Hobbys sind für Kinder gut – solange sie das Kind nicht stressen

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Lernpsychologie
08/29/2013

Hobbys sollen den Kindern vor allem Freude bereiten

Freizeit. Wie viel Aktivität ist zu viel?

von Ute Brühl

Montags Reiten, dienstags Klavierunterricht und am Mittwoch Ballett: Der Terminkalender von Schulkindern ist oft dichter als der von Erwachsenen.

Für Eltern ist es nicht immer leicht, das richtige Maß an Freizeitprogramm für ihren Nachwuchs zu finden. Denn eine Faustformel, wie viele Hobbys für Kinder in einem bestimmten Alter gut sind, gibt es nicht. Es sind also andere Entscheidungskriterien nötig. Die Psychologin Elfriede Wegricht meint, dass „Hobbys so lange gut sind, wie sie der Entspannung des Schülers dienen. Sobald eine Freizeitaktivität für die Tochter bzw. den Sohn eine zusätzliche Anstrengung ist, ist sie sicher nicht gut fürs Kind.“

Und wie stellen Eltern fest, dass es zu viel wird? „Wenn ein junger Mensch ständig überdreht ist, dann sollten Eltern unbedingt ,Stopp’ sagen“, sagt Wegricht. „Die menschliche Seele braucht Zeit, um all das, was Körper und Geist wahrgenommen haben, zu verarbeiten. Gelerntes muss unser Gehirn richtig einordnen. Eltern sollten sich dessen bewusst werden und dem Kind erklären, dass es regelmäßig Ruhezeiten benötigt. “

Konkret rät die Psychologin: „Nehmen Sie ihren Nachwuchs mit hinaus in die Natur, atmen Sie durch, lassen Sie ihren Gedanken freien Lauf. Machen Sie vor, wie man unverplante Zeit nutzt, um abzuschalten.“

Klavier oder Fußball

Bei der Wahl der Hobbys lassen sich junge Menschen oft von Gleichaltrigen anstecken. Geht die beste Freundin ins Ballett, will es die Tochter auch. „Sie wird mit dem Hobby aber nur glücklich, wenn es zu ihr passt“, sagt Wegricht. Deshalb sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind entscheiden, ob es im kommenden Schuljahr einen Flötenkurs besucht oder zum Volleyball-Training geht. „Eltern dürfen ihr Kind bei der Entscheidung etwas leiten. Normalerweise wissen sie ja, wo seine Interessen liegen. Keinesfalls sollte der Schüler aber zu einem Kurs gezwungen werden, den es nicht will. Das wäre Stress statt Entspannung.“

Bevor man eine endgültige Entscheidung fällt, sollte das Kind schnuppern gehen. „Meist merkt es selbst, ob ihm etwas Spaß macht oder nicht“, sagt die Psychologin. „Wurde das Kind aber für einen Kurs angemeldet, muss es diesen auch ausüben – mindestens für ein Semester oder ein Jahr . Das müssen Eltern mit dem Kind vorab fix ausmachen.“

Computer

Fragt man Jugendliche, was sie am Nachmittag am liebsten machen, lautet die Antwort häufig: Computer spielen. „Am PC sitzen ist kein Hobby“, sagt Wegricht. Das heißt natürlich nicht, dass Kinder gar nicht an den Bildschirm dürfen. „In Maßen ist das erlaubt. Viel mehr als eine halbe Stunde sollte einem Erstklassler aber nicht erlaubt sein.“

Denn die elektronischen Medien hätten enormes Suchtpotenzial: „Eltern müssen von Anfang an darauf achten, dass ihr Kind nicht zu viel vor dem PC sitzt. Ist es nämlich erst einmal süchtig, ist es unheimlich schwierig, sie wieder davon loszueisen“, weiß Wegricht aus der Praxis.

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