Reisen: Tipps und Tricks gegen die Abzocke

Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks.
Foto: KURIER / Schweinoester Walter

Der KURIER zeigt die größten Lenkerfallen auf.

Das beliebteste Autoreise-Ziel der Österreicher ist mit 17 Prozent nach wie vor Italien. Gefolgt von Kroatien (8 Prozent), Spanien und der Türkei (je 7 Prozent) sowie Griechenland (6 Prozent). Doch auf dem Weg zum Strandvergnügen lauern Abzocke und zum Teil auch Willkür durch nationale Behörden.

Willkür

Der KURIER listet in seiner Serie die häufigsten Touristenfallen nach Urlaubsländern auf. Die beim ÖAMTC eingegangenen Beschwerdefälle mit juristischem Nachspiel haben sich von 2009 auf 2010 mehr als verdoppelt. Wobei auch hier Italien mit 530 von Juristen bearbeiteten Fällen an der Spitze liegt.

"Unser südlicher Nachbar pflegt mit Urlaubsgästen zuweilen einen eigenwilligen Umgang", sagt ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer. Nachsatz: "Nicht nur, dass Strafen ohne Rechtsgrundlagen verhängt werden, die Bußgelder sind häufig extrem überhöht." Und wer nicht zahlt, dem kann der Wagen vorübergehend eingezogen werden.

Wie schnell Lenker zur Kasse gebeten werden können, zeigt ein kleines Detail: Zwei Drittel aller Autoapotheken sind abgelaufen. Das kann in Italien oder Slowenien an die 100 Euro kosten.

Proviant

Es gibt aber auch positive Nachrichten: Seit 30. Juni ist die zweite Röhre des Tauerntunnels auf der A 10 geöffnet. Der ARBÖ rät Autofahrern dennoch, Obst, Gemüse und alkoholfreie Getränke als Proviant vorzubereiten. Spielsachen für den Nachwuchs und viel Geduld sollten auch im Fahrzeug sein. Die ARBÖ-Reise-Hotline: Tel.: 050/123-123.

Situation in Ungarn

Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks. Foto: KURIER / Schweinoester Walter Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks.

§-57a-Pickerl: Nur mit gültigem Pickerl losfahren. Obwohl rechtlich nicht zugelassen, kommt es in der Praxis vor, dass Urlauber mit abgelaufenem Pickerl Probleme bekommen. Dabei kam es bereits zu Geldstrafen und sogar zu Sicherstellungen von Fahrzeugen. Manchmal wird bereits an der Grenze die Einreise verweigert.

Maut: Es besteht Vignettenpflicht. Die Vignette ist an Tankstellen erhältlich. Nach Bezahlung und Bekanntgabe des Kennzeichens erhält der Lenker einen Beleg. Unbedingt überprüfen, ob das Kennzeichen richtig eingetragen wurde.

Sonderregeln: Licht am Tag gilt ganzjährig (Ausnahme: Stadtgebiet). Für Motorräder auf allen Straßen. Lenker, Insassen, Fußgänger und Radfahrer (auch Radler die den Neusiedler See umrunden) brauchen bei Dunkelheit und schlechter Sicht Warnwesten.

Promillegrenze:
0,0 Promille sind Pflicht, die Einhaltung wird rigoros und intensiv überprüft.

Situation in Italien

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Einreise: Ein Reisepass oder Personalausweis ist erforderlich. Der Pass darf bei Grenzübertritten mit dem Auto bis zu fünf Jahre abgelaufen sein, das Foto muss aber mit dem tatsächlichen Aussehen übereinstimmen.

Strafen: Als größte Touristenfalle gilt die "zona traffico limitato". In diese verkehrsberuhigte Zone darf nur mit Sondergenehmigung eingefahren werden. Diese Areale gibt es in Bologna, Bozen, Florenz, Genua, Mailand, Pisa, Rom, Triest, Turin und Verona. Unbefugtes Einfahren kostet ab 74 Euro. Bei Alko-Delikten über 1,5 Promille kann das Fahrzeug eingezogen werden.

Tempokontrollen: Im gesamten Autobahnnetz warten mobile und fixe Radargeräte sowie Überkopf-Messstellen (Section Control) auf Tempo-Sünder. Führerscheinneulinge dürfen innerhalb ihrer ersten drei Jahre auf Autobahnen nur 100 km/h und auf Schnellstraßen nur 90 km/h fahren. Tempo-Strafen sind mindestens um ein Drittel höher als in Österreich.

Sonderregeln: Jeder Insasse benötigt eine eigene Warnweste. Außerhalb der Ortsgebiete besteht Licht am Tag-Pflicht.

Maut:
Autobahnen sind mautpflichtig. Bezahlt wird bar oder mit Kreditkarte.
Zusatzkosten in Rom Seit Jänner ist eine Übernachtungsabgabe fällig. Sie gilt pro Person und Übernachtung (zwei Euro) in allen römischen Unterkunftsbetrieben außer Jugendherbergen.

Situation in Griechenland

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Einreise: Der Reisepass darf maximal fünf Jahre lang abgelaufen sein, das Foto muss aber dem aktuellen Aussehen entsprechen.

Maut: Gebühren werden für die Autobahnen zwischen Thessaloniki, Athen, Patras und Tripoli sowie einige Tunnel und Brücken eingehoben.

