In italienischen Medien findet man eher die Schönbilder von Sebastian Kurz.

© La Repubblica

Politik von Innen
01/13/2014

Viel Lärm um den jungen Herrn Außenminister

Sebastian Kurz brachte Österreich in internationale Schlagzeilen – durchaus wohlwollend.

von Daniela Kittner

Es ist nicht alle Tage, dass es die österreichische Außenpolitik in die Schlagzeilen schafft. Aber mit der Berufung des jüngsten Außenministers der Europäischen Union war es der Fall“: Besser als der britische Parlaments-Abgeordnete Angus Robertson von der Schottischen Nationalpartei kann man die ersten vier Amtswochen von Sebastian Kurz nicht beschreiben.

Seit der 27-Jährige das Amt des Außenministers bekleidet, ist Österreich in allen wichtigen Medien des Kontinents präsent.

Außereuropäisch wurde der Aufstieg des Jungpolitikers in China, Israel und Ägypten besonders bemerkt. In Europa schaffte es Kurz in die BBC, Le Monde, La Repubblica, zahlreiche kleinere Medien und sogar den Spiegel. Das führende deutsche Nachrichtenmagazin nimmt nur alle paar Jahre einmal von einem alpenrepublikanischen Politiker Notiz.

Der Tenor der Berichterstattung ist skeptisch bis positiv. In Italien bemerkten einige Journalisten die Diskrepanz, dass bei unserem südlichen Nachbarn die Politik von älteren Männern dominiert wird, während in Österreich ein 27-Jähriger Minister werden kann. „Italien sollte sich Österreich zum Vorbild nehmen“, schreibt etwa eine sardische Zeitung.

Der kritische Spiegel hält Kurz zwar das „Geil-O-Mobil“ aus dem letzten Wiener Wahlkampf vor, schließt den Artikel in seiner aktuellen Ausgabe aber positiv. Kurz versuche, die jüngsten Fehler der österreichischen Außenpolitik gutzumachen, etwa indem er sich als erste Amtshandlung ins Kondolenzbuch für Nelson Mandela eintrug und innerhalb von 48 Stunden einen Strategie- und Planungsstab zusammenstellte.

Kurz selbst sieht im Interesse an seiner Person einen Vorteil für Österreich: „Ich will die Aufmerksamkeit nutzen, sodass Österreich in internationalen Medien mehr präsent ist. Wir sind zwar kein großes Land, aber ein erfolgreiches. Wir sind wohlhabend, eine Kulturnation und stark im Export.“

Österreichs Außenpolitik werde vom Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler und dem Außenminister gestaltet, und in diesem Dreieck wolle er seinen Beitrag leisten, indem er Österreich als „junges, weltoffenes Land“ präsentiere.

Den anfangs skeptischen Diplomaten hat Kurz bei seiner Antrittsansprache angekündigt, dass er das mediale Interesse an seiner Person nutzen wolle, die Außenpolitik gegenüber der Bevölkerung zu kommunizieren.

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