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02/16/2017

Arnika-Wickel sollen Truppe in die Slalom-Spur bringen

Wenige Stunden nach ihrem Horrorsturz im WM-Riesentorlauf von St. Moritz hat sich Katharina Truppe am Donnerstag schon wieder guter Dinge gezeigt. Trotz ihrer schmerzenden Wade ist die junge Kärntnerin zuversichtlich, am Samstag auch im Slalom an den Start gehen zu können. Helfen sollen dabei Arnika-Wickel.

Truppe hatte im Schlussteil des ersten Riesentorlauf-Durchgangs bei gut 80 km/h eingefädelt und war sich überschlagend ins Ziel gestürzt. Die Rennläuferin wurde nach gut einer Minute der Ungewissheit aus dem Zielraum geleitet und am Nachmittag von den ÖSV-Betreuern im Teamhotel Laudinella umgehend physiotherapeutisch behandelt.

Das wird auch den ganzen Freitag so weiter gehen. "Ich hoffe, dass die Zeit reichen wird", sagte Truppe beim üblichen Fototermin für den Slalom. Truppe wird damit am Tag vor dem Slalom nicht mehr trainieren können.

Die 21-jährige gestand, zunächst unter Schock gestanden zu sein. "Ich war benommen und habe mich zunächst nicht getraut, auf mein Bein zu schauen", erzählte die Fischer-Pilotin vom Faaker See. "Erst als ich sah, dass der Knochen nicht herausschaut, war ich beruhigt."

Auch Bernadette Schild benötigte "Behandlung", aber nach bärenstarker Leistung und kapitalem Fehler sowie Platz 17 eher eine für die Seele. "Ich war kurz davor, dem Christoph eine zu hauen", gestand die Salzburgerin, dass sie ihren Ärger zunächst an Pressebetreuer Christoph Malzer abreagieren wollte. Auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel habe sich im Ziel als "Punchingball" angeboten, blieb aber ebenfalls verschont.

Letztlich habe sie natürlich auch geweint, gestand Schild. "Es ist frustrierend und tut richtig weh", sagte die 27-Jährige, die als Slalomspezialistin mit der hohen Nummer 27 im Riesentorlauf dennoch mehr als überrascht hatte.

Letztlich habe sie womöglich ohnehin sogar Riesenglück gehabt, betonte die Schwester von Marlies Raich. "Gott sei Dank war ich bei meinem Hackler noch nicht müde. Das Knie war in einer extremen Situation und ich habe mich wieder aufgekämpft, statt zu stürzen. Das relativiert das bei allem Ärger", sah sie auch das Positive. "Ich habe riskiert, so etwas darf dann eben passieren."

Der Halbzeit-Elften war natürlich bewusst, dass es ohne diesen kapitalen Fehler womöglich eine Fahrt in Richtung Podest-Nähe gewesen wäre. "Aber sicher nicht auf das Stockerl", meinte sie. "Vielleicht rede ich mir das aber auch nur ein, damit es nicht so wehtut."

Am meisten half Schild am Abend die Anwesenheit der gesamten Familie samt Ehemann und Neffe Josef. "Er lacht mich immer an", so Schild über den Sohn ihrer Schwester.

Schild startet am Samstag im erweiterten Kreis der Medaillenanwärterinnen. Gefahren wird auf der Herrenstrecke und damit wohl einer gewasserten und eisigeren Piste als jener im Riesentorlauf. Es wird nach einigen Tagen mit strahlendem Sonnenschein nun bei der WM aber auch wieder schneien.

Mikaela Shiffrin ist trotz der nicht allzu steilen Piste auch Schilds Favoritin für den Slalom am Samstag. "Eine eigene Medaille wäre schon eine Riesen-Überraschung", sagte Schild. "Ich mag's mehr, wenn es steil, eisig und anspruchsvoll ist."

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