Romy
12.03.2016

Eine Kommissarin mit Charakter

Franziska Weisz über ihre neue Rolle als "Tatort"-Kommissarin an der Seite von Wotan Wilke Möhring.

Ein Toter fällt vom Himmel und Kommissar Torsten Falke (Wotan Wilke Möhring) am Flughafen Hannover über die Beine von Security-Beamtin Julia Grosz (Franziska Weisz). Der NDR-„Tatort“ „Zorn Gottes“ startet in neuer Besetzung flott und birgt durch die realen Umstände Brisanz. Denn es geht um Islamisten, Terror und eine Schleuserbande. „Wir haben das ein halbes Jahr vor den Terrorakten in Paris gedreht. Keiner von uns hätte geglaubt oder befürchtet, dass unser Film so schnell auf diese fürchterliche Weise von der Realität eingeholt werden würde“, sagt eine betroffene Franziska Weisz im KURIER-Interview.

Die aus Breitenfurt bei Wien stammende, nun in Berlin lebende Schauspielerin soll also im „Tatort“ die neue Partnerin Falkes werden. Doch auf ihn und seine gute Laune und Umgänglichkeit reagiert sie als Julia Grosz spröde und distanziert. „Grosz will zu Beginn einfach ihre Ruhe habe. Sie hat keine große Lust auf den Fall und plötzlich kommt ein großes Ding daher, das mit großer Verantwortung verbunden ist.“

Kantige Figuren

Ihre Figur ist also kein Publikumsliebling der ersten Minute. „Ich will in erster Linie glaubhafte Schicksale erzählen und nachvollziehbare Figuren darstellen“, sagt die 35-Jährige über ihre Rolle. Und „das ist das große Plus von Reihen wie dem , Tatort‘: Sie bietet die Möglichkeit, eine Figur über eine längere Zeit kennenzulernen.“ Wer weiß, was diese Filmfigur noch machen wird.

Denn auch im wirklichen Berufsleben ist sie nicht festlegbar auf Genres oder Rollen. Mit Ulrich Seidls „Hundstage“ und Michael Hanekes „Klavierspielerin“ begann ihre durch ein Studium in Großbritannien nur kurzzeitig unterbrochene Karriere. Bei der Berlinale 2005 war sie Shootingstar des europäischen Films und war in der Folge dort auch noch mit „Der Räuber“ (2010) und „Kreuzweg“ (2014) vertreten. In letzterem Streifen spielte sie eine harte, ultrakatholische Mutter.

Im Fernsehen war Franzsika Weisz in der preisgekrönten Serie „Der letzte Bulle“ zu sehen und im Vorjahr in „Der Stern des Südens“, dem burgenländischen Landkrimi mit schrägem Ende. Für ihr Spiel dort wurde sie heuer für die goldene ROMY nominiert.

Kino und TV

Und in diesen Wochen ist sie gleich mehrfach zu sehen und das im TV und im Kino: Neben dem „Tatort“ (20. März) spielt Weisz am 30. März auch in „Ein Geheimnis im Dorf – Bruder und Schwester“ im ORF. Dessen erster Teil, „Die Fremde und das Dorf“ war ein großer TV-Erfolg und mit einer ROMY ausgezeichnet worden. „Ich finde es toll, dass ORF, ZDF und Produzent Wolfgang Rest sich zu einer Fortsetzung entschlossen haben.“ Diesmal geht es um die von Weisz verkörperte Bürgermeisterin, die „muss sich mit den alten patriarchalischen Strukturen und Korruption im Dorf herumschlagen.“ Mit dabei sind Max von Thun und August Schmölzer.

Zudem kommt Andreas Grubers eben bei der Diagonale uraufgeführte Film „Hannas schlafende Hunde“ mit Hannelore Elsner am 1. April in die Kinos. Jeweils also sehr verschiedene Arbeiten. „Es macht mir auch unglaublichen Spaß, Unterschiedlichstes zu spielen.“

Einen Auftritt von Weisz haben bislang nur wenige sehen können – in der US-Serie „Homeland“. „Die fünfte Staffel hat nun in Berlin gespielt und damit vor meiner Nase.“ Da musste sie als „,Homeland‘-Fan der ersten Stunde“ dabei sein. „Sebastian Koch spielt eine Hauptrolle. Meine ist eine ganz kleine. Ab es war eine sehr schöne Erfahrung“, erzählt Weisz.