Romy
19.03.2018

Zum Abschied gibt es vielleicht eine ROMY

Nach 116 Folgen quittiert Staller (Helmfried von Lüttichau) am 21. März den Polizeidienst. Eine ROMY könnte ihm den Abgang versüßen.

Hubert und Staller – das ist wie Laurel und Hardy, Hall und Oates, Black und Decker, Tom und Jerry. Ein scheinbar unzertrennliches Paar. Aber die Geschichte lehrt uns: Nichts hält ewig. Und so muss auch bald der Hubert (Christian Tramitz) ohne Staller (Helmfried von Lüttichau) auskommen. Am 21. März ist Schluss: Staller geht der Liebe wegen nach Italien. Und Hubert? Der bleibt im Dienst. Über seine Entscheidung habe von Lüttichau lange nachgedacht. Schlaflos waren die Nächte. "Ich habe mich gefragt, wie lange man so eine Serie machen will beziehungsweise soll. So lange, bis sie keinen mehr interessiert?" Nein, lieber aufhören, wenn es am Schönsten ist, dachte sich der Schauspieler, der sieben Jahre als Teil von "Hubert und Staller" gute TV-Quoten lieferte. "Ich höre auch nicht auf, weil das keiner mehr sehen will, sondern weil ich wieder etwas anderes machen möchte. Ich bin neugierig auf das, was jetzt kommt", sagt der Wahl-Münchner im KURIER-Gespräch.

An seinem Entschluss könnte auch der Gewinn einer ROMY nichts ändern. "Dass ich jetzt gemeinsam mit Christian Tramitz dafür nominiert bin, obwohl ich aufhöre, geht eigentlich schon eher in Richtung Lebenswerk", kommentiert der 1956 in Hannover geborene Schauspieler seine erste ROMY-Nominierung in der Kategorie "Beliebtester Schauspieler Serie/Reihe" mit einem Lächeln.

Seinen letzten Auftritt als Hans Staller hat er kommenden Mittwoch um 18.50 Uhr im ARD. "Weiblich, böse, tot" heißt die finale Folge, in der es Hubert und Staller mit einem grausigen Fund zu tun haben: Die Brauereichefin Sabine Münzer wurde erwürgt und im Kesselhaus ihrer Brauerei in ein Holzfass gesteckt. Gewohnt chaotisch, unkonventionell und humorvoll gehen die beiden Polizisten zum letzten Mal auf Verbrecherjagd."Ohne Staller geht es nicht", kommentiert ein Fan den Ausstieg von Helmfried von Lüttichau auf der ARD-Homepage. Vor allem die lustigen Wortgefechte zwischen den beiden Provinz-Cops werde man vermissen. Diese nie ganz ernst gemeinten Scharmützel haben Tramitz und von Lüttichau bereits als Teenager ausgetragen. "Wir waren auf dem gleichen Gymnasium. Er war in der Parallelklasse und wir haben uns auf dem Schulweg kennengelernt", erinnert sich von Lüttichau. "Er ist eines Tages hinter mir mit zwei Mädchen gegangen und hat gefragt, wer ist denn das? Da habe ich mich umgedreht, und dann waren wir dicke Freunde."

Zukunft

Während in Deutschland am 21. März die siebente Staffel der Krimiserie endet, ist man bei ATV, das "Hubert und Staller" auch im Programm hat, hinten nach: Der heimische Privatsender zeigt immer sonntags ab 20.15 Uhr Folgen von "Hubert und Staller" - aktuell ist man erst bei Staffel vier angelangt. Es gibt also noch einige Möglichkeiten, von Lüttichau im Einsatz zu sehen. Obwohl die Drehbuchautoren ein Comeback von Staller offen gelassen haben – "Ich sterbe nicht" – schließt von Lüttichau eine Rückkehr eher aus.

Gibt es schon Pläne für die Zukunft? "Es gibt bereits einige Projekte, die anstehen. Ich habe zum Beispiel gerade mit dem Autor Johano Strasser einen Robert Gernhardt-Abend erarbeitet, mit dem wir in den kommenden Monaten an verschiedenen Orten gastieren wollen. Und ich möchte selber wieder etwas Schreiben. Gedichte zum Beispiel." Dass er mit diesem Schritt die Komfortzone verlassen hat, sei natürlich riskant. Einerseits. "Auf der anderen Seite ist alles wieder offen. Irgendwie ein schönes Gefühl. Auch mit 61."