In Wien leben und Geld sparen? So geht's!

Der neue Ratgeber "Ganz Wien für wenig Geld" gibt Anleitungen für ein genussvolles Leben in Wien - ohne die Geldbörse auszureizen.

"Ganz Wien für wenig Geld" - Das neue Buch der beiden Autoren Christof Bieberger und Alexandra Gruber hält Tipps bereit, um kostengünstig durch den Alltag zu kommen und sich auch noch den angenehmen Dingen des Lebens widmen zu können. „Gutes Essen, Ausgehen, Sport, Ausflüge, Kultur, Konzerte und ab und zu eine Neuanschaffung sind wichtig, um den Spaß am Dasein nicht zu verlieren“, so das Credo der Beiden. In Wien lässt sich all das leicht umsetzen. Das Buch bietet eine Vielzahl an Informationen, Vorschläge und Denkanstöße. Outlets bekannter Modehäuser, Schuhhändler oder exklusiver Designer zählen zu wahren Fundgruben für Schnäppchen-Jägerinnen. Wahre Fashionistas erstehen auf diesem Weg kostbare Einzelteile, die ihrem eigenen Stil das gewisse Etwas geben und ihre Individualität unterstreichen. Nicht zu vergessen natürlich auch der obligatorische Besuch eines Flohmarktes. Aber warum nicht einmal die Seiten tauschen? Entrümpeln macht Spaß, schafft Platz für Neues und befreit oft von altem Ballast. Zusätzlich lässt sich mit diesen alten Dingen Geld verdienen. Für den größten Flohmarkt Wiens auf dem Naschmarkt kann man sich online  um einen Platz anmelden, allerdings sind diese heiß begehrt! Mindestens genauso interessant ist der zweimal im Jahr stattfindende Flohmarkt in der Neubaugasse im 7. Bezirk. Tauschzentralen und Gratis-Läden erfüllen gleich mehrere Zwecke: Für die einen eignen sie sich prima um ihren alten Krempel loszuwerden, für die anderen sind sie eine Möglichkeit um leichter über die Runden zu kommen. Besonders erwähnenswert sind hier der Vinzishop in Wien-Ottakring, der aus einem Projekt des Grazer Armenpfarrers Wolfgang Pucher hervorging, sowie die drei Umsonst-Läden: Der Kost-Nix-Laden im 5. Bezirk, die Schenke im 8. sowie der Gratis-Bazar am Schöpfwerk in Wien 12. Wer kennt das nicht? Endlich ist die passende neue Wohnung gefunden, bleibt kaum mehr Geld für diverse Einrichtungsgegenstände. Abhilfe kann hier Carla schaffen, das Spendenlager der Caritas, in dem preisgünstig Secondhandwaren aller Art verkauft werden. Wem das Angebot von Carla zu wenig stylish ist, der sollte einen Abstecher in die Kare Fundgrube nach Wiener Neudorf machen. Ausstellungsstücke können hier um 30 bis 70 Prozent reduziert erworben werden. Kostenrechner aller Art bietet die Homepage der Arbeiterkammer. Hier können Bank- und Versicherungskonditionen sowie Energiekosten und die Preise von Handy- und Internetanbietern verglichen werden. Zudem wird ein Fahrplan für die Arbeitnehmerveranlagung geboten, der in einfachen Schritten erklärt, wie Geld vom Fiskus zurück geholt werden kann. Regelrechte Preiskämpfe spielen sich am Mobilfunkmarkt ab. Hier ein Handy gratis, da die Grundgebühr gespart - wer hier den Überblick behält, kann sich glücklich schätzen. Allen anderen sei der "Handy-Tarifrechner" der Arbeiterkammer ans Herz gelegt. Mit einigen Mausklicks kann der günstigste Tarif von allen Anbietern für die eigenen Bedürfnisse ermittelt werden. Im Sommer entwickelt sich die Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz zu einem wahren Hotspot. Dabei locken nicht nur das vielfältige Angebot in der Bibliothek - von Büchern über DVDs und Konsolenspielen - sondern auch der Bau an sich: Die Treppe zum Dach (übrigens die größte Freitreppe Wiens) entwickelt sich regelmäßig bei Schönwetter zu einem Fixplatz für Sonnenanbeter. Der Ausblick vom Dach der Bücherei ist ebenso wenig zu verachten wie das kulinarische Angebot im Cafe. Das Projekt "offener Bücherschrank" ist eine neue Initiative, die sich dem Nehmen und Geben verschrieben hat. Aus einem Kasten an mittlerweile drei Standorten in Wien können Bücher entnommen und/oder reingestellt werden. Ein Tausch ist nicht verpflichtend. Die Bücher sollen dem Warenkreislauf entzogen und der öffentliche Raum nicht komplett der kommerziellen Nutzung überlassen werden. Von Studenten entwickelt wurde die Suchmaschine "Powerhour" - damit wird die Suche nach Lokalen mit günstigen alkoholischen Drinks erleichtert. In der Suchmaske wird die Alkoholpräferenz (vom Longdrink bis zum Bier) und der gewünschte Wochentag gewählt, herauskommt die für die jeweilige Bar günstigste Zeit, um billig Alkohol zu konsumieren. Zusätzlich kann eine ganz persönliche Trinkroute zusammen gestellt werden. Unter dem Motto "Freies Obst für freie Bürger" gibt das Internet-Portal "mundraub.org" einen Überblick über herrenlose Obstbäume. Eine Karte zeigt Stellen, an denen frei nutzbares Obst und Gemüse verzeichnet ist. In und um Wien warten Obst, Nüsse, Kräuter und Beeren darauf gepflückt zu werden. Erlaubt ist allerdings nur, dort zuzugreifen, wo