Reise
05.12.2011

Mühlviertel: Ein Weekend im Liebeshotel

Das "Bergergut" ist von Kopf bis Fuß auf Romantik eingestellt. Wie kann man sich zwei Tage in dieser rosaroten Welt vorstellen? Ein Lokalaugenschein.

Ich schwitze. Mein Partner hingegen lächelt mir entspannt zu, wagt einen neuerlichen Aufguss und lehnt sich auf der hölzernen Bank bequem zurück. Was zuviel ist, ist zuviel. Die Sauna ist definitiv nicht der beste Ort um sich näher zu kommen, schnell verlasse den heißen Ort. Und damit den wohl einzigen Platz im " Bergergut", an dem Körperkontakt nicht möglich ist. Außer man liebt es sehr heiß.

Schon die Anreise in das "Liebeshotel" ist wildromantisch. Von Wien aus fährt man die Autobahn nach Linz und biegt dann ins Mühlviertel ab. Teils über schmale Landstraßen - so will es jedenfalls das Navi - geht es nach Afiesl, fast an der böhmischen Grenze.
Romantik und Liebe - dieses Thema ist im Bergergut überall zu spüren. Pärchen, wohin man blickt, Kerzenromantik, leise Love-Songs-Beschallung im ganzen Haus und Doppel-Liegen im Spa-Bereich. Unwillkürlich fragt man sich, wie Angestellte mit Liebeskummer diese rosarote Welt aushalten.

Doch man selbst zählt ja ebenfalls zu den erholungssuchenden Pärchen - und für Verliebte, die einfach wieder einmal Zeit zu Zweit brauchen ist es in Afiesl ideal. Scheinbar kann man hier übrigens auch Skifahren. Vom Hotelzimmer aus blicken wir auf eine Skipiste. Eine, wohlgemerkt, mit einem Skilift. Das muss reichen.

Für die Übernachtung stehen Besuchern verschiedene Themen-Zimmern und Suiten zur Verfügung: Vom Himmelbett- über das Teufelchen-Zimmer bis hin zur Paradies-Suite.
Das Interieur ist teilweise recht kitschig gewählt - zeichnet aber auch ein spezielles Romantikhotel aus und ist für die Dauer eines Wochenendes auch sehr gut aushaltbar. Zudem eignet sich die idyllische Wandmalerei in der Himmels-Suite - eine Toskana-Ansicht - auch perfekt als Hintergrund für lustige Fotos.

Leise knirschelt der Schnee ...

Zur Zeit unseres Besuchs präsentiert sich das Mühlviertel bereits tief verschneit. Perfekt, um den Tag - natürlich nach einem reichlichen Frühstück - mit einem Winterspaziergang zu beginnen. Direkt hinter dem Bergergut führt ein unanstrengender Wanderweg durch den Wald zu einer Kapelle. Damit man die Liebe auch außerhalb des Hotels nicht vergisst, säumen zahlreiche Schilder der "Liebe ist…"-Zeichnungen den Weg. "Liebe ist … das Tempo vorzugeben" etwa. Na das passt ja, denke ich, während der Liebste bereits in einigen Metern Entfernung wartend im Schnee steht.

Nach dieser extra großen Portion Frischluft freut man sich bereits auf die wärmenden Hallen des Haus-eigenen Spas. Mit einem speziellen Wellness-Ressort ist dieses zwar nicht zu vergleichen, dafür gilt hier: klein und fein.

Die bereits erwähnten Saunen und Dampfbäder laden zum Schwitzen, ein kleiner Pool eignet sich zum Schwimmen und im Whirlpool kann man sich nach diesem sportlichen Programm wieder näher kommen.
Schon ist der romantische Tag wieder vorbei und es ist Zeit, sich für das abendliche Dinner zu kleiden. "Schöne Kleidung" ist erwünscht, aber kein Muss. Auch in Jeans und Shirt ist vor allem der männliche Part fast genauso gut gekleidet.

Das mehrgängige Mahl mundet ausgezeichnet - nicht umsonst wurde die Küche des Bergergutes soeben von Gault Millau mit einer Haube ausgezeichnet.
Das abendliche Programm im Hotel ist vorhanden, aber überschaubar. So öffnet an einem Abend die eigene "Lounge", am nächsten der urige "Weinkeller". Allzu viele Gäste tummeln sich hier nicht, aber schließlich befindet man sich ja auch in einem Liebeshotel, und die Zimmer sind nicht umsonst sehr fantasieanregend und kuschelig eingerichtet …

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