Almrausch - die schönsten Hütten Österreichs

duisitzkarsee…
Foto: HERBERT RAFFALT Tiefblau wie der Himmel: Der Duisitzkarsee in den Schladminger Tauern. 

Hinaufsteigen, durchatmen und den Alltag weit, weit hinter sich lassen. 8.700 Almen gibt es zwischen Niederösterreich und Vorarlberg, wo im Sommer das Vieh weidet, müde Wanderer Labung und Unterkunft finden.Die freizeit hat die schönsten Almen Österreichs gesucht und gefunden.

DUISITZKARSEE, Steiermark

Der malerische Bergsee in den Schladminger Tauern      liegt auf 1.665 Metern. Jetzt, wenn die Lärchen sich goldgelb färben, ist es dort besonders schön. In der Hütte können  Wanderer in einem von 15 Betten übernachten (bis 24. Sept.). Hier wird das Leben auf das Wichtigste reduziert: Duschen und Warmwasser gibt es nicht. Oder man kehrt auf der Seeterrasse Fahrlechhütte  ein und lässt sich einen Heidelbeerschmarren schmecken. Hier gibt es ein Lager mit 15 Schlafplätzen.
Start ist Schladming, von dort aus geht es mit dem Almbus bequem zur Eschachalm im Obertal, und dann wird auf dem Wandersteig 775 losmarschiert. Nicht auslassen: eine gemütliche Runde um den See.
www.duisitzkar.at

www.fahrlechhuette.at

BÄRENFEUCHTERALM, Steiermark

bärenfeuchtalm… Foto: HERBERT RAFFALT Hier hat Sennerin  Cilli das Sagen, und das, obwohl sie schon weit in den 90ern ist. Sie bewirtschaftet die „Cilli-Hütte“ auf der Bärenfeuchtenalm in den Ennstaler Alpen auf 1.474 Meter und ist Meisterin in der Zubereitung  von Steirerkrapfen. Die Gäste können sich auch mit Steirerkas und deftigen Speckbroten stärken. Nehmen Sie Platz  auf den verwitterten Holzbänken, erfreuen Sie sich an den knallroten Pelargonien und genießen  den großartigen Blick  ins Ennstal und zum Gipfel des Hochtausings.
Anstrengend ist diese Wanderung zur Bärenfeuchtenalm jedenfalls nicht. Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Spechtensee in Wörschachwald, der Aufstieg dauert nur eineinhalb Stunden.  Wer es anstrengender mag, kann von hier aus den Bärenfeuchter Mölbing (1.770 Meter) bezwingen.

VIEHBERGALM, Steiermark

viehbergalm… Foto: HERBERT RAFFALT Knusprige Bauernkrapfen mit Marmelade, selbst gemachter Zitronenmelissensaft, Buttermilch von den Almkühen – besser geht’s nicht.

tuchmoar… Foto: HERBERT RAFFALT

Marianne und Matthias Gruber servieren ihren Gästen ganzjährig Köstlichkeiten und bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten in der Ritzingerhütte (1.445 Meter). Die Alm ist zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Von Gröbmingwinkel dauert die Wanderung rund eineinhalb Stunden.  In weiteren 25  Minuten erreicht man den Miesbodensee.
www.ritzingerhuette.at

BRANDALM, Steiermark

brandalm… Foto: HERBERT RAFFALT Sie heißen „Kohlröserl“, „Arnika“ oder Enzian“, die braunweißen Pinzgauer Rinder der Familie Schrempf, die jedes Frühjahr vom Brandhof in der Ramsau am Dachstein auf die Brandalm getrieben werden. Auf der Brandalm am Fuß des Dachsteins können sie die sommerliche Freiheit genießen und auf den Wiesen grasen. Und was die Rinder übrig lassen, schmeckt den Haflingerpferden und den Shetland-Ponys. Den Wanderern, Mountainbikern, aber auch den Skifahrern und Tourengehern servieren die Schrempfs selbst gefertigte Hausmannskost und Milchprodukte von ihren Pinzgauern. Almabtrieb ist am 23. September. Die Brandalm erreicht man gemütlich in 45 Minuten vom Parkplatz des Gasthauses Edelbrunn im Ramsauer Ortsteil Schildlehen.

