Politik 05.12.2011

Todesstrafe für Metro-Attentat in Minsk

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Zwei 25-jährige Weißrussen werden demnächst hingerichtet. Ihnen wird der blutige U-Bahn-Anschlag von April angelastet.

Exekution durch Genickschuss - das droht jenen beiden 25-jährigen Männern, die des Bombenanschlags auf die Metro in Minsk im vergangenen April für schuldig befunden wurden. Bei der Explosion in der Metrostation Oktjabrskaja waren am 11. April 15 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden.
Das autoritär geführte Weißrussland vollstreckt als einziges Land in Europa trotz internationaler Kritik noch die Todesstrafe. Die Hinrichtung der beiden 25-Jährigen könnte bereits am Donnerstag erfolgen.

Richter Alexander Fedorzow folgte mit den Schuldsprüchen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten bezeichnete er als "extreme Gefahr für die Gesellschaft". Dmitri Konowalow sei wegen "Terrorismus" für schuldig befunden worden und Wladislaw Kowalew, weil er von den Planungen für den Anschlag gewusst habe, "die Behörden aber nicht darüber informierte".

Er hatte die Angeklagten während der stundenlangen Verlesung des Urteils auch wegen früherer Anschläge schuldig gesprochen. Die Männer sollen auch für zwei Bombenanschläge in der Stadt Witebsk im Jahr 2005 und für eine Explosion in Minsk während der Feiern zum Unabhängigkeitstag im Jahr 2008 verantwortlich sein.

KGB-gesteuert?

Dmitri Konowalow (li.) und Wladislaw Kowalew werden hingerichtet. Weißrussland vollstreckt als einziges europäisches Land noch die Todesstrafe.
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Die Verteidigung hatte Freispruch aus Mangel an Beweisen beantragt. Menschenrechtler und die Mutter eines Angeklagten hatten den als "letzten Diktator Europas" kritisierten Präsidenten Alexander Lukaschenko um Gnade gebeten. Es handle sich um einen Schauprozess, bei dem durch Folter und Druck Geständnisse erzwungen worden seien. Tausende Menschen hatten Petitionen gegen die Todesstrafe unterschrieben.

Konowalow hatte die Tat zu Beginn des Prozesses zugegeben. Kowalew hingegen widerrief seine Aussage mit der Begründung, er habe gehört, sein Freund sei bei Befragungen verprügelt worden.

In Weißrussland hält sich bei vielen die Meinung, dass der Geheimdienst KGB oder andere Kräfte im Machtapparat in das Blutbad verstrickt sein könnten und dass die Führung nach dem Vorbild von Josef Stalin mit blutigem Staatsterror von der schweren Krise im Land ablenken wolle.

Erstellt am 05.12.2011