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Politik
12/05/2011

Zwei Bundesheersoldaten im Kosovo verletzt

Acht KFOR-Soldaten, darunter zwei Österreicher, wurden bei der Räumung von serbischen Straßensperren im Norden Kosovos verletzt.

Bei einem Einsatz des Bundesheers im Rahmen der internationalen KFOR-Mission im Kosovo sind am Donnerstag zwei österreichische Soldaten verletzt worden. Sie waren an der Räumung von Straßenblockaden der serbischen Minderheit im Nordkosovo beteiligt, bestätigte Verteidigungsministeriums-Sprecher Michael Bauer. Die Lage habe sich aber inzwischen beruhigt.

Die Schutztruppe hatte am Donnerstag mit der Räumung von Straßensperren der Serben begonnen. Die Serben hätten sich überraschend "sehr aggressiv und sehr gewaltbereit" gegenüber der KFOR verhalten, so Bauer. Er bestätigte auch den Einsatz von Tränengas durch die KFOR. Das Reizgas und die Verwendung von Pfefferspray habe zu Verletzungen bei den Soldaten geführt.

Serben belagerten Barrikaden

Insgesamt wurden acht KFOR-Soldaten verletzt. Sie hätten durch Tränengas, Rauch und Feuerlöscher Verletzungen erlitten, teilte die KFOR in einer Erklärung mit. Die Schutztruppe hatte am Donnerstag in den frühen Morgenstunden mit der Räumung von Barrikaden nahe der Grenze zu Serbien begonnen. Angehörigen der serbischen Minderheit im Kosovo hatten das verhindern wollen.

Hunderte Serben belagerten die Barrikaden und missachteten die wiederholten Aufforderungen der Soldaten, die Straße freizugeben. Die KFOR setzte daraufhin Tränengas gegen die Serben ein. Unter den "Verteidigern" war laut Berichten auch der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium, Oliver Ivanovic.

Der Norden des Kosovos an der Grenze zu Serbien ist seit Monaten Schauplatz von Feindseligkeiten zwischen Kosovaren und den dort lebenden Serben. Hintergrund ist ein Handelsstreit zwischen Serbien und der einstigen südserbischen Provinz Kosovo, die sich im Februar 2008 für unabhängig erklärt hatte. Im Juli hatte das Kosovo als Reaktion auf ein Einfuhrverbot von serbischer Seite ein Importverbot gegen serbische Waren verhängt.