Merkel kandidiert wieder - egal, wer Herausforderer ist

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Noch ist unklar, mit wem die deutsche Bundeskanzlerin nach der Bundestagswahl 2013 koalieren will.

Noch ist nicht Halbzeit der Regierung Merkel, schon laufen sich die Akteure für 2013 warm. Steinbrücks Ambitionen schrecken nicht nur seine SPD auf: Am Freitag machte auch die Kanzlerin klar, dass sie wieder kandidiert - "egal, wen die SPD nominiert". Das war nach der schwachen Leistung bisher nicht so sicher wie ihre Ambition auf die fernere EU-Präsidentschaft.

Ohnehin ist angesichts der Implosion der FDP völlig unklar, mit wem Merkel koalieren will, selbst wenn die Union stärkste Partei bliebe. Was wegen des Frusts der Kernwähler über die programmatische Kernschmelze unter ihr durchaus offen ist.

Gehen diese noch weniger wählen als bisher, stärkt das vor allem die Grünen, die ihre Anhänger am besten mobilisieren. Schwarz-Grün bleibt aber trotz der Atomwende Merkels wohl ein "Hirngespinst" linker Medien.

Rot-Schwarzer Traum

Wie rasch die bürgerliche Mehrheit futsch sein kann, zeigte die Mai-Wahl in Baden-Württemberg: Da blieben viele Ex-FDP-Wähler zu Hause und schon eroberten die Grünen mit nur 16 Prozent den Ministerpräsidenten. Weniger Stimmen bekam nie einer.

Im Bund ist ein solches Ergebnis aber total unrealistisch. Hingegen würde ein Wahlsieger der SPD wohl wieder mit der grünen Schwester koalieren. Auch Peer Steinbrück, obwohl seine Koalitions-Erfahrung mit ihr in Nordrhein-Westfalen bis zu deren Desaster 2005 sein Trauma ist. Damit bleibt sein angeblicher Traum Rot-Schwarz auch einer.

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(kurier) Erstellt am
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