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Politik
10/13/2012

Spindelegger: "Armut statt Reiche bekämpfen"

Nach dem Martinz-Skandal gibt die Partei Gabriel Obernosterer mit 97 Prozent Zustimmung eine hohen Vertrauensvorschuss. VP-Chef schießt gegen die SPÖ.

Vizekanzler Michael Spindelegger zog es in die Provinz. Aber nicht, um "diesen Provinzpolitiker" (gemeint FPK-Landesrat Harald Dobernig), sondern zwei Ruinen zu besuchen. Jene der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg Finkenstein und jene der ÖVP-Kärnten, die seit Monaten eine Baustelle ist.

Die Gladiatoren, die die Kärntner Schwarzen aus dem (Korruptions-)Sumpf ziehen sollen, hielten in der Burgarena einen außerordentlichen Parteitag ab. Mit einem Novum: Erstmals waren nicht nur Delegierte, sondern alle Funktionäre eingeladen. Knapp 900 waren erschienen, um mit der Vergangenheit abzuschließen und die Zukunft zu gestalten. Dass dem neuen Duo Gabriel Obernosterer (57) und Wolfgang Waldner (58) dies zugetraut wird, war schon am Begrüßungsapplaus festzustellen.

Lobeshymne

Da wollte auch Spindelegger nicht mit Lob sparen. Obernosterer sei der richtige Mann für die Weichenstellung, Waldner der Hoffnungsträger in der Landesregierung. "Kärnten braucht solche Persönlichkeiten, Kärnten braucht diese neue ÖVP." Kritik gab es für die SPÖ. Spindelegger zum SPÖ-Parteitag: "In St. Pölten wird nur über neue Belastungen geredet. Nicht die Reichen, sondern die Armut müssen wir bekämpfen." Die FPK verglich er mit einem "Wanderzirkus, der vor den Wählern davonläuft". Frank Stronach wiederum "kauft Politiker". "

Ohne den Namen Josef Martinz – sein Rücktritt als Folge des Skandals um das Hypo-Millionenhonorar hatte die Parteikrise ausgelöst – in den Mund zu nehmen, sagte Obernosterer: "Dass er darin verwickelt war, lässt sich durch nichts entschuldigen. Aber es ist kein ÖVP-System aufgebrochen, sondern ein freiheitliches."

Traumergebnis

Wie groß das Vertrauen in Obernosterer ist, zeigt das Wahlergebnis von 96,55 Prozent. "Mein Lebensziel war es nicht, Parteiobmann zu werden", sagte er in der Dankesrede. Und kündigte an, den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in einer "Tiefenumfrage" zu ermitteln.

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