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Musical-Stadt
12/07/2014

Hamburg hat längst Bühnenreife

"Das Wunder von Bern" ist ein weiterer Beweis für den Kultur-Boom an der Elbe.

von Alexander Strecha

Hamburg ist Hafen. Hamburg ist Reeperbahn. Nicht nur. Hamburg steht auch für Musical. Wenn die zwei Fußball-Klubs der Stadt vor sich hin dümpeln, der HSV in der obersten Liga, der Kultklub St. Pauli eine Stufe darunter, dann ist es kein Wunder, dass sich Hamburg an die guten alten Fußballzeiten erinnern möchte. Da kommt das Musical "Das Wunder von Bern" gerade recht, das nicht nur vom WM-Titel von 1954 erzählt, sondern auch von einer Familiengeschichte in der Nachkriegszeit, als der Vater aus der russischen Gefangenschaft heimkehrt und sich als Fremdkörper im intakten Familienleben wiederfindet.Musical-Fans, denen der Fußball wenig unter die Haut geht, kommen dennoch voll auf ihre Rechnung, da das Bühnenbild und die Inszenierung sensationell originell, die Leistungen der Darsteller absolut sehenswert sind. Hamburg ist auch ohne englischsprachige Produktionen eine internationale Musical-Bühne geworden in den letzten zwei Jahrzehnten, weltweit Nummer drei hinter New York und London. Nur die Hamburger wissen das zum Großteil nicht so recht zu schätzen, der Stolz auf die Produktionen ihrer Stadt hält sich in Grenzen.

Standing Ovations

Dabei hätten sie allen Grund dafür, wenn man die nackten Zahlen betrachtet. Seit mehr als einem Jahrzehnt lockte der "König der Löwen" zehn Millionen Zuschauer an. Für "Das Wunder von Bern" (Premiere war am 23. November) wurde extra das Stage-Theater für 1850 Zuschauer gebaut, die Kosten betrugen 50 Millionen Euro, weitere 15 verschlangen die Produktionskosten. Gespielt wird so lange, wie Karten verkauft werden. Kalkuliert hat man zumindest zwei Jahre. Nach dem Auftakt sollte dies auch gelingen, die Zuschauer riss es jedenfalls von den Sitzen, nach 20 Minuten gab es den ersten Szenenapplaus, am Ende Standing Ovations.

Die Hamburger sollten froh sein, dass dieser Tourismus-Zweig floriert, wo doch andere Attraktionen in den letzten Jahren ihren Glanz verloren haben. Zum Beispiel die Reeperbahn, die im Advent wieder mit "Santa Pauli" punktet. Der Weihnachtsmarkt bietet neben erwärmenden Getränken auch eine Stripshow in einem Zelt und viele Stände mit Sexspielzeug.

Die Reeperbahn hat in den letzten 20 Jahren einen drastischen Wandel in Richtung des normalen Entertainments erfahren. In der Hochblüte in den 1980ern gingen noch 4000 Damen des Gewerbes zu Werke, heute sind es nur noch 400. Das käufliche Gewerbe stöhnt auf, aus anderen Gründen.

Wandel der Zeit

Das Internet hat dem Sex-Business in Hamburg deutlich geschadet. Dazu kommt der Umstand, dass die Frachten der großen Schiffe heute schon innerhalb weniger Stunden gelöscht werden, weshalb es die Seeleute nicht mehr in die Innenstadt an die Reeperbahn zieht. Früher, ja früher war alles besser, da blieben die Matrosen einige Tage lang. Der neue Hafen liegt an der anderen Seite der Stadt, die Besatzungsmitglieder kommen meist von den Philippinen, schicken das verdiente Geld lieber nach Hause, als es in Hamburger Kneipen zu lassen.

Neben dem interessanten Schoko- und dem Teemuseum ist Hamburg aber nach wie vor Hafen. Vor allem Sonntagfrüh mit dem Altonaer Fischmarkt und der Fischhalle, in der der Brunch besonders gut mundet. Neben frischem Fisch gibt es nicht weniger frisches Gemüse und Obst zu kaufen. Wer das erleben will, muss früh aufstehen, denn zu Mittag ist alles vorbei.

Hamburg von seiner coolsten Seite

Anreise, Sigthseeing & Co

Anreise Tagesaktuelle Flugpreise von NIKI/airberlin auf den jeweiligen Homepages.

Musical-Package 4*-Plus Hotel Crowne Plaza Hamburg-City Alster, 3 Nächte im Doppelzimmer mit Frühstück, Eintrittskarte zweite Kategorie für das Musical „Das Wunder von Bern“ am Freitagabend, Hamburg Card für 3 Tage; bei Anreise z. B. am 5., 19. u. 26. März Preis pro Person ab 297 € (ohne Flug). Details im Reisebüro und unter www.dertour.at

Sightseeing Chocoversum by Hachez. Eine süße Tour von der Kakao-Bohne bis zur veredelten Schokolade, www.chocoversum.de;
– Meßmer Momentum mit Teeschulung und Verkostung unzähliger Sorten, www.messmer.de/messmer-momentum;
– Altonaer Fischmarkt samt Bootsmann-Brunch in der Fischauktionshalle Sonntagfrüh, www.hamburg.de/fischmarkt;
– Internationales Maritimes Museum, www.imm-hamburg.de

Einkehrtipps Santa Pauli – der geilste Weihnachtsmarkt von Hamburg. www.spielbudenplatz.eu
– Hard Rock Café bei den Landungsbrücken.

Auskünfte Hamburg Tourismus, www.hamburg-tourism.de

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