Malaysia: Zwischen Mega-City und Regenwald

Gaya Resort, Kota Kinabalu, Borneo, Malaysien, …
Foto: KURIER/Ingrid Teufl Gaya Resort, Kota Kinabalu.

Malaysia hat nicht nur die pulsierende Metropole Kuala Lumpur zu bieten. Auf Borneo locken weiße Strände, unberührte Natur und seltene Langnasenaffen.

Der Regenwald zieht uns sofort in seinen Bann. Die üppige, tiefgrüne Vegetation mit den vielen hohen Palmen und die glatte Oberfläche des Klias River beruhigen. Unweigerlich. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, als wir einer Gruppe Japaner begegnen, die auch den "River Cruise" durch die Mangrovensümpfe im malaysischen Teil Borneos gebucht haben. Denn jedes Rascheln im dichten Blattgewirr am Ufer wird mit erwartungsvollen Ahhs! und Ohhs! kommentiert.

Proboscis monkeys in a row Foto: Getty Images/miskani/IStockphoto.com Das schmälert die Chance, die ohnehin scheuen Langnasenaffen, derentwegen wir hier entlangschippern, live zu sehen. Unser Reiseführer Ben sieht sich schließlich zu einem resoluten Schh! genötigt. Die possierlichen Tierchen mit den langen Nasen und dicken Bäuchen sind neben Orang Utans eine der Hauptattraktionen im malayischen Teil Borneos. Weil sie sich nur von bestimmten Blättern, die hier wachsen, ernähren, gedeihen sie in fremder Umgebung nicht gut. Wir haben schließlich doch noch Glück: Eine ganze Horde aus mindestens 20 Tieren schwingt sich durch die Zweige.

Gaya Resort, Kota Kinabalu, Borneo, Malaysien, … Foto: KURIER/Ingrid Teufl Das Eintauchen in die tropische Natur ist eines der Tourismus-Standbeine des Landes. Das Kapital des Regenwalds wird zunehmend für sanften Tourismus genutzt. Trekkingtouren oder Bergsteigen am Mount Kinabalu, mit über 4000 Metern der höchste Berg Malaysias, bieten Abwechslung vom klassischen Urlaub unter Palmen am türkisblauen Meer mit faszinierender Unterwasserwelt und Korallenriffs.

Im Gaya Island Resort auf einer autofreien Insel vor der Stadt Kota Kinabalu ergänzen sich Erholungsaspekt und ökologische Note. Das Fünf-Sterne-Resort liegt in einem geschützten Meeresreservat. Und auch Nasenaffen oder Makaken begegnet man. Sie sind allerdings weit weniger scheu als ihre Verwandten am Klias-Fluss. Die Empfehlung, die Verandatüren der idyllisch-ruhigen Villen im Mangrovenwald immer abzusperren, kommt nicht von ungefähr. Denn da kann schon unerwünschter Besuch auftauchen, um das Zimmer erkunden.

Im per Boot nur zehn Minuten entfernten Kota Kinabalu kann der europäische Urlauber ins pralle malaysische Leben eintauchen; und es sind Kontraste wie diese, die typisch sind für das vielfältige Land. Farbenprächtige exotische Früchte liegen da zu Türmchen geschlichtet – von der Mangostan- bis zur Durianfrucht (auch Jackfruit). Man muss sie zumindest ein Mal im Leben gekostet haben, so ungewöhnlich ist diese "Königin der Früchte". Auch wenn sie fürchterlich stinkt. Am Gaumen lässt sie sich am ehesten als eine Mischung aus gerösteten Zwiebeln, Knoblauch und Vanille beschreiben – das liebt oder hasst man. Daneben werden Meeresfrüchte gebraten, die kurz zuvor von den Fischern an Land gebracht wurden.

Pulsierende Metropole

Petronas Towers. Foto: Getty Images/iStockphoto/Rat0007/IStockphoto.com Gegensätze, die hat Malaysia wahrlich zuhauf zu bieten. Nach Urwald, Palmenstrand und türkisem Meer, vor allem in der pulsierenden Metropole Kuala Lumpur. Hier, in "KL", spürt man die Zukunftsorientiertheit so stark wie nirgendwo sonst in Malaysien: Wolkenkratzer mit interessanten Glasfassaden ragen entlang dicht befahrener, sechsspuriger Straßen auf – einer der markantesten sind die Petronas Twin Towers. Bei ihrer Fertigstellung 1996 waren die Zwillingstürme das höchste Gebäude der Welt. Der Blick von ihrer Spitze gehört zum Pflichtprogramm. Ebenso wie Chinatown, das Stadtplaner schon einmal abbruchreif fanden. Mit seinem bunten Angebot und den eifrig ihre gefälschten Luxusmarken anbietenden Händlern tut der nicht unangenehme "Kulturschock" nach dem Besuch des feudal-luxuriösen Shopping-Viertels im "goldenen Dreieck" gut.

