Politik 05.12.2011

NATO-Kampfjets zwangen Leichtflugzeuge zur Landung

© Bild: APA

Ein österreichischer Piloten drang mit seinem Flugzeug in eine lettische Flugverbotszone ein. Nun droht eine Geldstrafe.

Auf einmal kam eine Mirage daher, einmal links, einmal rechts, einmal über mir und drückt mich hinunter", schildert der dreifache österreichische Staatsmeister im Leichtflugzeug, Thomas Hafner die lebensgefährliche Situation.

Bereits am Dienstag wollte der Pilot mit Flugkollegen in seinem kleinen Motorflieger von Zell am See in die Nähe Rigas fliegen. Doch die drei Männer übersahen bei der Routenplanung, dass nahe der lettischen Hauptstadt eine Übung des Militärbündnisses NATO stattfand.

Abfangjäger

Als die Leichtflugzeuge an der Sperrzone auftauchten, stiegen Mirage-Abfangjäger auf.
"Die Jets waren vielleicht zehn Meter über mir. Das ganze Cockpit vibrierte vom Abgasstrahl. Das war ein Wahnsinn", erklärte Staatsmeister Hafner. Sofort steuerten die drei Piloten das Rollfeld in der Nähe Rigas an. Der kleine Flugplatz wäre ohnehin ihr Ziel gewesen.

Falsche Frequenz

Auf sicherem Boden wurden die Flieger zur Rede gestellt. Denn die Mirage-Kampfpiloten versuchten mit den Kleinflugzeugen über Funk Kontakt aufzunehmen. Vergeblich. Schließlich stellte sich heraus, dass die NATO-Piloten die falsche Frequenz verwendeten.

Der Vorfall sorgte in Lettland für Aufsehen. Sogar der Außenminister kontaktierte die drei zur Landung gezwungenen Piloten. Freitag durften die Männer, zwei kommen aus Bayern, nach Österreich zurückfliegen. Jetzt droht eine saftige Geldstrafe.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011