Verkehrskonzept bitte!

Martina Salomon
Foto: KURIER- Gruber

Die Österreicher radeln mehr, und die Politik freut sich. Fehlt da noch was?

Die Österreicher radeln so viel wie nie zuvor. Fein, das ist gut für Klima und Gesundheit. Die rot-grüne Wiener Koalition darf sich brüsten, das Radwegnetz jedes Jahr zu erweitern. Doch da ist viel heiße Luft und wenig Konzept. In der Bundeshauptstadt wird derzeit in jeder noch so engen Straße und immer häufiger auch gegen die Einbahn einfach ein „Radweg“ auf den Boden gepinselt. Schön für die städtische Radl-Statistik, schlecht für die Verkehrssicherheit. Vorsorglich Anrainer verständigen, dass ab nun mit legalem Rad-Gegenverkehr (nachts gerne auch unbeleuchtet) gerechnet werden muss? Geh bitte, wer braucht schon so viel Bürgernähe?

Radfahrer beklagen zu Recht rücksichtslose Autofahrer. Umgekehrt ist aber auch die Zahl der Kamikaze-Radler stark gestiegen. Bemüht sich die Politik eigentlich um friedliche Koexistenz aller Verkehrsteilnehmer, auch der Fußgänger? Und wo ist ein visionäres Verkehrskonzept, das die Autos aus der Innenstadt verbannt, aber die Öffis nicht nur billiger, sondern auch besser macht?
Die Stadt Wien macht fett Kasse mit der drastischen Erhöhung der Parkscheingebühr und der Ausweitung von Pickerl-Zonen. Da wären nun auch bessere Frequenzen, mehr Sicherheit und größere Sauberkeit, dafür weniger Pannen im öffentlichen Verkehr angesagt!

(KURIER) Erstellt am
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