Polizei jagt die Zopfabschnei­der

Lacht wieder: Die fünjährige Lena verlor nur einen Teil ihrer langen Haare.
Foto: Elisabeth Holzer Lacht wieder: Die fünjährige Lena verlor nur einen Teil ihrer langen Haare.

Wieder wurden in Feldbach einem Mädchen die Haare abgeschnitten. Seit 1993 ist das der 41. ungeklärte Angriff.

Mitten im Stadtzentrum von Feldbach (Steiermark) machte sich Montagnachmittag ein unbekannter Mann von hinten an ein fünfjähriges Mädchen heran und schnitt ihm mit einer Schere Teile seiner langen Haare ab. Lena war mit Mutter und Bruder spazieren. Als die Tochter laut „Au" schrie, drehte sich die Mutter um. „Ich hab` etwas vergessen" murmelte der Unbekannte und suchte das Weite. Erst jetzt bekam die 36-jährige Frau diesen Übergriff mit.

Vage Beschreibung

2011 gab es in Feldbach drei ähnliche Vorfälle. Man gehe von zwei Tätern aus, erklärt Kriminalbeamter Werner Rampitsch. Im aktuellen Fall konnte die Mutter den Unbekannten gut beschreiben: 30 bis 40 Jahre alt, 170 bis 175 cm groß, sehr schlank, sportlich, auffallend blasses Gesicht und blasse Hände. Bekleidet war der Mann mit weißen Sportschuhen, Bluejeans, quer gestreiftem Sweatshirt und weißer Schirmkappe. „Ich bin ihm nachgelaufen, habe gerufen, bleib` stehen, du A...", schildert die Mutter. Seither wagt sie sich nur noch in Begleitung mit ihren Kindern auf die Straße.

Ein Haarabschneider war bereits vor der Volksschule Feldbach von einer Videokamera erfasst worden. „Aber die Linse war so verdreckt, dass wir nur schemenhaft etwas wahrnehmen konnten. Der Täter hatte eine Hand in der Jackentasche, mit der anderen fuhr er mit einer Schere blitzschnell über das Haar des Mädchens."

Zopf ab

41 Fälle hat die Kripo als nicht geklärt am Schreibtisch liegen. „Es hat vor 15 Jahren begonnen, als einer Ärztin im Keller des LKH Graz die Haare abgeschnitten wurden", schildert Rampitsch. Im Dezember 2010 waren der vierjährigen Nike in Schwanberg auf dem Hauptplatz ein Zopf abgeschnitten worden. Die Kleine ist zum Glück darüber hinweg.

Drei oder vier Täter trieben bei Kindern und Jugendlichen schon ihr Unwesen. Die Tatmuster waren verschieden. Manchmal wurden Zöpfe oder lose Haare mitgenommen, „als Trophäe", erklärt Rampitsch. In den vergangenen drei Jahren seien die Haare am Boden liegen blieben.

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(kurier / Ulrike Jantschner, Elisabeth Holzer) Erstellt am
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