David spielt in Bellingen, seinem Wohnort in Australien, in einem öffentlichen Konzert im Park. Das war anlässlich des Denkmals, das ihm die Stadt aufgestellt hat gewidmet hat.

© /Wendy Kimton

Prominente auf Reisen
04/05/2016

David Helfgott: Die schönsten Plätze Australiens

Der Klaviervirtuose liebt das Landleben, die Freiheit, die Schönheit der Natur, das abwechslungsreiche Klima und den endlosen Strand.

von Maria Gurmann

Reisen gehört zu David Helfgotts Leben wie seine Lieblingsbeschäftigungen – Musik hören, Klavier spielen, lesen und schwimmen. "Wir sind fünf Monate pro Jahr unterwegs auf Konzerttournee und dann noch sechs Wochen in Europa auf Urlaub, meistens in der Toskana", sagt der außergewöhnliche Pianist bei seinem jährlichen Wien-Besuch. Wir, das sind er und seine Frau Gillian, seine große Liebe, die seit 30 Jahren nicht von der Seite des Australiers weicht, ihn fördert und managt.

Zurück in Australien, genießen die beiden ihr ruhiges Landleben in Bellingen in New South Wales, mitten im Dorrigo Nationalpark, zwischen Sydney und Brisbane. "Ich liebe die friedliche Stimmung, die Freiheit und die Schönheit der Natur", sagt der 68-jährige Künstler, der Anfang Mai inGraz und Salzburg mit Soloabendenseine österreichische Fangemeinde begeistern wird.

Selten bietet die Ostküste auf wenigen Kilometern mehr Kontraste als im Hochland um Dorrigo: Berge bis auf 1562 Meter, steil abfallende Felswände, rauschende Wasserfälle. Und vor allem viel Grün aller Arten.

Wer es wild und umtriebig mag, wird sich in Coffs Harbour an der "Holiday Coast", etwas nördlicher von Helfgotts Landsitz, wohlfühlen. Er selbst genießt lieber die endlosen schneeweißen Strände der Nambucca Heads.

Der Sohn jüdischer Einwanderer aus Polen schwärmt von seiner Heimat. "Die jugendliche Vitalität des Landes, das abwechslungsreiche Klima und Tausende Kilometer wundervollen Strands machen diesen Kontinent so einzigartig." Die endlose Weite des Outbacks, die uralten Wälder, die unberührten Gewässer vor den Küsten und die einzigartige Tierwelt machen Australien zu einem unvergleichlichen Abenteuer.

Lieblingsstädte

Zu drei der großen Städte verbindet ihn eine besondere Zuneigung. Sydney, weil er in der Oper vier Klavierkonzerte spielte – ein Rekord für einen Solisten. Perth, wo seine Auftritte 30 Jahre lang umjubelt waren. Und Melbourne, weil er dort den "Performing Arts Award" für seine Verdienste um die Musik bekam, die besten Restaurants sind und die Kunstszene fantastisch ist. "Und dann steht auch immer Brisbane auf meinem Reiseplan. Eine wundervolle Stadt mit tropischem Klima."

Reisen heißt für ihn, Menschen, Kultur und Land kennenzulernen. Große Resorts mit Urlaubermassen und Mahlzeiten zu fixen Zeiten seien ihm ein Gräuel. Volle Konzertsäle bedeuten dagegen pure Glückseligkeit. "Das Publikum in Österreich ist das beste. Vor allem die Wiener hießen mich immer mit einer besonderen Herzlichkeit willkommen und sind loyal."

Vergessen sind die dunklen Jahre in der psychiatrischen Klinik, wo man ihm das Klavierspielen verboten hatte. Mit 19 verließ er Australien und ging nach London, wo er am Royal College of Music ein Stipendium bekam, worauf sein Vater nie mehr mit ihm sprach. Der Student wurde als Genie gefeiert, sein 3. Klavierkonzert von Rachmaninow war ein triumphaler Erfolg. Ein Nervenzusammenbruch folgte, er versank in seine eigene Welt und kehrte nach Australien zurück – in die Klinik.

Umarmungen

Aus dieser Welt erweckten ihn "Darling" Gillian, erfolgreiche Tourneen und vor allem der Oscar-prämierte Film "Shine", in dem Helfgotts Leben verfilmt wurde. Freude strahlt aus seinem Gesicht, wenn er über die Begegnung mit Bill Clinton beim Life-Ball-Dinner in der Wiener Hofburg erzählt. "Es war mein Geburtstag, alle Gäste, auch Präsident Heinz Fischer standen auf und sangen Happy Birthday. Da musste ich alle umarmen."