majestic hotel Foto: KURIER/Ingrid Teufl So modern sich die Metropole 60 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung gibt – die Spuren der kolonialen Vergangenheit finden sich noch häufig in der Stadt, etwa rund um den Merdeka Square, den die Engländer als Kricket-Platz angelegt hatten. Das ehemalige Clubhaus, der Selangor Club, ist nach wie vor nur Mitgliedern zugänglich. Ein Glück, dass das für den traditionellen Fünf-Uhr-Tee, den gehobene Hotels wie "The Majestic" auch für hausfremde Gäste anbieten, nicht zutrifft. Im renovierten Traditionshaus gegenüber dem historischen Bahnhof wird der Glanz der 1930er-Jahre wieder lebendig. Da treffen sich noble Damen mit Kopftuch ebenso wie junge Studenten. Auch wir lassen gern das hektisch-moderne "KL" draußen und halten uns an die alte britische Weisheit, dass eine Tasse Tee einfach in jeder Lebenslage passt.

Info

grafik Schimper… Foto: /Grafik

Anreise Von Wien aus sind Kuala Lumpur und Kota Kinabalu mit Singapore Airlines und/oder SilkAir via Zubringerflug (z. B. Frankfurt oder Düsseldorf) über  Singapur  per Nonstop-Flug (2-mal tgl., Dauer ca. 12 Std.) erreichbar. Economy Class ab 889 €, Business  ab 3319 €.  Ebenso verfügbar: luxuriöse Suiten und Premium Economy Class.  www.singaporeair.com

Einreise Ein mindestens sechs Monate gültiger Pass ist notwendig, bei der Einreise „Visit Pass“ für einen dreimonatigen visafreien Aufenthalt.

Beste Reisezeit Das Klima ist das ganze Jahr über subtropisch (22 bis 32  C), im Bergland, etwa auf dem Mount Kinabalu, deutlich kühler
 (18 C).  Außer im Osten der Halbinsel Malaysia keine ausgeprägten Regenzeiten, das Land kann das ganze Jahr bereist werden. Sabah ist besonders im europäischen Winter ein gutes Reiseziel.

Währung/Preisniveau 1 € entspricht derzeit 4,68 malaysischen Ringgit (MYR). Das Preisniveau ist niedrig. Frische Gerichte auf Märkten um ca. 10 MYR.

Hotel Es gibt Unterkünfte in jeder Preisklasse. Die malaysische YTL-Kette betreibt im ganzen Land Hotels im gehobenen Bereich und mit historischer Bausubstanz.
– Natur- und Familien-Resort Gaya Island Resort (120 Villen, Spa Village) auf der Insel Pulau Gaya vor Kota Kinabalu im geschützten Meeresreservat Tunku Abdul Rahman Marine Park. DZ ab150 €. www.gayaislandresort.com
– Ritz Carlton (5*-Hotel, 364 Zimmer, persönl. Butler-Service rund um die Uhr, Spa-Village) im  Zentrum von  Kuala Lumpur DZ ab ca. 210 €. www.ritzcarlton.com/de/hotels/malaysia/kuala-lumpur
– The Majestic Hotel in Kuala Lumpur (5 *,  124 Suiten, 176 Zimmer, Butler-Service, Spa) im Zentrum von Kuala Lumpur, im Art- Deco-Stil renoviert. DZ ab ca. 190 €. majestic-kuala-lumpur.hotel-rn.com

Kulinarik Viele kulturelle Einflüsse prägen die malayische Küche: chinesisch, indisch oder auch europäisch. Frische Gewürze, Nudeln oder Curry sind schmackhafte Klassiker. Besondere Vielfalt bieten Streetfood-Markets. Qualität und Frische der Garküchen sind  generell recht hoch.

Grand Prix Ein Muss für Rennfahr-Fans:  In Sepang (3 bis 4 Stunden  Autofahrt von Kuala Lumpur) findet alljährlich der Formel- 1-Grand-Prix von Sepang statt. Heuer startet das Rennenam 1. Oktober.

Auskunft www.malaysia.travel/de, www.sabahtourism.com

(kurier) Erstellt am
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