© ORF/Thomas Ramstorfer

Romy
03/03/2020

Harald Krassnitzer

Die „Tatort“-Legende ist heuer just als "Täter" für die ROMY nominiert.

von Christoph Silber

Da spielt Harald Krassnitzer 20 Jahre lang und mehrfach, auch mit ROMYs, preisgekrönt den „Tatort“-Kommissar Moritz Eisner. Und just im Jubiläumsjahr der Reihe wird er als Krimineller für den österreichischen Film- und Fernsehpreis nominiert. Statt Kopfschütteln folgt an dieser Stelle Kopfnicken der ROMY-Jury. Denn was Krassnitzer als Bombenleger in der Folge „Mörderisches Spiel“ der ServusTV-Reihe „Meiberger“ abliefert, ist allererste Güte. Als scheinbar skrupelloser Kerl gibt er dem Gerichtspsychologen im wahrsten Sinn des Wortes Rätsel auf. Der Kampf des Täters mit sich selbst findet im Gesicht statt – schauspielerisch eine Bombenleistung.

Der andere, der „wirkliche“ Krassnitzer im „Tatort: Baum fällt“ hat sichtlich Spaß daran, sich selbst auf den Leim gehen zu lassen. Das Zusammenspiel mit dem früheren Freund und Kollegen, vom ebenfalls für die ROMY nominierten Karl Fischer dargestellt, ist famos. Ein zweiter guter Grund für die Nominierung. Zu Krassnitzers angehendem 60. Geburtstag möchte man als Wunsch für ihn deshalb Regisseuren zurufen: Lasst ihn spielen!  

1960 in Grödig geboren, absolvierte der dreifache ROMY-Preisträger neben der Ausbildung zum Speditionskaufmann eine Schauspielausbildung an der Elisabethbühne in Salzburg. Theater in Österreich und Deutschland waren zunächst sein Spielfeld.

Der Durchbruch im Fernsehen gelang Krassnitzer 1997 als Nachfolger des bayerischen Schauspielers Gerhart Lippert als „Der Bergdoktor“. Es folgten weitere höchstpopuläre Serien wie „Der Winzerkönig“ oder „Paul Kemp“ sowie TV-Produktionen wie „Der Bär ist los“ (2008) neben Erwin Steinhauer, der Dieter-Wedel-Zweiteiler „Gier“ (2009) oder das Drama .Meine fremde Frau“ (2015) mit Ursula Strauss.

"Tatort"-Jubiläum

 

Seit 1999 ist er als Chefinspektor Moritz Eisner im „Tatort“ zwei bis dreimal jährlich zu erleben, der, eine sehr österreichische Produktion, auch in Deutschland ein Erfolg ist. Seit Fall 24 hat er Bibi Fellner (Adele Neuhauser) an seiner Seite und so kann es weitergehen, bis die selbstverordnete Pension ruft. Für diesen Fall überlegt er laut Medienberichten die Tischlerei anzugehen.

Krassnitzer, seit 2009 mit Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer verheiratet, gilt als unglaublich belesen und nachdenklicher Mensch. Der bekennende Sozialdemokrat setzt nicht nur für die Partei, sondern vor allem auch für die Menschlichkeit ein: Im Rahmen der AMREF Austria (African Medical and Research Foundation) hat er die Initiative „Exchange and Training Programme“ ins Leben gerufen und finanziert, die Medizinstudenten aus 20 verschiedenen afrikanischen Ländern Kurse anbietet. Als Werbetestimonial von ERGO hat er die Versicherer dazu gebracht, die Hilfsorganisation und die Fliegenden Ärzte Afrikas zu unterstützen.

Seit 2014 moderiert Krassnitzer gemeinsam mit Sonja Weissensteiner die „Zauberhafte Weihnacht im Land der Stillen“. Dazu passend erschien 2019 „Rauhnächte“ (Residenz Verlag). In diesem Band hat der Schauspieler seine liebsten Sagen und Erzählungen rund um die Rauhnächte gesammelt und mit persönlichen Worten begleitet.