Macht und Geld der Familie Gaddafi

Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi
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Acht Söhne und eine Tochter hat der Wüstendiktator in die Welt gesetzt. Wirtschaft und Macht teilen sie untereinander auf.

Seit mehr als 41 Jahren herrscht Muammar al-Gaddafi als dienstältester Diktator Afrikas über Libyen. Der inzwischen 68 Jahre alte selbst ernannte "Bruder Revolutionsführer", der 1969 zusammen mit anderen Offizieren König Idris I. stürzte, brachte mehrere seiner Kinder in Schlüsselpositionen von Politik, Sicherheitsapparat und Wirtschaft seines Landes unter. Ein Sohn stammt aus einer 1969 nach einem halben Jahr geschiedenen Kurzehe mit der vermögenden Offizierstochter und Lehrerin Fatiha. Seit 1970 ist der Machthaber mit der Krankenschwester Safiya Farkash verheiratet, die sieben weitere leibliche Kinder zur Welt brachte.

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Muhammad al-Gaddafi: Der 1970 geborene Informatiker leitet das staatliche Post- und Fernmeldeunternehmen. Zudem besitzt er zwei libysche Mobilfunk-Anbieter. Der einzige Spross aus der ersten Ehe des Herrschers führt zudem das Nationale Olympische Komitee.

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Saif al-Islam al-Gaddafi: Der Vorname des 1972 geborenen Sohnes wird mit "Schwert des Islam" übersetzt. Nach einem Studium der Architektur und Wirtschaftswissenschaften in Tripolis, Wien und London gründete er 1999 die formal unabhängige Gaddafi-Stiftung. Ihm gehören mehrere Wirtschaftsunternehmen. Nach Kritik am Führungsstil seines Vaters hatte er 2006 vorübergehend das Land verlassen. Seitdem galt er im westlichen Ausland als möglicher reformorientierter Nachfolge-Anwärter des Diktators.

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Al-Saadi al-Gaddafi: Der 36-Jährige besuchte die libysche Militärakademie und hat - wie sein Vater - den Rang eines Oberst. Nachdem er als Kommandant einer Eliteeinheit Islamisten in Libyen bekämpft hatte, ging er 2003 als Fußballprofi nach Italien. Er stand dort bei mehreren Erstligamannschaften unter Vertrag, kam aber kaum zum Einsatz, bevor er sich nach Doping-Vorwürfen verabschieden musste. Heute ist Al-Saadi Präsident des libyschen Fußballverbandes.

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Hannibal al-Gaddafi: Der Absolvent der Militärakademie in Libyen (geboren 1977) ist durch seinen luxuriösen Lebensstil und durch Gewalttaten in die Schlagzeilen geraten:
2005 soll er eine Freundin in einem Pariser Hotel niedergeschlagen haben.
2007 verhaftete ihn die Schweizer Behörden, weil er in Genf Hausangestellte misshandelt haben soll. Die Verhaftung löste eine diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern aus

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Aisha al-Gaddafi: Die 36 Jahre alte Juristin ist die einzige Tochter des Herrschers. Sie studierte in Tripolis und Paris.

Aisha gehörte zu der Gruppe von Rechtsanwälten, die den gestürzten und später hingerichteten irakischen Diktator Saddam Hussein verteidigte.
Sie ist seit 2006 mit einem Cousin ihres Vaters verheiratet und leitet heute eine libysche Wohltätigkeitsorganisation.

Mutassim Billah al-Gaddafi: Der vermutlich 1975 geborene Sohn absolvierte eine militärische Ausbildung in Libyen und Ägypten. Nach einem Zerwürfnis mit dem Vater floh er vorübergehend nach Ägypten. Später durfte er in die Heimat zurückkehren und befehligt nun die einflussreiche Präsidentengarde. In den vergangenen Jahren wurde Mutassim Billah wiederholt vom Vater mit wichtigen politischen und diplomatischen Aufgaben betraut.

Saif al-Arab al-Gaddafi: Über diesen Sohn ist wenig bekannt. Unterschiedliche Angaben zu seinem Geburtsjahr reichen von 1979 bis 1988. Er soll in München studiert haben, wo Saif-al-Arab mehrfach der Polizei auffiel, unter anderem wegen seines besonders lauten Ferraris und wegen Schlägereien in Nobel-Diskotheken. Anfang Mai soll er bei einem NATO-Luftangriff getötet worden sein.

Khamis al-Gaddafi: Auch dieser vermutlich 1980 geborene Sohn ist weitgehend unbekannt. Er soll heute nach einer militärischen Ausbildung in Russland eine wichtige Funktion im libyschen Sicherheitsapparat bekleiden.

Milad al-Gaddafi: Muammars Neffe unbekannten Alters wurde vom Herrscher adoptiert. Während eines US-Bombenangriffs auf Tripolis 1986 soll er nach libyscher Legende das Leben des Machthabers gerettet haben. Die 15 Monate alte Adoptivtochter Hana wurde bei dem Bombardement getötet

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(APA, dpa / stb) Erstellt am
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