Politik 05.12.2011

Pakistan: Hilfe für die vergessenen Kinder

Die Zahl der Straßenkinder ist nach der Flut vor einem Jahr massiv gestiegen. Sie kämpfen mit neuen Überschwemmungen.

Ein Jahr nach der verheerenden Flut in Pakistan ist die Katastrophe noch immer nicht zu Ende. In den vergangenen Tagen haben erneut heftige Monsun-Regenfälle in der südlichen Provinz Sindh Dutzende Menschen das Leben gekostet und fast hunderttausend zur Flucht getrieben. Allein in den vergangenen beiden Wochen sind mindestens 80 Menschen gestorben.

Die Flut in Pakistan vor einem Jahr war die schwerste humanitäre Katastrophe, die das Land je erlebt hatte: Nach heftigen Monsunregenfällen stand eine Fläche von der Größe Italiens unter Wasser. Tausende Menschen kamen ums Leben. Insgesamt waren etwa 20 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen, darunter mehr als acht Millionen Kinder.
Ohne Familie Ein Jahr nach der Katastrophe kämpfen immer noch Millionen Menschen ums Überleben. Vor allem die Kinder sind in Not: Die Fluten haben die mangelnde Versorgung der ärmsten Bevölkerungsschichten noch verschlimmert, viele Familien leiden Hunger. Und viele Kinder haben nicht einmal mehr eine Familie: Die Zahl der Straßenkinder ist nach der Flutkatastrophe massiv gestiegen.

Die Kindernothilfe Österreich ist vor Ort im Einsatz, um das Leid zu lindern. In drei Kinderzentren finden etwa tausend Straßenkinder Schutz und Hilfe. Für viele sind diese Zentren die einzige Anlaufstelle: Es gibt sauberes Trinkwasser, man kann sich satt essen, spielen und an Bildungsprogrammen teilnehmen - auch dies ist wichtig, weil es für viele Kinder keine Schulangebote gibt. Kinderarbeit ist im Land weit verbreitet. In den Kinderzentren sind auch psychosoziale Betreuung und Gesundheitsvorsorge sichergestellt.

"Unterernährung und damit einhergehende Krankheiten sind in Pakistan endemisch, also auch in den Kinderzentren eher die Regel als die Ausnahme", sagt Gottfried Mernyi von der Kindernothilfe Österreich im KURIER-Gespräch. "Deshalb beinhaltet die Arbeit in allen Zentren eine Komponente mit ausgewogener Ernährung." Bei Krankheitsfällen vermitteln die Partnerorganisationen der Kindernothilfe die Kinder an Gesundheitsstationen. "Wir planen, gemeinsam mit unserem lokalen Partner SPARC unsere Arbeit für Kinder in Hyderabad, Peshawar und Rawalpindi auszuweiten."

Spenden und Patenschaften:
Erste Bank - 31002803031,
BLZ 20111

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011