Romy
22.03.2017

Andi Knoll: "Ich wedle lieber mit der Federboa"

ROMY-Moderator und Nominee Andi Knoll über Castingsshows und den Song Contest

Ö3-Star, TV-Moderator, Song-Contest-Spezialist... Andy Knoll ist vielseitig. Am 22. April moderiert er die ROMY-Gala gemeinsam mit Katharina Straßer – und ist, wie sie, auch nominiert.

KURIER: Sie sind bei der ROMY in einer privilegierte Situation – Sie sind Moderator und selbst nominiert – in der Kategorie "Show/Unterhaltung".

Andi Knoll: Das heißt, selbst, wenn ich nicht gewinnen sollte, kann ich auf der Bühne bleiben und Reden halten!

Also auf jeden Fall ein Gewinner.

Ja. Die ROMY ist ein ehrenvoller Preis und es wäre schön, sie zu gewinnen. Aber sie ist nicht in Geld aufzuwiegen. Für die Moderation dagegen bekommt man bezahlt (lacht).

Sie kennen ja die Situation – Sie haben schon moderiert und Sie waren schon nominiert.

Ich glaube, ich war schon viermal nominiert, aber habe sie noch nie gewonnen. Ich war immer gemeinsam mit meiner jeweiligen Partnerin nominiert, und zwei Leute gleichzeitig, das ist schwierig. ... Alles Ausreden, ich weiß – ich war oft nominiert und habe sie noch nie gewonnen. Was soll ich machen?

Auch Ihre Co-Moderatorin Katharina Straßer ist nominiert (beliebteste Schauspielerin Serie/Reihe" für ihre Rolle in "Schnell ermittelt"). Wie gehen Sie damit um?

Da würde ich dann den Rest des Abends darauf hinweisen, dass ich sie habe und die Kathi nicht! Oder umgekehrt. Das haben wir uns auch schon ausgemacht, der jeweils andere wird gnadenlos verarscht.

Sie sind unter anderem bekannt für die Song-Contest-Moderation. Den ESC mag man entweder sehr oder gar nicht. Sie mögen ihn sehr.

Ja. Und was sich liebt, das neckt sich. Die Menschen wissen, dass ich ihn mag, und haben inzwischen auch nichts mehr dagegen, wenn ich ihn mit ein wenig Ironie kommentiere.

Hatten der Sieg von Conchita Wurst und der ESC in Wien Auswirkungen auf die Popkultur bei uns?

Er hat das Selbstbewusstsein gestärkt. Das ja bei uns oft nicht groß ist – wir reden uns immer darauf aus, dass wir ein kleines Land sind. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich heute etwa Bilderbuch wie internationale Rockstars durch die Poplandschaft bewegen, zeigt, dass wir das auch können. Vielleicht hat Conchita da Trends gesetzt. Sie war ja auch ein Vorbild im Sinne von: Geh nicht einfach auf die Bühne – sondern überleg dir, was du da oben tust und für wen. Auch für die Ästhetik von Shows im ORF war der Song Contest ein Turbo-Boost.

Zuletzt moderierten Sie die "Große Chance der Chöre". Castingshows werden seit vielen Jahren totgesagt, aber es gibt sie nach wie vor.

Die Chöre haben da eine neue Dynamik reingebracht. Denn Chormusik findet in diesem Land jeden Tag hundertfach statt, auch ohne, dass das Farbfernsehen dabei ist. Das ist reales Leben!

Was würden Sie noch gerne machen als Moderator?

Ich wurde immer gefragt, ob ich dieses oder jenes machen möchte. Insofern warte ich, was noch an mich herangetragen wird, und bis dahin mache ich, was ich jetzt mache: Vom Radio, also vom Zwiegespräch mit dem Hörer, bis zur großen Show mit 800.000 Zuschauern und großer Nervosität. Wenn ich das weiter machen darf, bin ich dankbar. Vor 15 Jahren habe ich mich ja gefragt, ob ich nicht lieber in der Information wäre, aber heute bin ich froh, den Menschen nicht jeden Abend die schlechten Nachrichten überbringen zu müssen. Da wedle ich lieber mit der Federboa.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Katharina Straßer?

Ich wollte das immer schon mit der Kathi machen. Wenn man sie bei "Was gibt es Neues?" sieht, dann weiß man, sie ist schnell. Sie ist Schauspielerin, kann einen Text bringen – aber sie erstarrt nicht zur Salzsäule, wenn dem Kollegen spontan etwas einfällt. Und das wir beide Exiltiroler sind, passt auch gut. Wir reden immer absichtlich ganz fescht Tirolerisch, wenn wir uns treffen.