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Romy
03/03/2020

Karl Fischer

„Tatort“, Stadtkomödie & Co: Karl Fischer spielt sich im Fernsehen in die erste Reihe

von Christoph Silber

Vielleicht lag es an Christian Froschs preisgekröntem Kino-Streifen „Murer“. Karl Fischer spielte darin vor zwei Jahren den „Schlächter von Vilnius“, dessen Prozess in den 60er Jahren zum österreichischen Justizskandal geriet, und erschütterte mit Eiseskälte. Für den 63-Jährigen „ein Film, der bleibt“. Vielleicht schaut die Regie-Gilde, anders als Fischer meint, doch manchmal hin, was die Kollegenschaft so treibt.

Jedenfalls ist Fischer dann 2019 auch im Fernsehen so präsent gewesen, wie selten – ein Fingerzeig für die ROMY-Jury: Die Stones und ihren Song „You can't always get what you want“ ließ der gebürtige Niederösterreich gemeinsam mit dem ebenfalls in der Kategorie „Bester Schauspieler Serie/Reihe“ nominierten Harald Krassnitzer im „Tatort: Baum fällt“ hochleben.

Gemeinsam mit Ehefrau, Kollegin und Schauspiel-Lehrerin Susi Stach (sowie ROMY-Nominee Cornelius Obonya) stand er nicht nur als in die Jahre gekommener Puff-Besitzer in der ORF-Stadtkomödie „Der Fall der Gerti B.“, sondern auch in die „Vorstadtweiber“ vor der Kamera. Zwischen Herrn Huber, Papa der Nico (Nina Proll), und Pudschedls (Thomas Mraz) Mutter sprühten die Funken.

Abschied nehmen hieß es hingegen von einer Stammrolle: Als Sergente Vianello hatte er jahrelang an der Seite von Uwe Kokisch in den Brunetti-Kimis ermittelt. Zu Jahresende wurde die letzte Folge in der ARD ausgestrahlt. Donna Leon mochte die Filme nie", erzählte Fischer schmunzelnd in einem KURIER-Interview.

Begonnen hat er eigentlich am Theater. Fischer hat das Reinhardt-Seminar in Wien absolviert und war anschließend an deutschen Theatern engagiert. Für eine Rolle in einem Jelinek-Stück wurde er von Manfred Karge nach Wien geholt. Als der 1993 die Burg verließ, war dort auch Fischer verlassen. Aber das ist Schnee von gestern. Viel interessanter: Im Frühjahr ist er im Kino-Film "Fuchs im Bau" von Arman T. Riahi zu sehen. Dass der auch ein ROMY-Preisträger ("Die Migrantigen") ist, mag da ein gutes Zeichen sein.