http://www.brandhof.com

GRAFENBERGALM, Steiermark

Dichter und Hirte Bodo Hell… Foto: HERBERT RAFFALT Hierher hat sich der Dichter Bodo Hell zurückgezogen und arbeitet seit mehr als 30 Jahren Sommer für Sommer  als Senner in 1.750 Meter Höhe, hat Ziegen und Hühner. Strom oder Telefon gibt’s nicht,  Wasser holt er  von einer zehn Minuten entfernten Quelle. Hell produziert Ziegenkäse, sein Schlaflager erklimmt er über eine kleine Hühnerleiter. Die Alm ist vom Gehöft Burgstaller in der Ramsau in drei Stunden  erreichbar. Seine Gäste bewirten kann Bodo Hell allerdings nicht – dazu hat er einfach zu wenig Zeit.

KARLBAD, Kärnten

karlbad… Foto: HERBERT RAFFALT Das ist die wohl eigenwilligste Kuranstalt des Landes: auf 1.693 Metern, direkt an der Nockalm-Panoramastraße liegt das Karlbad, von Familie Aschbacher  in 9. Generation betrieben. Wie in einer Hexenküche werden in einer düsteren Kammer Steine zum Glühen gebracht und mit ihnen das Wasser in hölzernen Badzubern aufgeheizt. Seit 300 Jahren schwören die Einheimischen auf die Heilkraft der Steine gegen Rheuma, Gicht und Ischias. Werden die glühend heißen Steine ins kalte Wasser geworfen, zerspringen sie und setzen Mineralien wie Eisen und Schwefel frei, es zischt und brodelt. Sobald das Wasser 40 Grad heiß ist, erschallt der Ruf „Boooodn!“, und die Kurgäste klettern in die Badezuber, die Wannen werden mit Brettern zugedeckt, nur die Köpfe schauen heraus.  Von  Mai bis Oktober werden im Karlbad sieben Doppelzimmer vermietet.
www.biosphaerenparknockberge.at/biosphaerenpark/nockalmstrasse/karlbad.html

PRIESSHÜTTE, Kärnten

nockalm prieshütte… Foto: HERBERT RAFFALT Mit Glundner Käse, Reindling und traditioneller Kärntner Hausmannskost können sich die Gäste der Priesshütte in 1.720 Meter Seehöhe laben. Die Hütte liegt direkt an der Nockalmstraße, ist also ganz leicht erreichbar und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die Umgebung im Biosphärenpark Nockberge. Beispielsweise auf den Gipfel des Großen Königstuhls (2.336 Meter). Der „Dreiländerberg“ liegt zu gleichen Teilen auf Kärntner, steirischem und Salzburger Landesgebiet. In einem Bettenlager können auf der Priesshütte bis zu zwölf Personen von Mai bis 26. Oktober übernachten, geduscht wird in einem Nebengebäude.
 www.priesshuette.at

WATSCHIGERALM, Kärnten

wulfenia watschingeralm… Foto: HERBERT RAFFALT Direkt unter dem Gartnerkofel in den Karnischen Alpen am Nassfeld liegt die Watschigeralm. Im Juni und Juli blüht hier eine der seltensten Pflanzen des Alpenraums, die streng geschützte Wulfenia, eine blaue Wegerich-Art. Wer noch einmal gut 500 Höhenmeter aufsteigt und den  Nordgipfel des Gartnerkofels erklimmt, kann  aus dann 2.195 Meter  eine großartige Fernsicht genießen, man sieht das gesamte Gailtal und bei Schönwetter sogar die Hohen Tauern und den Großglockner.
 www.huettenguide.net/huetten/watschiger-alm

WOLITZENHÜTTE, Kärnten

wolitzenhütte… Foto: HERBERT RAFFALT

Der Zirbenwald, der die Alm in Bad Kleinkirchheim umgibt, ist 500 Jahre alt. Kinder können sich in der Wassererlebniswelt gleich neben der Hütte in 1.778 Metern Höhe austoben. Sie ist in einer halben Stunde vom Parkplatz Grundalm an der Nockalmstraße bequem erreichbar und ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in die Region, etwa den  Klomnock, den  Pfannock oder den Mallnock. Es werden Kärntner Spezialitäten wie Ritschert (Eintopf aus Hülsenfrüchten und Ripperln) serviert. Geöffnet Ende Mai bis Ende Oktober.

