Politik 04.03.2012

SPÖ und ÖVP sind für drei Papa-Monate

Die Ministerinnen Mikl-Leitner (VP) und Heinisch-Hosek (SP) treten für Papa-Monate ein. Verpflichtend? Da sind sie uneinig.

Jeder, der Kinder hat, weiß, wie anstrengend die Zeit unmittelbar nach der Geburt für die Eltern ist. Die meisten Väter nehmen sich ein, zwei Wochen Urlaub. Danach müssen die Mütter das Kind unzählige Stunden alleine schaukeln.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Chefin des ÖVP-Arbeitnehmerbundes (ÖAAB), will Jung-Eltern entlasten: Väter sollen künftig bis zu drei Monate nach der Geburt daheim bei Frau und Kind bleiben können. Aber nicht unbezahlt: Die Männer sollen in dieser Zeit Kindergeld beziehen. Ein Beispiel: Bei der Kindergeld-Variante "18 Monate/800 Euro monatlich" könnte der Vater drei Monate zu Hause sein, die Mutter bis der Nachwuchs 15 Monate alt ist. Beide bekämen monatlich 800 Euro.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek ( SPÖ) gefällt der Vorschlag: "Da bin ich dabei. Wir können sofort beginnen, zu verhandeln", sagte die Ressortchefin am Sonntag in der ORF -Pressestunde. Sie fordert schon länger einen Papa-Monat. Im Bundesdienst kann man(n) ihn bereits beanspruchen. Die Ministerin wünscht sich aber, dass ein oder mehrere Papa-Monate zur Pflicht werden – ein "No-go" für die ÖVP. Mikl-Leitner freut sich zwar, dass Heinisch-Hosek ihre Idee unterstützt, aber von einer Verpflichtung hält sie nichts. "Ich verstehe nicht, warum die SPÖ immer mit der Zwangsjacke kommen muss", sagte die ÖAAB-Chefin zum KURIER.

Auch ÖVP-Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner plädiert für Wahlfreiheit. Grundsätzlich kann er dem Papa-Monat aber durchaus etwas abgewinnen: "Wir sind bereits mit den Sozialpartnern in Gesprächen und können uns eine Variante im Rahmen des Kinderbetreuungsgeldes vorstellen. Die genaue Ausgestaltung ist aber offen", sagte Mitterlehner auf KURIER-Anfrage.

Absage

Uneinig sind SPÖ und ÖVP in der Frage nach den Familienleistungen. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hat kürzlich vorgeschlagen, Familien steuerlich zu entlasten. Heinisch-Hosek erteilte diesem Ansinnen gestern eine Absage: "Es gibt etwa zehn Steuerleistungen für Familien" – nicht einmal dieses Geld würde zur Gänze "abgeholt".

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( Kurier ) Erstellt am 04.03.2012