© Elmar Gubisch

Politik
09/18/2012

Streit um Rechnung fürs Nicht-Erscheinen

Zahlen, bitte! Steirische Wirte zetteln eine Diskussion über Stornogebühren für Gäste an, deren reservierte Tische leer bleiben.

Didi Dorner sitzt in seinem gleichnamigen Restaurant in Graz an einem Tisch und holt aus. "Heuer im Sommer, das Lokal komplett gebucht und jeder Tisch war leer!" "No shows" nennt der Gastronom die Gäste, die reservieren, aber zu Hause bleiben. "Das war heuer im Sommer ganz massiv."

Nun ist Dorner kein Typ, der sich so etwas auf längere Zeit schmecken lassen würde. Deshalb denkt er über Stornogebühren für säu­mige Gäste nach: 50 Euro schweben ihm vor, pro Person. Für Reservierungen, die zu spät oder gar nicht abgesagt wurden. "Wir sind ja nicht die letzten Deppen in der Gastronomie." 40 Euro will er als eine Art Gutschein beim nächsten Besuch des Gastes einrechnen.

"Ich möcht’ ja nicht den Anschein erwecken, dass ich jemanden abzocken will", beteuert Dorner. "Ich möcht’ ein Bewusstsein schaffen, dass wir in der Gastronomie einen Vorlauf haben. Es gibt Mitarbeiter, es wird Ware eingekauft, da entsteht ein Schaden." Die Umsetzung sei schwierig, gesteht er ein. "Kreditkartennummern will ich nicht abfragen. Es wird eine Gesamtlösung sein müssen."

Die Wirtschaftskammer will "über das Thema reden". Aber jeder Wirt solle es mit Pönalen halten, wie er wolle, sagt Fachgruppen­obmann Karl Wratschko.

Anrufe und Ausfälle

Doch Dorner hat offenbar ein Problem aufgegriffen, das Restaurantbetreibern schon länger auf den Magen schlägt. Günther Huber, Chef des Landhauskeller in der Grazer Innenstadt, lässt sich stets Telefonnummern geben. "Wenn die Gäste dann nicht erscheinen, rufen wir an." Mit rund zehn Prozent beziffert Huber seine Ausfallsquote, bei 200 Essen pro Abend ein Verlust von rund 800 Euro. Bei Reservierungen ab 20 Personen müsse längst ein verbindlicher Vertrag mit Menüfolge und Preisen unterzeichnet werden. Kostenlos storniert werden könne bis zu zwei Tage vor dem Termin, danach seien 40 Prozent der Kosten fällig. "Wir wollen nicht abcashen, aber eine Sensibilisierung erreichen."

Haubenkoch Toni Mörwald reagiert bei Nicht­erscheinen von Gästen mit feiner Klinge. "Dann schreiben wir einen netten Brief, in dem steht, wir warten noch immer." Auch er könnte sich eine Gebühr vorstellen. "Bei Flügen, Mietautos, Hotels ist das normal. Aber nur in der Gastronomie kann man nicht belangt werden. Das sollte geändert werden."

Markus Artner hat drei Lokale in Wien. "Am meisten ärgert mich, wenn ein Tisch für acht bestellt ist, dann aber nur drei oder vier kommen." Er fragt sich allerdings, wie eine Stornogebühr bei Reservierungen weniger Plätze umzusetzen sei. "Ich glaub’ nicht, dass das geht. Wie sollst du das handhaben?" Für die Silvesterabende verlangt er aber als Sicherheit Kreditkartennummern. "Dann verrechnen wir auf jeden Fall das Menü."

Zimmer für Nichtraucher teurer als für Raucher

Aufregung verursacht derzeit die Homepage einer Gäste­pension in Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten: Da werden auf der Preisliste Nichtraucherzimmer deutlich teurer angeboten als Raucher­zimmer. Die städtische Tourismus­chefin Eva Prischl kann das nicht nachvollziehen: "Das ist die falsche Botschaft", sagt sie entschieden.

Stefanie Oppl aus Krems hatte die Angelegenheit ins Rollen gebracht. Sie wollte mit ihrer kleinen Tochter Katharina in St. Pölten eine Nacht in einem Hotelzimmer verbringen. "Ich hab nicht glauben können, dass die Preise für ein Nicht­raucherzimmer um bis zu 8 Euro pro Nacht höher sind. Eine Frechheit, natürlich brauche ich mit meinem Baby ein Nicht­raucherzimmer. Aber mit keinem Wort ist erklärt, warum ich mehr zahlen soll. Selbst wenn der Zustand anders wäre, ist das nicht mein Problem", sagt die Mutter.

Genau das sei aber der Grund, erklärt der Inhaber. "Nach und nach werden auch die Raucherzimmer renoviert, dann wird auch der Preis angepasst. "

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