Sonderregelungen:
An Bord des Pkw muss ein Feuerlöscher sein. Das Abblendlicht darf bei Pkw am Tag nicht eingeschaltet sein. Ausnahmen: schlechtes Wetter und für Fahrzeuge mit automatischem Tagfahrlicht.

Fähren:
Die Mitnahme von gefüllten Sprit-Kanistern ist auf Fähren verboten. Vor allem Camper mit Wohnmobilen ignorieren diese Vorschrift gerne. Spätestens beim Laden der Fahrzeuge überprüft das Fährpersonal - zumindest mit Stichproben - diese Vorgabe. Der Sprit wird konfisziert, zusätzlich droht eine Geldstrafe.

Blinde Passagiere: Vor allem auf Fähren schmuggeln sich immer häufiger blinde Passagiere in Wohnwagen oder Wohnmobile. Kontrollieren Sie Ihr Fahrzeug vor der Ausfahrt aus der Fähre.

Rauchverbot im Pkw: Wenn Kinder unter zwölf Jahren im privaten Pkw sitzen, ist rauchen verboten. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld von 1500 (!) Euro. Egal, ob der Lenker oder ein Passagier qualmt.

Situation in Spanien

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Maut: Alle Autobahnen sind mautpflichtig. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach den gefahrenen Kilometern. Es gibt aber kurze Teilstücke, auf denen ein fixer Betrag eingehoben wird.

Tempolimits: Seit März dürfen Autofahrer auf Spaniens Autobahnen nur noch 110 statt wie bisher 120 km/h fahren.

Strafen: Schon bei leichten Tempoüberschreitungen sind Strafen über 100 Euro garantiert. Das Telefonieren mit Headsets ist verboten und wird mit mindestens 200 Euro bestraft. Nur eine im Fahrzeug eingebaute Freisprecheinrichtung ist erlaubt. Die spanische Polizei wacht mit Argusaugen über dieses Verbot.

Zusatzbestimmungen:
Ein Reservereifen oder ein Reparaturset mit Abdichtspray sind Pflicht. Es empfiehlt sich außerdem ein zweites Warndreieck und ein Ersatzlampenset mitzuführen.

Warnung: In Barcelona (hat einen Sandstrand) sieht man immer wieder Touristen, die mit Badebekleidung durch die Stadt flanieren. Die Stadtväter wollen das abstellen. Mittlerweile kann "schlampige Bekleidung" bis zu satten 300 Euro Strafe kosten.

Situation in Kroatien

Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks. Foto: KURIER / Schweinoester Walter Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks.

Einreise: Der Pass darf fünf Jahre abgelaufen sein. Minderjährige, die ohne Eltern (etwa mit den Großeltern) einreisen, sollten von den Eltern eine Vollmacht mitführen.

Anreise: durch Slowenien Es gilt Vignettenpflicht. Eine Sieben-Tage-Plakette kostet 15 Euro. Sie ist an den Grenzstellen erhältlich. In der Hauptreisezeit kommt es bei den Verkaufsstellen zu langen Wartezeiten. Die Vignette für Slowenien ist auch beim ÖAMTC erhältlich.

Maut: Autobahnen sind mautpflichtig. Am Beginn der Strecke erhält man ein Ticket, beim Verlassen des Abschnittes wird bar oder mit Kreditkarte bezahlt.
Paragraf-57a-Pickerl Wer mit ungültigem Pickerl fährt, muss mit Strafen oder der Sicherstellung des Kfz rechnen.

Sonderregeln: Ein Anhänger-Pannendreieck ist Pflicht. Jeder, der das Fahrzeug nach einer Panne oder einem Unfall verlässt, muss eine Warnweste tragen. Für Lenker unter 24 Jahre gelten 80 km/h auf Land-, 100 km/h auf Schnellstraßen sowie 120 km/h auf Autobahnen.

Situation in der Türkei

Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks. Foto: KURIER / Schweinoester Walter Geduld sollte unbedingt mit im Gepäck sein. Als Proviant empfehlen sich Obst, Gemüse und alkoholfreie Drinks.

Einreise: Um in die Türkei einzureisen, ist ein Visum notwendig. Es kostet 15 Euro und ist an der Grenze zu beantragen. Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein. Bei der Einreise muss darauf geachtet werden, dass der entsprechende Stempel in den Pass kommt - andernfalls kann es beim Verlassen des Landes zu Problemen kommen. Bei der Einreise wird das Fahrzeug in den Pass eingetragen. Das Formular (Vehicle Entry-Exit Form) ist bis zur Ausreise gut aufzubewahren.

Versicherung: Die grüne Karte muss dabei sein. Die Versicherung gilt oft nur für den europäischen Teil des Landes. Lenker sollten mit ihrem Institut Rücksprache halten, um auch im asiatischen Teil versichert zu sein.

Maut: Autobahnen und Brücken, die Europa mit Asien verbinden, sind gebührenpflichtig.

Mitführpflicht: Ein Feuerlöscher und ein zweites Pannendreieck sind Pflicht.

Ausfuhrbestimmungen:
Vorsicht vor antiken Souvenirs. Die Ausfuhr ist streng verboten. Bei Übertretungen droht Haft.

(kurier) Erstellt am
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