Reise 20.08.2017

Le Mont-Saint-Michel zur besten Zeit

© Bild: Tilio & Paolo - stock.adobe.com/Tilio & Paolo/Fotolia

Wer die Insel kurz vor Kassaschluss der eindrucksvollen Abtei besucht, hat sie fast für sich allein.

Sie können später gemütlich durch die Gassen schlendern, aber jetzt müssen wir uns beeilen! Wir müssen vor Kassaschluss am Eingang der Abtei sein und glauben Sie mir, die wollen Sie nicht verpassen!“, erklärt Cécile, als sie uns zum „Gipfel“ des ehrwürdigen Mont-Saint-Michel hochjagt. Wir nehmen es ihr nicht übel, denn sie hat recht, die Abtei sollte wirklich kein Besucher verpassen – und wir haben einen riesen Vorteil: Weil wir so knapp dran sind, haben wir die Insel, die jährlich von mehr als drei Millionen Menschen besucht wird, eine Stunde fast für uns alleine. Wow.

Tribut für Michael

Cécile erzählt, dass die Entstehung des Pilgerorts auf das achte Jahrhundert zurückgeht. Einer Legende nach erteilte der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches den Auftrag zum Bau einer Kirche. Der soll sich anfangs geziert haben, bis er vom Erzengel ein Loch in den Schädel gebrannt bekam. (Kann man glauben, muss man aber nicht – ein Schädel mit Loch wird jedenfalls in der Kirche Saint-Gervais in Avranches aufbewahrt.)

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Wir spazieren durch die UNESCO-Stätte und sind beeindruckt. Aus einem kleinen Sakralbau wurde über die Jahrhunderte eine große Kirche, Benediktinermönche gründeten ein Kloster. Im 12. Jahrhundert war es zu einer Abtei und zum Ziel großer Pilgerströme gewachsen. Die thront auf einer Insel aus Granit im Wattenmeer der Normandie, an der Grenze zur Bretagne. Der architektonisch beeindruckende Kreuzgang symbolisiert den paradiesischen Garten, von hier hat man einen wunderbaren Blick über die versandete Bucht. In den salzigen Wiesen grasen Schafe – ab März mindestens 230 Tage im Jahr.

Erst mit der Abtei kam das Dorf, in dem heute nur noch 20 Menschen wohnen: fünf Mönche, sieben Nonnen, zwei Priester und sechs Laien.

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Mont Saint-Michel is one of France's most recognizable landmarks, listed on UNESCO list of World Heritage Sites.Mont-Saint-Miche… © Bild: Getty Images/iStockphoto/Xantana/IStockphoto.com
Die Bucht ist Schauplatz der stärksten Gezeiten Europas – bis zu 15 Meter zwischen Ebbe und Flut.Waren es im Mittelalter fünf Kilometer bis zur Küste, wurde sie durch den Bau eines Damms versandet. Der Inselcharakter ging zusehends verloren. Dem wirkt seit 2014 eine ein Kilometer lange, geschwungene Stahlbrücke des Österreichers Dietmar Feichtinger entgegen, die die Dammstraße obsolet macht. Als wir spät Abends nach einem Besuch des 120 Jahre alten Restaurants „Mère Poulard“ wieder darüber schlendern, werfen wir in einer traumhaften Abendstimmung einen Blick zurück auf die Insel. Wir sind uns einig: Kurz vor Kassaschluss ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch.

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Grafik © Bild: /Grafik
Anreise Z. B. mit Austrian Airlines nach Paris, weiter mit dem Mietautoaustrian.com

Beste Reisezeit Das Klima ist ganzjährig mild und feucht. Frühling und Herbst eignen sich zum Wandern und Radfahren. Im April und Mai ist Apfelblüte, von Juni bis August kann man an den Strand, September und Oktober ist Apfelernte mit vielen Festen.

Essen und Trinken Auberge des deux tonneaux: Uriges Gasthaus aus dem 17. Jh. im Herzen des Dorfes Pierrefitte-en-Auge aubergedesdeuxtonneaux.com

Restaurant l’Auberge de la Mère Poulard: Seit über 120 Jahren in Le Mont-Saint-Michel. Berühmt für Omelett und Kekse. merepoulard.com

Übernachten Die deutschsprachige Initiative "Willkommen in der Normandie" vereinigt 26 Hotels, die ihre Gäste in deutscher Sprache betreuen. Dazu gehört z. B. das 3*Best Western Montgomery, nur 10 min. vom Mont-Saint-Michel entfernt. ☎ +33 (0)2 33 60 00 09, hotel-montgomery.com

Angebot viele Veranstalter haben die Normandie im Programm, z. B. Raiffeisen Reisen: 7 Tage Normandie und Bretagne ab 1099 € /P. im DZ. ☎ 01 / 313 75 – 82

Auskunft Tourimusverband der Normandie: de.normandie-tourisme.fr

– Tourimusbüro der Stadt Rouen: rouentourisme.com/de

– Atout France: ☎ 01/503 28 92, info.at@france.fr, at.france.fr

( kurier.at ) Erstellt am 20.08.2017