Politik
05.12.2011

Laserpointer-Attacke auf Flugretter

Der Hubschrauberpilot konnte dank seiner Armee-Erfahrung die beiden jugendlichen Übeltäter stellen.

Ein Wahnsinn, ich war sicher für zwei Sekunden blind." Mit Schaudern, aber auch Genugtuung erinnert sich der Captain des ÖAMTC-Rettungshubschraubers C15, Robert Schornsteiner, an den letzten Einsatzflug am Mittwochabend. Beim Landeanflug auf das Krankenhaus Steyr (OÖ) wurde der voll besetzte Hubschrauber mehrfach durch gefährliche Strahlen eines Laserpointers attackiert.

Die dreiköpfige Crew brachte gegen 21 Uhr einen schwerverletzten 68-jährigen Forstarbeiter vom Reichraminger Hintergebirge ins Spital Steyr. Dass es sich beim aggressiven grünen Licht, das zwei Kilometer vor dem Krankenhaus durch die Finsternis flimmerte, um Laserstrahlen handelt, habe er zuerst nicht erkannt, sagt Schornsteiner. "Sicher sechs bis sieben Mal" sei die Maschine gezielt anvisiert worden, erinnert sich der Pilot.

Gegenoffensive

Als die Angriffe beim Abflug des Christophorus-Hubschraubers weitergingen, machte Schornsteiner, 51, der viele Jahre Militärpilot war, mit den Angreifern kurzen Prozess. Mit der Erfahrung, die er bei Nacht-Einsatzflügen an der Grenze erworben hatte, umkreiste er das im Dunkeln gelegene Versteck der Angreifer und führte eine Polizeistreife per Funk direkt vor ihre Haustüre. Vor Ort stießen die Beamten auf eine Gruppe Jugendlicher. Ein 17- und ein 19-Jähriger gaben die Attacken schließlich zu, der Laserpointer konnte sichergestellt werden.

"Ich bin froh, dass die Übeltäter geschnappt wurden. Die wissen ja gar nicht, was da passieren könnte", sagt Schornsteiner, der auch Flugrettungslehrer ist. Gegenüber den beiden Jugendlichen werde es jedenfalls kein Pardon geben, kündigte Reinhard Kraxner, Chef der ÖAMTC-Flugrettung an. Die Beiden werden wegen vorsätzlicher Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt angezeigt. Dafür gibt's einen Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Haft.

Allein im Vorjahr hat die Austro-Control 20 Blendungen registriert, die Dunkelziffer liegt nach Angaben vieler Piloten weitaus höher. EU-Abgeordneter Jörg Leichtfried verlangte deshalb erst am Mittwoch von der EU-Kommission ein Einfuhrverbot von Laserpointern aus Asien, ein Verkaufsverbot der Geräte und die Einführung drakonischer Strafen.

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