es sich um Früchte ohne Eigentümer handelt, die also frei zugänglich sind. Tabu sind Gärten und eingezäunte Grundstücke - die Seite will nicht zum Diebstahl animieren! Eine ebenfalls kostenlose und bequeme Variante wäre es , Obst und Gemüse auf dem Balkon selber zu ziehen, wie es einst schon Fiona Swarovski als Lösung für die Weltwirtschaftskrise vorschlug... Falls kein Balkon vorhanden ist, könnten alternativ ein Tauschhandel mit Schrebergärtnern ausverhandelt werden oder man geht "nachklauben" auf bereits abgeerntete Felder. Egal auf welche Weise die Ernte erfolgt, es bleiben immer Früchte in der Erde oder auf dem Boden. Wenn der Besitzer seine Erlaubnis erteilt, spricht nichts gegen das "Nachklauben", so lange es sich um Mengen für den Eigenbedarf handelt. An die Griller - fertig - los!  Mit den ersten Sonnenstrahlen startet auch die Grillsaison. Möglichkeiten, in Wien diesem Vergnügen zu frönen, gibt es einige. Seit 9. April stehen auch wieder alle öffentlichen Grillplätze zur Verfügung. Trinkwasser und WC-Anlagen sind jeweils vorhanden. Die Nutzung ist grundsätzlich kostenlos und nicht reservierungspflichtig. Ausnahmen gelten auf den Grillplätzen im Donauinselbereich. Nicht nur bei sommerlichen Temperaturen ist das Museumsquartier ein richtiger Hotspot. Lokale, Museen und Veranstaltungen locken rund ums Jahr Tausende Menschen unterschiedlichen Alters in das Areal. Besonders beliebt sind die Enzos, die Sitzmöbel des MQ, die jährlich die Farbe wechseln, die wiederum im Vorfeld von den Wienerinnen und Wienern per Internetvoting gewählt wird. Die Kulturoase MQ feiert ihr 10-jähriges Jubiläum und wartet von Mai bis Oktober mit einem speziellen Programm auf. Wunderbar Sonnenbaden und relaxen lässt es sich rund um die Donau: Kostenloses Badevergnügen bietet die Obere Alte Donau und natürlich die Donauinsel, die mit einem 42 Kilometer langen Naturstrand Erholungshungrige anlockt. Im Norden und im Süden gibt es großzügige FKK-Strände. Der Freikörperkultur gefrönt wird auch an der Dechantlacke in der Lobau. Ein letztes Stück unberührter Natur mitten in Wien stellt der Lainzer Tiergarten dar, der zum Wienerwald gehört. Das von einer Mauer umzäunte Gebiet bietet auf 25 Quadratkilometern viel Grünraum für erholungssuchende Städter zum Nulltarif. Hirsche, Rehe, Wildschweine und viele andere Tiere können in freier Wildbahn beobachtet werden. Zudem stehen unter anderem Lagerwiesen, Waldspielplätze, Naturlehrpfade und eine Aussichtswarte zur Verfügung. Am 30. April findet ab 12 Uhr ein Frühlingsfest beim Lainzer Tor statt. Highlight ist das Aufstellen des Maibaums. Die Besucher erwarten viele weitere Attraktionen und kulinarische Genüsse. Der Böhmische Prater ist der günstigere Bruder des weltberühmten Wiener Wurstelprater. Der ursprüngliche Vergnügungspark der Arbeiterschaft ist ein Stück Stadtgeschichte und wohl auch weniger touristisch. Sowohl die Preise als auch die Ringelspiele selbst sind noch aus anno dazumal. Der Charme vergangener Tage ist noch gegenwärtig. Hier soll es auch die besten Langos von überhaupt geben... Das erste Popfest im letzten Jahr entwickelte sich regelrecht zu einem Massenevent - 40.000 Menschen versammelten sich an vier Tagen am Karlsplatz. Die Idee ist ganz einfach: Heimischen Pop-Acts wurde für ein verlängertes Wochenende eine Bühne zur Verfügung gestellt und dem Publikum gratis Konzerte. Nachtschwärmer zieht es jährlich im August in die einstige Rotlichtszene Wiens zwischen Urban-Loritz-Platz und Alser Straße. Dann verwandelt der schon traditionelle Gürtel Nightwalk die Lokalszene in eine riesige Open-Air-Bühne der heimischen Musikszene - gratis Konzerte inklusive. Vom Dach der Hauptbücherei geht es über die Lokale in den Stadtbahnbögen durch 15 verschiedene Locations. Ein kulturelles Highlight der Superlative ist das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn. Das stimmungsvolle Ambiente des Schlossparks und der Gloriette lockt nicht nur Freunde der klassischen Musik zu diesem Ereignis des prominenten österreichischen Ausnahme-Orchester. Der Eintritt ist für alle frei, Reservierungen sind nicht möglich. Längst kein Geheimtipp mehr ist das Filmfestival am Rathausplatz, das jedes Jahr zwischen Juli und September Hunderttausende Besucher anlockt. Kostenlos können Musik-, Opern- und Tanzfilme ab Einbruch der Dunkelheit auf einer 230 Quadratmeter großen Leinwand genossen werden. Die Kulisse des beleuchteten Rathauses bietet ein zusätzliches Flair. Für kulinarische Genüsse sorgen zahlreiche Stände, die mit internationalen Gerichten locken, allerdings zu etwas höheren Preisen. Christof Bieberger, Alexandra Gruber: "Ganz Wien für wenig Geld. Der Cityguide für Lebenskünstler" Metroverlag 192 Seiten, 9,90 Euro
(KURIER.at) Erstellt am
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