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Politik
09/19/2012

Lufthansa-Gruppe erhöht Ticketpreise

Für ein Langstreckenticket in der Economy-Klasse sind ab jetzt 20 bis 60 Euro mehr zu berappen. Indes steht eine neue Billig-Airline in den Startlöchern.

Kunden der Lufthansa-Gruppe müssen für Langstreckenflüge künftiger tiefer in die Geldbörse greifen. Ein Sprecher der Airline begründet dies mit einer "allgemeinen Kostensteigerung" beim Kerosn und bei den Gebühren. Auch die Tochterunternehmen des Luftfahrtkonzerns, AUA und Swiss, tragen die Preiserhöhungen mit.

Die Kosten auf der Langstrecke für Hin- und Rückflug erhöhen sich demnach in der Economy-Klasse um 20 bis 60 Euro. First-Class-Reisende der Lufthansa zahlen bis zu 150 Euro mehr für den Hin- und Rückflug. Die teureren Preise gelten für Ticketausstellungen seit dem 18. September. Ausgenommen von den Preisanpassungen sind vorerst Flüge von und nach Japan, China und Hongkong.

AUA und Eigentümer Lufthansa hatten zuletzt am 2. April die Ticketpreise angehoben. Auf Europaflügen stiegen die Preise um zehn Euro, auf der Langstrecke wurden in der Economy 20 Euro aufgeschlagen, in der Business-Klasse werden 60 Euro zusätzlich fällig.

Neue Billig-Airline?

Unterdessen verspricht die heutige Lufthansa-Aufsichtsratssitzung Spannung: Konzernchef Christoph Franz will dem Gremium heute seine Pläne zur neuen Billigtochter erläutern. Franz wolle erstmals Details vorstellen, wie er sich die Neuorganisation des hoch defizitären Fluggeschäfts abseits der großen Drehkreuze Frankfurt und München vorstelle, berichtete die WirtschaftsWoche unter Berufung auf arbeitnehmernahe Aufsichtsratskreise.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte am Samstag, zu Inhalten der Aufsichtsratssitzung äußere sich der Konzern nicht öffentlich. Es sei jedoch keine Beschlussfassung zu dem Projekt namens "Direct4U" vorgesehen.

Um in Europa wieder Geld mit Flügen zu verdienen, plant das Lufthansa-Management eine neue Billigtochter, die kommendes Jahr abheben soll. Dort soll das Kabinenpersonal wesentlich weniger verdienen. Das Projekt ist einer der Streitpunkte im Tarifkonflikt mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, der zuletzt eskaliert war. Die Flugbegleiter hatten die Lufthansa drei Mal bestreikt - am vergangenen Freitag bundesweit. Nun soll der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup den Tarifkonflikt schlichten.

Der Streik dürfte die Lufthansa teuer zu stehen gekommen sein. Die WirtschaftsWoche berichtete unter Berufung auf einen Insider, der Ausstand könne die Lufthansa gut 100 Millionen Euro gekostet haben, wenn auch Umbuchungen von Kunden auf andere Airlines berücksichtigt würden. Der Lufthansa-Sprecher sagte, eine genaue Zahl für die Kosten könne der Konzern noch nicht nennen. Er bekräftigte lediglich frühere Aussagen, wonach die Lufthansa die Erlösausfälle infolge des Streiks auf einen zweistelligen Millionenbetrag beziffert.

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