Neuer Rekord: Fünf Millionen Schnellfahrer

APAART01 - 06062005 - WIEN - OESTERREICH: ZU APA 347 CI - Die "Aktion Habicht" mit verschaerften Verkehrskontrollen in Oesterreich, Tschechien, Polen, Ungarn, Slowenien und Slowakei ist heute Montag, 6. Juni 2005 angelaufen.BMI/EGON WEISSHEIMER
Foto: APA Die Exekutive zeigte im Vorjahr kein Pardon.

Gleichzeitig gab es mit 523 Opfern die bisher wenigsten Verkehrstoten seit der Motorisierung in den 60er-Jahren.

Österreichs Autofahrer sorgen für Rekordeinnahmen bei der Exekutive. Fast fünf Millionen Mal mussten Lenker in die Tasche greifen, um Organmandate und Anzeigen zu berappen. Das gab Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bei der Unfallbilanz-Pressekonferenz am Donnerstag bekannt.

3,8 Millionen Raser wurden demnach mittels Radarboxen erwischt, 800.000 per Laserpistole. Der Rest entfällt auf die gefürchtete Section Control und Zivilstreifen. Ursache für diese hohe Zahl dürfte auch der weitere Ausbau der digitalen Radarboxen gewesen sein. Bei diesen ist nämlich der Film nicht nach einer gewissen Zeit voll. Diese Apparate sind im Gegensatz zu ihren Vorgängern immer scharf.

 

Schärfere Kontrollen

Auch sonst zeigte die Exekutive im Vorjahr kein Pardon. So stieg die Zahl der erwischten Gurtenmuffel (plus 7,9 Prozent), der Handytelefonierer am Steuer (plus 16,3 Prozent), Drogenlenker (14,8 Prozent) und der Lenker, die auf die Kindersicherung verzichten hatten (plus 11,7 Prozent). Die Ministerin kündigte für heuer noch eine weitere Verschärfung der Polizeikontrollen an.

Gleichzeitig gab es mit 523 Opfern die bisher wenigsten Verkehrstoten seit der Motorisierung in den 60er-Jahren. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Opferzahl beinahe halbiert. Gestiegen ist hingegen die Zahl der getöteten Radfahrer, von 32 auf 42. Da zwei Drittel der Opfer aufgrund von Eigenverschulden ums Leben kamen, fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit nun ein Handyverbot und 0,5 Promille für Radfahrer (derzeit 0,8 Promille).

Verkehrsministerin Doris Bures hält dies „für überlegenswert, 0,5 statt 0,8 Promille kann ich mir gut vorstellen".Dass es diese Grenze für Radfahrer gibt, ist ohnehin nur einer Abstimmungspanne im Parlament in den 90er-Jahren zuverdanken. Damals gab es Streit zwischen SPÖ und ÖVP. Daher wurden nur Gesetzesteile beschlossen und dabei irrtümlich auf die Senkung der Promillegrenze für Radfahrer vergessen. Eine angekündigte Reparatur fand bis heute nicht statt. Dies könnte somit nach 17 Jahren nun doch noch passieren.

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(kurier) Erstellt am
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