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Politik
12/05/2011

Lange Schrecksekunde

Bremste die Stadt Wien bei der Aufdeckung des Kinderheim-Skandals?

von Martina Salomon

Die Schrecksekunde der Stadt Wien beim Kinderheim-Skandal dauert zu lang. Verdächtig lang. Ist es möglich, dass der KURIER tatsächlich einen so großen Informationsvorsprung über die Verbrechen im Heim Wilhelminenberg gegenüber den zuständigen Beamten und Politikern hat, dass diese erst mühsam das Material sichten müssen, bevor sie sich klar und deutlich äußern? Warum sind die Akten von damals verschwunden? Wurden sie absichtlich vernichtet?

Hätte das Ganze vertuscht werden sollen?
Das Rathaus wirkt oft wie ein geschlossenes politisches System, in dem man Skandale nur im äußersten Notfall zugibt. Hier vertraut man nur den eigenen Parteikollegen: von der Magistratsabteilung über Jugendanwaltschaft und Opferorganisation bis hin zur PR-Agentur.

Das Heim Wilhelminenberg wurde 1977 zugesperrt - wahrscheinlich, weil man schon damals über die unfassbaren Zustände informiert war. Trotzdem wurden die Opfer abgewiesen, nicht ernst genommen.

Eine Historikerkommission soll nun den Vorwürfen nachgehen. Hoffen wir, dass sie unabhängig prüft. Aber was wäre eigentlich passiert, wenn der KURIER das Thema nicht aufgegriffen hätte?

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