Die schlimmsten Reifensünden

Was man seinem Autoreifen nicht zumuten sollte und was beim Wechsel der Räder zu beachten ist.

Das kalte Wochenende hat es gezeigt: Es wird Zeit für den Reifenwechsel. Damit die neuen Pneus auch lange halten, sollten einige Dinge beachtet werden. KURIER.at hat die häufigsten Reifensünden zusammengestellt. Luftdruck zu niedrig

Jedes zweite Auto ist laut Autofahrerclubs mit falschen Luftdruck unterwegs. Dabei ist fast immer zu wenig Luft im Reifen. Die Folge, der Reifen wird am Rand stärker abgefahren, das verringert die Kilometerleistung und steigert die Gefahr eines Reifenplatzers. Weiteres Problem: Durch die geringere Haftfläche verlängert sich der Bremsweg. Reifendruck zu hoch

Weniger häufig, aber ebenso schädlich: Der Druck im Reifen ist zu hoch. Ist zu viel Luft im Pneu, berührt der Reifen nur mit der Mitte der Lauffläche die Straße und nutzt sich dort unverhältnismäßig stark ab. Auch hier führt die geringere Haftfläche zu längeren Bremswegen und verringerter Kurvenstabilität.

In manchen Situationen ist höherer Luftdruck jedoch erforderlich. So sollte beispielsweise vor längeren Autobahnfahrten mit hohen Geschwindigkeiten der Druck um 0,2 bar erhöht werden. Bei voller Beladung ebenfalls. Schlampige Kontrolle

Experten raten den Reifen alle 14 Tage auf ungleichmäßigen Abrieb, Fremdkörper (eingefahrene Nägel, Schrauben, Steine, etc.) und den Luftdruck zu überprüfen. Der korrekten Reifendruck steht bei vielen Fahrzeugen auf der Rückseite des Tankdeckels und immer in der Betriebsanleitung. Im spitzen Winkel auf den Randstein

Rand- und Bordsteine sollten möglichst frontal befahren werden. Fährt man in zu spitzem Winkel auf einen Randstein, wird der Reifen an der Flanke geklemmt. Das führt zwangsweise zur Zerstörung des äußeren Gummis beziehungsweise des Reifenunterbaus.

Auch das seitliche Touchieren von Bordsteinen kann zu Beschädigungen, schleichendem Luftverlust und zur Beschädigung der Stahldrähte im Reifengürtel führen. Kanaldeckel und Schlaglöcher überfahren

Nicht jede Straße ist in einem optimalen Zustand. Schlaglöcher und abgesunkene Kanaldeckel können wie der Randstein den Reifen beschädigen. Fährt man mit zu hoher Geschwindigkeit über die scharfen Kanten sind Brüche im Unterbau des Pneus oder Schäden an der Felge denkbar. Alte oder schlechte Stoßdämpfer

Reifen haben eine Dämpferfunktion. Wenn die eigentlichen Stoßdämpfer ihre Aufgabe nur mehr schlecht erfüllen, steigt die Belastung der Reifen. Der Verschleiß erhöht sich, der Komfort sinkt. Falsche Spur und verstellter Sturz

Die Spur beschreibt die Stellung von linkem und rechtem Rad zueinander. Stimmt die nicht, dann gerät das Auto wortwörtlich aus der Spur, zieht in eine Richtung. Unter dem Radsturz versteht man die Neigung des Rades. Beides muss korrekt eingestellt sein, sonst erhöht sich auch hier die Mehrbelastung. Blockierende Räder

Bei einer Vollbremsung entstehen durch das Blockieren der Räder sogenannte "Bremsplatten", die sich auch nicht reparieren lassen. Seitdem fast alle Neuwagen mit ABS ausgerüstet werden, hat sich auch das "Bremsplatten-Problem" jedoch drastisch reduziert. Hochdruckreiniger

Nicht nur zu hoher Druck im Reifen ist schlecht, sondern auch zu hoher Druck von außen. Reinigt man sein Auto mit einem Hochdruckreiniger sollte man beim Absprühen der Felgen besonders vorsichtig sein. Trifft der Hochdruckstrahl aus geringer Distanz direkt auf den Reifengummi, entstehen Löcher und Risse. Falsche Montage

Selbermacher aufgepasst: Wer die Winterreifen des Vorjahres montiert, sollte sie vorher auf Schäden untersuchen und die Profiltiefe (min. 4 mm) prüfen. Die Reifen sollten bei jedem Wechsel an der selben Stelle montiert werden. Kennzeichen oder Kürzel mit Kreide auf das Rad geschrieben, helfen beim Zuordnen.

Für die fachgerechte Montage ist außerdem ein Drehmomentschlüssel erforderlich (das korrekte Drehmoment steht in der Betriebsanleitung). Schrauben die falsch angezogen werden können zu Schäden an Felgen, Radmutter und Gewinde führen.

Die abmontierten Sommerreifen sollten an einem kühlen, trockenen Ort - liegend übereinander gestapelt oder an der Wand hängend - gelagert werden.
(KURIER.at, ADAC, ÖAMTC / spp) Erstellt am
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