Politik 05.12.2011

Panzer-Ausverkauf beim Bundesheer

© Bild: APA/HBF

17 Millionen Verkaufserlös und enorme Betriebskosten-Ersparnis erhofft sich Minister Darabos: Das Heer trennt sich von zwei Drittel seiner Panzer.

Im Bundesheer ist eine große Ausmist-Aktion angelaufen: Zwei Drittel der Panzer sollen verkauft und so 17 Millionen Euro eingespielt werden. Dazu kommen 15 Millionen an jährlichen Einsparungen bei den Betriebskosten, rechnet SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos vor.

Die Neuordnung der Panzerflotte sei überfällig, hätten sich doch die Bedrohungsbilder in den letzten 20 Jahren geändert. Darabos: "Der Panzerkrieg im Marchfeld ist Geschichte." Und: "Wie verlieren nichts an Fähigkeiten", die Gerätschaft werde nur den tatsächlichen Bedürfnissen des Heeres angepasst.

Das Bundesheer müsse "Schwergewichte bilden", sagte auch Generalleutnant Günter Höfler, der Kommandant der Streitkräfte. Die Hauptaufgabe von Streitkräften sei immer die Bewältigung von Einsätzen. Danach richte sich, welches Gerät angeschafft und betrieben werde.

Panzerhaubitze M109: 83 statt 193 Stück stehen künftig im Besitz des Heeres
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Gänzlich ausgemustert werden bis 2014 die 432 Schützenpanzer Saurer, die 126 Jagdpanzer Kürassier sowie die 32 Bergepanzer M578. Von 114 auf 56 Gefährte reduziert wird beim modernen Kampfpanzer Leopard, der gleichzeitig der größte Hoffnungsträger punkto Verkaufserlöse ist. Bei der Panzerhaubitze M109 wird der Bestand von 193 auf 83 gedrückt. Weiter im Dienst bleiben unter anderem die 112 Ulan- und die 71 Pandurpanzer.

Vor allem beim Leopard ist man optimistisch, Abnehmer zu finden. Es gebe bisher fünf Anfragen von Regierungen und sechs von Industriebetrieben. Beim Kürassier wird nur noch ein Teil der Geräte zu verkaufen sein, der Rest wird verschrottet bzw. als Ersatzteillager genutzt.

Ersatz

Was zusätzliche Anschaffungen angeht, setzt der Minister vor allem auf gepanzerte Mehrzweckgeräte. Die bereits georderten 150 IVECO-Fahrzeuge sollen ab Dezember ausgeliefert werden. Aus budgetären Gründen nach hinten geschoben wurde der Ankauf von Allschutz-Transportfahrzeugen (vermutlich Dingos).
Das durch den Abbau der Panzergeräte nicht mehr benötigte Personal soll neue Aufgaben bekommen bzw. umgeschichtet werden.

Erstellt am 05.12.2011