meine beste Chance. In der Abfahrt war ich nicht einmal sicher, ob ich im Aufgebot stehe."

Nun kommt es am Dienstag um 18.30 Uhr vor dem heimatlichen Cafe Hannes zum großen Empfang für die Weltmeisterin. "Man wird es nicht verfehlen können", sagte Schmidhofer lachend. Mitfeiern wird "Nachbarin" Ramona Siebenhofer, die aus dem nahen Krakau kommt und mit "Baustoff + Metall" den gleichen Kopfsponsor wie Schmidhofer und Silbermedaillengewinnerin Stephanie Venier hat. Firmenchef Christian Kristinus hatte Schmidhofer einst kennengelernt, weil er ein Wochenendhaus im Lachtal hat. Er hatte der Rennläuferin geholfen, als sie aus dem Kader geflogen war. Heute sponsert er gleich drei ÖSV-Damen.

Das Erfolgsgeheimnis am Samstag sei aber der "Glückssaft" gewesen, erzählte Schmidhofer. Ein Getränk, dass ihr Venier am Saisonbeginn erstmals angeboten hatte. "Was es ist, verrate ich nicht", scherzte Schmidhofer. "Ich habe ihr gesagt, sie soll zwei Mal trinken. Für jeden Fuß einmal. Es hat offenbar funktioniert."

Schmidhofer tat einen Luftsprung, als Venier als Silbermedaillen-Gewinnerin feststand. Es ist bezeichnend für die ÖSV-Damen, die bis zur WM wegen fehlender Erfolge vielfach kritisiert worden waren. Nur drei Podestplätze hatten sie mitgebracht, nun haben sie in drei WM-Rennen drei Medaillen geholt.

"Es ist den ganzen Winter nur um das blöde Podest gegangen", sagte Ramona Siebenhofer nach Platz neun. "Aber unser Trainer Roland Assinger hat gesagt, wir sollen cool bleiben. Sie haben das so getimt, dass es heuer bei der WM passt. Das haben sie wirklich cool gemacht."

In der Damenmannschaft könne sich jede für jede mitfreuen, betonte die Steirerin. Es ist mittlerweile eine eingeschweißte Truppe. "Steffi hat mich bedauert, weil sie meinte, ich hätte das auch drauf gehabt", erzählte Schmidhofer. "Es ist cool ein Team zu haben, wo eine selbst im größten Glück an andere denkt."

Siebenhofer erklärte den guten Teamgeist so: "Wir sind alle etwa im gleichen Alter und haben gewisse Regeln." So gibt es etwa beim Abendessen kein Handy, "damit wir miteinander reden. Auch bei den Konditionskursen machen wir immer als Team coole Sachen. Da legt der 'Roli' (Abfahrtstrainer Roland Assinger) großen Wert darauf."

Wo so viel Zusammenhalt ist, ist der Erfolg nicht weit, ist sich Siebenhofer sicher. "Wenn man sich im Weg steht, ist es schwieriger, erfolgreich zu sein." Zu ihrer Platzierung meinte sie: "Schade, wenn man weiß, dass man es kann. Ich war einfach zu brav unterwegs."

Ähnlich tönte Christine Scheyer als zweitbeste Österreicherin. "Am Anfang habe ich mich geärgert, aber am Ende ist Platz sechs ein gutes Ergebnis", meinte die Vorarlbergerin, trauerte aber auch einem besseren Resultat nach. "Die Abfahrt war sicher meine beste Chance, das ist ja meine Spezial-Disziplin."

( Agenturen , ral ) Erstellt am 12.02.2017