KRANICHBERGER SCHWAIG, Niederösterreich

kranichberger schwaig… Foto: HERBERT RAFFALT Wer sich auf dem Weg zum Gipfel des Hochwechsels (1.743 Meter) noch einmal mit Speck und Brettljause stärken will, ist hier richtig. „Schwaig“ ist übrigens ein anderer Ausdruck für eine Sennerei, von denen es im Wechselgebiet eine ganze Menge gibt. An klaren Tagen bietet sich ein wunderbarer Blick auf Rax und Schneeberg. Am besten erreicht man die Kranichberger von der Steyersberger Schwaig.  Geöffnet von Mitte Mai bis Mitte September.
 www.wieneralpen.at

KRIMMLER TAUERNHAUS, Salzburg

krimmler th… Foto: HERBERT RAFFALT Rundum Almböden, Zirbenwälder und die Gipfel der Hohen Tauern. Schon im Mittelalter machten Salz- und Weinhändler hier Rast.   Das Krimmler Tauernhaus, im westlichen Teil des Nationalparks gelegen, ist heute ganzjährig Ausgangspunkt für Wanderungen und Skitouren.  Und es bietet nicht nur ein Bettenlager für müde Wanderer, sondern auch Romantik- und Komfortzimmer samt Wellnessbereich mit Sauna und Eisgrotte.
 www.krimmler-tauernhaus.at

ALPE KLESENZA, Vorarlberg

klesenza alpe… Foto: HERBERT RAFFALT Das malerische Almdorf duckt sich im Großen Walsertal auf 1.587 Metern in eine Mulde, dahinter erhebt sich eindrucksvoll die Rote Wand. Wer den richtigen Blick hat und sich ein wenig auskennt, findet hier ein Schlaraffenland der Alpenkräuter. In den Hütten der Alpe Klesenza wird seit Generationen aromatischer  Käse produziert, in einigen Hütten kann man übernachten. Zu Fuß wandert man in etwa zweieinhalb Stunden von Buchboden hier herauf, schneller geht es mit dem Mountainbike und überhaupt am bequemsten ist der Wanderbus.

MARTIN-BUSCH-HÜTTE, Tirol

ötztal… Foto: HERBERT RAFFALT Ein paar Tausend Schafe verbringen hier in den  Ötztaler Alpen  ihre Sommerfrische, auf den Weiden oberhalb von Vent. Die Menschen wandern auf den Spuren von Ötzi zur Similaunhütte (3.019 Meter) am Übergang von Nord- nach Südtirol oder zur Martin-Busch-Hütte (Bild), auch Samoarhütte genannt, auf 2.501  Meter Seehöhe.

ötztal… Foto: HERBERT RAFFALT Drei Stunden steigt man von Vent aus hier herauf. Besonders eindrucksvoll: Gleich 20 Dreitausender lassen sich von hier aus bezwingen. Wanderer und Skitourengeher finden auf der Hütte einen Schlafplatz im Lager.
 www.similaunhuette.com
www.hotel-vent.at

JAGDHAUSALMEN, Osttirol

jagdhausalm… Foto: HERBERT RAFFALT Sie werden auch das tibetische Dorf genannt, die Jagdhausalmen in Osttirol. Warum? Weil die  15 Häuser aus Stein gebaut sind – es gab hier, oberhalb der Baumgrenze auf 2.009 Metern kein Bauholz. Im Jahr 1212 wurden die Almen erstmals urkundlich erwähnt, damit zählen sie zu den ältesten Almen Österreichs. Heute werden sie von 15 Südtiroler Bauern bewirtschaftet, die ihre Rinder und Schafe im Frühjahr herauftreiben. Wasserversorgung gibt es erst seit 17 Jahren. Vom Parkplatz Oberhaus am Ende des Defereggentals startet die Wanderung. Ein Stück oberhalb des Dorfs liegt das „Pfauenauge, ein kleiner Bergsee.
www.jagdhausalm.com

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Das Buch

Zum Nachlesen

Susanne Schaber, Herbert Raffalt:
„Almen in Österreich – Von Menschen und Tieren,
vom Gestern und Heute“, Tyrolia, 34,95 €

TYROLIA VERLAG<br />
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Buchbesprechung!!…
Foto: TYROLIA VERLAG
(KURIER-freizeit am Samstag) Erstellt am
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