Blendet man seine kleinen Ticks aus, hört dem politik-, kultur- und geschichtsinteressierten Pianisten zu, dann ist seine Krankheit schnell vergessen. Übrig bleibt seine Fröhlichkeit, die reine Seele eines Genies und die kindliche Liebe zu Menschen. "David möchte am liebsten alle Menschen umarmen", sagt Gillian, die, obwohl 16 Jahre älter als ihr Mann, agil und fröhlich weitere Reisen plant.
Für Australien müssen sich Urlauber Zeit nehmen, rät der Musiker. "Sehenswert sind auch das Great Barrier Reef und die Whitsundays Inseln im Norden von Queensland, ein tropisches Paradies. Die Schönheit der Natur findet man im Kimberley und Kakadu National Park. Und im Süden des Landes dürfen Weinkenner auf keinen Fall eine Tour durch Barossa, Adelaide Hills und Eden Valley versäumen." David Helfgott kennt alle Hotspots des Roten Kontinents.
Info:

Anreise Zum Beispiel mit Emirates, Niki oder Qatar Airlines. www.emirates.com/at, www.flyniki.com, www.qatarairways.com/at

Beste Reisezeit für ganz Australien ist Mitte April bis Mitte Juni und Mitte August bis Mitte Oktober. Im australischen Sommer Dez. bis März ist es sehr heiß.

Visum ETA, elektronisches Visum, für Touristen.

Währung 1 € = 1,50 AUD (Australische Dollar)

Hotels The Windsor Hotel in Melbourne, DZ ab 145 €, www.thehotelwindsor.com.au

Restaurant Vue de Monde, geführt von Patron Shannon Bennett, mit herrlichem Blick auf Melbourne. www.vuedemonde.com.au
– Attica im Süden Melbournes begeistert Gourmets aus der ganzen Welt, www.attica.com.au
– The Quay von Peter Gilmour in Sidney ist unschlagbar, www.quay.com.au

Museum Mona Museum of Old and New Art in Hobart, Tasmanien. Mona Pavilions, Suite mit zwei Schlafzimmern ab 440 € pro Nacht, www.mona.net.au/

Auskunft www.australia.com/de-de

Konzerte in Österreich

David Helfgott spielt am 1. Mai 2016 in Graz, Stefaniensaal, am 3. Mai 2016 in Salzburg, Congress, jeweils um 20 Uhr. Die Solo-Auftritte des Australiers sind grandios. Kein Konzert ohne tosenden Applaus wie bei einem Popkonzert. Und dann gibt es vom Virtuosen einige Zugaben.
Tickets Tel: 01/96 0 96, www.oeticket.com, www.showfactory.at
Doku-Film über Helfgott „Hello, I am David“ von Cosima Lange am 1., 2., 3., 4. u. 6. April in Salzburg, Das Kino, Giselakai 11, 5020 Salzburg

Die 6 Hotspots von David

1 Die schönste Aussicht auf die Oper, das Conservatorium of Music, die Harbour Bridge und den Hafen in Sydney ist von der State Suite im Intercontinental Hotel.

2 Die besten Speisen sind Austern von Tasmanien, New South Wales und vom Süden. Tropischer Fisch, speziell Barramundi, Bio-Lamm und -Beef vom Cape-Grim-Rind aus Tasmanien und Waygu-Rind von Nord-Australien. Die Vielfalt ist paradiesisch: von tropischen Früchten aus Queensland über Trüffel aus Tasmanien bis zum Lobster aus Victoria oder Flusskrebse (Marron) vom Südwesten.

3Die besten Kaffeehäuser gibt es in Carlton, einem Vorort von Melbourne. Man sagt ja, Melbourne ist die Kaffee-Hauptstadt Australiens.

4 Das Windsor Hotel ist die feine alte Lady von Melbourne, die Atmosphäre des Originalbaus erinnert an elegante vergangene Zeiten.

5 Ein Must ist das Mona Museum in Hobart, Tasmanien, am Ufer des Derwent River. Eines der interessantesten und wunderbarsten Museen, die wir je gesehen haben. Übernachten Sie in einer der Villen des Museums. Genial!

6 Zu meinen liebsten Ausflügen zählt Broome im Nordwesten – ein totaler Kontrast zu Europa. Die unglaubliche Schönheit dieser unberührten Strände, Kamel-Ritte auf dem goldenen Sand, der Mond spiegelt sich tanzend im Indischen Ozean, eine weltoffene, moderne Atmosphäre. Broome ist einer der besten Plätze für Perlenfischer.