Jan Josef Liefers

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Foto: Joachim Gern

Eine Romy hat er schon: Jan Josef Liefers ist zum zweiten Mal nominiert

Mit Boerne-Bart und auch ohne ist Jan Josef Liefers ein großartiger Schauspieler und ein Publikumsliebling sowieso. Wenn der Münster-"Tatort“ ansteht, dann versammeln sich tatsächlich Familien wieder vor dem Fernseher wie anno dazumal. Aber auch ohne Partner Axel Prall versteht Liefers zu überzeugen wie jüngst in Friedemann Fromms "Mörderische Stille“, einem Krimi-Drama, in dem er sich als Kommissar Holzer der Frage nach Schuld und Sühne stellen muss.

Was gut und richtig ist für ihn, dass wusste Liefers offensichtlich schon sehr früh. Der 1964 geborene Dresdner verweigerte sich der dreijährigen Wehrpflicht und durfte deshalb kein Abitur machen. Liefers, der aus einer Theaterfamilie stammt, wurde zunächst Tischler in den Werkstätten der Semperoper und des Schauspielhauses in Dresden. 1983 durfte er an die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Sein erstes Engagement hatte er am Deutschen Theater und er wirkte an Inszenierungen von Heiner Müller und Thomas Langhoff mit. Und Liefers blieb politisch unbequem. Ein sichtbares Dokument dafür: Bei der größten Demonstration der DDR am 4. November 1989 trat er neben Ulrich Mühe, Jens Reich und Marianne Birthler als Redner auf. Fünf Tage später wurde die Mauer geöffnet und die DDR war Geschichte.

Die Wende

Unmittelbar nach der Wende wechselte er ans Thalia Theater Hamburg, wo er mit Regisseuren wie Werner Schroeter und Jürgen Flimm sowie mit Tom Waits zusammen arbeitete, bis er 1994 kündigte.

Im Film "Die Besteigung des Chimborazo" gab Liefers als Alexander von Humboldt 1989 sein Kinodebüt. 1996 schafft er mit Helmut Dietls " Rossini oder die mörderische Frage wer mit wem schlief" den Durchbruch. Er erhielt den Bayerischen Filmpreis für Nachwuchsschauspieler. 1997 folgte der Hit "Knockin' on Heaven's Door", mit Liefers und Til Schweiger Millionen in die Kinos lockten.

2002 schlägt Liefers ein bis heute dauerndes, erfolgreiches TV-Kapitel auf: Gemeinsam mit Axel Prahl ermittelt er zweimal pro Jahr als Professor Boerne in Münster. Die Beiden sind die beliebtesten "Tatort"-Kommissare Deutschland. Es lässt Liefers aber noch Zeit für andere Produktionen wie etwa Uli Edels "Baader Meinhof Komplex", Murnbergers "Life is Life", den preisgekrönten schwedischen Film "Simon" sowie die Vorwende-Geschichte "Der Turm“. Er spielte an der Seite seiner Ehefrau, Anna Loos, in "Nacht über Berlin“ oder in Til Schweigers vielfach ausgezeichnetem Streifen "Honig im Kopf“. Mit ihm ist er derzeit mit "Vier gegen die Bank“ in den Kinos.

Liefers geht auch regelmäßig mit seiner Band Jan Josef Liefers & Oblivion auf Tour, wie auch in diesem Sommer.

Seine nächsten TV-Premieren: Am 16. März ist bei ARTE der Kinofilm "Desaster" zu sehen und am 2. April folgt der "Tatort – Fangschuss“, in der Thiel plötzlich eine Tochter bekommt...

(Kurier.at) Erstellt am
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