ski-wm-news 10.02.2017

Goggia nach Kombi-Abfahrt voran - Kirchgasser Elfte

Mit 1,33 Sekunden Rückstand auf die Italienerin Sofia Goggia geht Michaela Kirchgasser am Freitag nach der Abfahrt bei der alpinen Kombination in St. Moritz in den Slalom und die WM-Medaillenentscheidung um 13.00 Uhr. Hinter Goggia landete auf verkürzter Strecke die Slowenin Ilka Stuhec auf Rang zwei (0,12 Sek.), es folgten die Schweizerinnen Lara Gut (0,43) und Michelle Gisin (0,57).

Topfavoritin auf WM-Gold sollte nach der Abfahrt die Schweizer Slalom-Topläuferin Wendy Holdener sein, der als Siebente 0,94 auf Goggia fehlen. Die Halbzeit-Elfte Kirchgasser befindet sich noch im Medaillenkampf, für ihre Teamkolleginnen Christine Scheyer (1,55), Rosina Schneeberger (2,01) und Ricarda Haaser (2,27) wird es indes sehr schwierig.

Auch der US-Amerikanerin Lindsey Vonn fehlten 0,85 auf die Bestzeit. Sie hatte mit der Abfahrtverkürzung gehadert und plädierte scherzhaft auf Twitter auch für eine Verkürzung des Slaloms.

"Die verkürzte Abfahrt kommt mir zugute, ich bin zufrieden. Ich habe versucht, am Limit zu fahren. Die Zeit ist gut", sagte indes Holdener. Auch Gisin hat gute Medaillenchancen, ein Eidgenossinnen-Doppelsieg ist möglich: "Das war eine meiner ersten Abfahrten, wo ich mehr Risiko genommen habe", sagte Gisin.

Die Schweizer Weltcup-Gesamtsiegerin und Favoritin Lara Gut ist indes beim Einfahren zum Kombinations-Slalom gestürzt. Gut wurde mit Verdacht auf eine Verletzung im linken Knie mit einem Motorschlitten ins Zielgelände gebracht und von dort mit dem Helikopter weiter transportiert. Über den Grad einer eventuellen Verletzung war vorerst nichts bekannt.

Für Kirchgasser war Gisin nach der Abfahrt das heißeste Eisen im Gold-Kampf. "Michelle und Wendy sind eine richtig gute Abfahrt gefahren. Aber für mich ist jetzt Michelle die Favoritin", sagte die Salzburgerin, die mit ihrer Fahrt ein wenig haderte. "Vielleicht war ich etwas übermotiviert und hätte öfter auf die Linie achten sollen", erklärte sie einen ihrer "Hackler".

Ihre Ausgangsposition bezeichnete Kirchgasser aber als gut. "1,2 Sekunden auf Stuhec sind okay, der Rückstand hält sich in Grenzen", erklärte sie, warum sie im Ziel die Faust geballt hatte. Sie sehe sich voll im Kampf um eine Medaille. "Das wird ein heißes Derby Rot-Weiß-Rot gegen Rot-Weiß, scherzte sie. "Jetzt kommt es darauf an, wie der Slalom gesetzt ist."

Der dürfte wegen des US-Kurssetzers und Vonn eher auf der leichten Seite sein, ist aber laut Kirchgasser länger als sonst hier. "Das eröffnet Möglichkeiten. Zu schnell kann er nicht werden, es geht doch auch bergab hier."

Scheyer wirkte etwas betrübt. "Ich bin schon bei etwas schlechterer Sicht gefahren", erklärte sie ihr Kopfschütteln im Ziel. "Es gibt viele Wellen, man hat nicht mehr viel gesehen", meinte die Vorarlbergerin. "Ich habe deshalb oft die Linie verloren. Ich greife aber im Slalom voll an, ich habe ja nun nichts mehr zu verlieren."

Haaser wirkte nach überstandener Magen-Darm-Grippe noch etwas kraftlos. "Aber eine Minute war kein Problem", suchte sie keine Ausreden. Die Ausgangslage für den Slalom bezeichnete sie "Käse". "Alle die richtig gut Slalom fahren können, sind ganz vorne dabei. Das wird schwierig."

Schneeberger stürzte in Ziel in die Abgrenzung, bleib aber unversehrt. "Ich bin mir selbst auf die Ski gestiegen", erklärte die Tirolerin, die vor der Kombi mit Medaillenchancen spekuliert hatte. "Ich habe probiert, alles zu geben, aber es war schon ein bisschen dunkler als am Anfang. Dafür, dass ich nicht so viel Abfahrt fahre, ist das okay."

( Agenturen , fls ) Erstellt am 10.02.2017